ehemaliger Mitarbeiter des RGZM
Dietrich Ankner
Archäometrie und Restaurierung
(Fachbereich Altertumskunde)
(1961-1998)
*1933 Ulm Do., Schulen in Ulm Do.- Reichenau - Ulm Do.
1952 Abitur
1952-1961 Studium der Chemie und Betriebswirtschaft in Regensburg und Mainz (Diplom-Arbeit über das Thema „Die röntgenfluoreszenzanalytische Bestimmung geringer Schwermetall-Konzentrationen in den Oxyden der 4. Nebengruppe“)
1961-1998 Diplom-Chemiker am Römisch-Germanischen Zentralmuseum, Forschung Chemie und Archäologie, Restaurierungsberatung, Ausbildungsleitung Restauratoren Fachbereich Altertumskunde, stellvertretender Leiter der Werkstätten des RGZM
1968-1999 Gründer und Redakteur der „Arbeitsblätter für Restaurierung“
1978/79 Projektleitung, Planung und Einrichtung von Restaurierungswerkstätten an der Universität Kairo
1990-1997 Projektleitung, Planung, Einrichtung und kooperative Leitung von Restaurierungswerkstätten beim Archäologischen Institut der Provinz Shaanxi in Xian (Expositur Xian des RGZM)
1998 Pensionierung
Publikationen
D. Ankner, Zur Analytik patinierter „Bronzen“ – Urartäische Achsnägel, urartäische Kupferlegierungen. Jahrbuch des RGZM 55, 2008 (2011)
Aus zwei urartäischen Tempelschätzen des 9. bis 8. Jahrhunderts v. Chr. wurden zunächst 43 Gegenstände jeweils an einem Messpunkt analysiert.
Elf Achsnägel aus Kupferlegierung und teilweise aus Eisen werden vorgestellt und eingehend untersucht. Die große Varianz von insgesamt 81 quantitativen Analysen an den Achsnägeln wird durch eine statistische Fehlerrechnung beschrieben bzw. erklärt. Es wird nachgewiesen, dass die Heterogenität der patinierten Oberflächen der Kupferlegierungen zu fehlerhaften Ergebnissen führt, wenn Analysen lediglich an einem Punkt durchgeführt werden. Für eine quantitative, schlüssige Beurteilung der Zusammensetzung einer patinierten Kupferlegierung sind immer Bestimmungen an mehreren Punkten des zu analysierenden Objekts notwendig. Bei der Bewertung der dann erhaltenen Resultate ist außerdem die differenzierte, korrosive Beeinflussung der verschiedenen Legierungselemente zu berücksichtigen. Ein so erzieltes Ergebnis der Metallanalyse ist auch dann nur eine Annäherung, die jedoch dem wahren Wert weitgehend entsprechen wird. Auf jeden Fall wird sie für die Erkenntnis wertvoller sein als eine „exakte“ Angabe, die nur für einen zufälligen Punkt und dessen zufälligen Korrosionszustand am patinierten Objekt gilt.
Aus den so erhaltenen Einsichten werden – auch unter Einbeziehung der in der Literatur publizierten analytischen Ergebnisse – Schlüsse gezogen: Die urartäische Metallurgie hat spezifische Eigenheiten: es werden drei Legierungstypen A 1 bis A 3 entwickelt, deren Besonderheit in der Anwesenheit von bis zu 8 % Zink in den Kupferlegierungen besteht. Auch solche Kupferlegierungen, die dem allseits verbreiteten Bronzeschema entsprechen, die Legierungen B, C, D 1 und D 2 ( Bleibronze, Bronzen mit und ohne Arsen/Antimon, niedrig legierte Kupferlegierung mit wenig Zinn) enthalten häufig geringe Zinkgehalte, die in zeitlicher oder räumlicher Nähe fast nie auftreten.
Für spezielle Zwecke hat der urartäische Metallhandwerker oft besondere Legierungen ausgewählt: Die Stangen der Achsnägel sind z.B. immer aus einem anderen Metall wie die Knöpfe - außerdem sind sie auch zweckdienlich besonders niedrig legiert. Genauso sinnvoll sind z.B. Möbelbauteile aus Legierungen mit Zink hergestellt (die Farbe wird goldähnlicher, also höherwertiger), aber Gefäße aus einer Bronze sind ohne Zink (der Messinggeruch entfällt). Obwohl dem Kupfer in fast allen Fällen ausreichend Zinn zulegiert wurde um eine gute Verarbeitbarkeit zu gewährleisten, sind die Arsen- bzw. Antimongehalte relativ hoch, was, metallurgisch nicht sinnvoll, wohl aus der Verfügbarkeit der entsprechenden Abbauerze zu erklären ist und damit kaum einzuschränken war-.
Urartäische Kupferlegierungen heben sich von jenen ihrer Umwelt dadurch ab, dass sie oft stark legiert sind, wobei sie nicht nur das sonst übliche Zinn, sondern auch Arsen, Antimon, Blei und erstaunlicherweise Zink enthalten. Die dafür in Frage kommenden Erze im östlichen und nordöstlichen Anatolien werden benannt und zu den Legierungen in Beziehung gesetzt. Die offensichtliche Experimentierfreude und Geschicklichkeit der urartäischen Metallhandwerker und die Vielfalt der zur Verfügung stehenden Erze begründeten die „Wiege der Metallurgie“ des Nahen Ostens im Urartäischen Reich.
Ein dringendes Desiderat für eine bessere Beurteilung der Metallurgie Anatoliens wären analytische Untersuchungen des phrygischen und assyrischen Fundguts.
D. Ankner, Zur Differenzierung der Legierungen der schwedischen Goldhalskragen. Untersuchungen zur chemischen Zusammensetzung – Hinweise zur Herstellung. Archäologisches Korrespondenzblatt 38, 2008, 409-422.
Etwa 200 Analysen an drei Goldhalskragen aus Möne, Färjestaden und Ålleberg (und an einem weiteren Fragment aus Köinge) des 5. bis 6. Jahrhunderts sollen die technische Bewertung ihrer Herstellung erleichtern. Eine relativ weite Streuung der Anteile Gold, Silber und Kupfer zeigt in allen vier Fällen, dass keine einheitliche Legierung für die jeweilige Gesamtheit eines Kragens verwendet wurde. Die einzelnen Teile eines Goldhalskragens, also die Miniaturverzierungen, die Ringe, die Scharnierteile usw. haben jedoch eine weitgehend in sich übereinstimmende Zusammensetzung. Für den speziellen technischen Zweck wurde die in ihren Eigenschaften vorteilhafteste Legierung verwendet. Am deutlichsten zeigt sich diese erstaunliche Beherrschung der Legierungstechnologie am Goldhalskragen von Färjestaden, der weiter dadurch auffällt, dass nur bei ihm primär gewonnenes Gold (Seifengold?) verwendet wurde. Eine Herstellung der drei ähnlichen Goldhalskragen in einer Werkstatt ist damit wenig wahrscheinlich.
J. Peška und J. Tejral, Das Germanische Königsgrab von Mušov in Mähren. Monographien RGZM 55, Teil II (Mainz 2002) Beitrag: D. Ankner, Zur Analyse der beiden Stuhlsporne 482-483.
Die runde Mittelscheibe eines Stuhlsporns und das runde Eckteil der Grundplatte eines zweiten Stuhlsporns bestehen aus Legierungen des gleichen Typs, jedoch verschieden starker Zulegierung. Die Vergoldung der beiden Sporne enthält etwa 7 % Silber und 0,5 bis 1% Kupfer und ist damit von hohem Feingehalt. Die silberne Mittelscheibe des einen Sporns weist neben 10% Kupfer 0,5% Gold auf. Die schwarzen Beläge zwischen den verschiedenen Konstruktionselementen der Sporne stammen von Loten, die etwa zu 80% Zinn und 20% Blei bestehen.
M. Schönfelder, Das spätlatènezeitliche Wagengrab von Boé (Dép. Lot-et-Garonne). Studien zu Wagen und Wagengräbern der jüngeren Latènezeit. Monograpien RGZM 54 (Mainz 2002). Beitrag: D. Ankner, Analyse ausgewählter Bronzen, 95.
Drei Bronzeteile, die vom Wagenkasten stammen, weisen relativ hohe Bleigehalte von 18 bis 33 % auf - das Blei (mit etwas Zinn) scheint einer Grundlegierung zugeschlagen zu sein um den Guss zu erleichtern. Der Trinkhorn – Endbeschlag dürfte aus dieser Grundlegierung bestehen. Ein Bronzeakanthus an einem Eisenstab ist dagegen anderen Ursprungs - deutlich höhere Nickel- und Zinkanteile um 0,1 % sprechen dafür.
Ž. Škoberne, Budinjak Kneževski Tumul, Zagreb, 1999. Beitrag D. Ankner, Analiza Bronce Zdjelaste Kazige iz Tumula 139, 109-114 ( kroatisch und englisch).
Die Bronzeteile des Helmes bestehen alle aus einer Legierung von 69,4 % Kupfer, 16,8 % Zinn, 8,9 % Blei, 2,5 % Arsen, 1,8 % Antimon und 0,6 % Silber. Die Korrosionsprodukte (Patina) von grüner bis weißer Farbe sind chemisch sehr verschieden durch die zunehmende Auslaugung des Kupfers (von grün nach weiß). Analysen von Korrosionsprodukten geben zwar einen Hinweis auf das ursprüngliche Metall; erst die Kenntnis des spezifischen Korrosionsverhaltens der verschiedenen Legierungsbestandteile, die aus mehreren Analysen der differenzierten Korrosionsprodukte abzuleiten ist, lässt entsprechende Rückschlüsse zu. Es wird ein Verfahren beschrieben, durch welches aus mehreren Analysen des korrodierten Metalls die ursprüngliche Zusammensetzung der Legierung ermittelt werden kann.
M. Weis, Ein Gräberfeld der späten Merowingerzeit bei Stetten an der Donau. Materialhefte zur Archäologie in Baden-Württemberg 40, 1999. Beitrag D. Ankner, Ergebnisse der Röntgenuntersuchung der Schwerter, 229-230.
Nur zwei der sieben untersuchten Schwerter sind damasziert, was für das 7. Jahrhundert außergewöhnlich ist. Auch die drei Saxe sind nicht damasziert. Da die Röntgenuntersuchungen erst nach einer tief greifenden Entrostung möglich waren, musste auf weitere Ergebnisse verzichtet werden. Bei zwei Saxen war die Griffangel angeschweisst.
D. Ankner, Korrosion von Kupferlegierungen im Boden und ihre Bewertung. Archäologisches Korrespondenzblatt 28, 1998, 151-161.
An einem urartäischen Möbelbeschlag, der neben Kupfer 7 % Zinn, 4 % Zink, 0,7 % Blei sowie Spuren von Arsen, Antimon und Silber enthält, wurden etwa 80 Analysen (4 Flächen, korrodiert, entpatiniert, richtungs- und lageabhängig, scharf abgeschliffen) ausgeführt. Dabei konnten folgende Ergebnisse erzielt werden:
Analysen der Patina einer korrodierten Kupferlegierung geben nur ein annäherndes Bild zur Zusammensetzung dieser Legierung. Deutliche Differenzierungen von Element-Konzentrationen in der Patinafläche sind vom einen Punkt zum anderen Punkt für Blei, Zinn und Zink und damit auch für Kupfer nachgewiesen. Punktuelle Einzelanalysen sind daher häufig wertlos. Auch nach der chemischen Entfernung der Korrosionsprodukte sind Analysen der entpatinierten Metalloberfläche nicht repräsentativ. Erst eine Entfernung auch der obersten Metallschicht oder ein Bohren in die Tiefe der Legierungen führt tendenziell zu „ richtigen“ Analysen. Analysen-Ergebnisse sind nur dann zu bewerten, wenn die Art und Weise der Probenahme bzw. der Status der Oberfläche mit beschrieben werden. So lassen sich Analysen von Bohrspänen nur sehr beschränkt mit Analysen von Oberflächen vergleichen.
Die Eitelkeit der Analytiker darf nicht geschont werden, da sonst Fehlschlüsse bei den Auswertenden - Archäologen und Naturwissenschaftlern - gezogen werden; es müssen immer mehrere Analysen durchgeführt und auch weit auseinander liegende Ergebnisse eines Objekts publiziert werden. Die starke Differenzierung der Element-Konzentrationen in und auf demselben Gegenstand, die durch die Korrosion bewirkt wird, muss immer berücksichtigt werden.
Metall-Analysen, die mit den oben genannten Differenzierungen bewertet werden, waren und sind für die Metallurgie des Altertums, für die antike Handwerkstechnik, für die Geschichte des Handels usw. trotzdem von großer Bedeutung. Kritische Archäologen haben schon immer der scheinbar großen Genauigkeit der naturwissenschaftlichen Analytiker misstraut und beurteilen sie jetzt vielleicht noch skeptischer. Archäologisch relevante Bewertungen von Analysen erfordern meist keine große Messgenauigkeit, auch wenn diese analytisch möglich wäre: treffende Aussagen sind dann möglich, wenn die Heterogenität sowie die Anreicherung und Verarmung der korrodierten Metalle und ihrer Patina vom Auswertenden berücksichtigt werden.
M. Egg, U. Neuhäuser, Želimir Škoberne, Ein Grab mit Schüsselhelm aus Budinjak in Kroatien. Jahrbuch des RGZM 45, 1998, 435-472, Taf. 51–56, hier: Beitrag D. Ankner, Die Bronze des Schüsselhelms von Budinjak. 469-472.
Die Bronzeteile des Helmes bestehen alle aus einer Legierung von 69,4 % Kupfer, 16,8 % Zinn, 8,9 % Blei, 2,5 % Arsen, 1,8 % Antimon und 0,6 % Silber. Die Korrosionsprodukte (Patina) von grüner bis weißer Farbe sind chemisch sehr verschieden durch die zunehmende Auslaugung des Kupfers (von grün nach weiß). Analysen von Korrosionsprodukten geben zwar einen Hinweis auf das ursprüngliche Metall; erst die Kenntnis des spezifischen Korrosionsverhaltens der verschiedenen Legierungsbestandteile, die aus mehreren Analysen der differenzierten Korrosionsprodukte abzuleiten ist, lässt entsprechende Rückschlüsse zu. Es wird ein Verfahren beschrieben, durch welches aus mehreren Analysen des korrodierten Metalls die ursprüngliche Zusammensetzung der Legierung ermittelt werden kann.
W. Sage, Das Reihengräberfeld von Altenerding in Oberbayern (1996) , hier: Beitrag D. Ankner, Zur Damaszierung der Spathen, 144-153.
Von 38 untersuchten Spathen sind nach Röntgenaufnahmen 28 echt damasziert, zwei weisen eine fortgeschrittene und fünf eine normale Streifendamaszierung auf. Nur drei Spathen sind nicht damasziert. Die Qualitätsbegriffe Streifendamast und Furnierdamast werden definiert; Fischgrät - bzw. Winkeldamast werden als Spielarten des Torsionsdamasts angesprochen. Die Spathen werden nach der Art des Damasts beschrieben (Anzahl und Breite der Damastbahnen, Ansetzen der Schneiden, Technik der Klingenspitzen, Schmiedemarke). Eine chronologische Einordnung der spathaführenden Gräber zeigt eine nur zögernde Einführung des Brauches damaszierte Spathen mitzugeben. Gräber nach 640 enthalten keine Spathen. Der Anteil an damaszierten Spathen in Altenerding mit 74 bis 92 % ist etwa gleich groß wie jener bei allen anderen untersuchten Gräberfeldern (82 bis 85 % bei 274 untersuchten Spathen). Damaszierte Spathen sind vom 6. Jahrhundert bis zur Mitte des 7. Jahrhunderts üblich, nicht-damaszierte sind selten.
D. Ankner, Die Metall-Legierung des spätkeltischen Ebers von Soulac-sur-Mer: Eine besondere Art der Bronze- Korrosion im Boden. Archäologisches Korrespondenzblatt 26, 1996, 457-461. (Titel: "Bronze-Korrosion" ist falsch. Die richtige Bezeichnung ist "Messing-Korrosion")
Die Entzinkung der Messinglegierung lässt sich eindeutig nachweisen. Der Mischkristall von (Cu + Zn) löst sich partiell, wobei der unedlere Bestandteil Zink herausgelöst wird, während der edlere Anteil Kupfer - vielleicht sogar im ursprünglichen Atomgitter- zurückbleibt. Eine Reduktion bereits gelöster Kupferanteile kann aufgrund der Autopsie der Oberflächen ausgeschlossen werden.
D. Ankner, Gong Qiming, U. Herz, Chinesisch-Deutsches Restaurieren in Xian. Arbeitsblätter für Restauratoren 1995, Gr. 17, 41-56.
Vorgeschichte, Planungen in Mainz und Xian, Bestellungen und Transport, Liste der fest zu installierenden Geräte sowie der Arbeitsgeräte, Installierung vor Ort der einzelnen Geräte, Maschinen, Arbeitsplätze und Elektro-, Wasser- bzw. Druckluftleitungen, Kühlungseinrichtungen usw. Zusammenarbeit in Xian, Auswahl der gemeinsam zu restaurierenden Fundobjekte, erste Restaurierungen, Ausblick auf die vorgesehenen Projekte. Deutsche und chinesische Restauratoren werden in Zukunft gemeinsam arbeiten und die jeweils geeigneten Methoden zur Restaurierung und Konservierung ausgewählter chinesischer Funde entwickeln bzw. erforschen.
D. Ankner, J. Moreau, Analyses physico-chimiques. In: Le sanglier-enseigne gaulois de Soulac-sur-Mer (Gironde), Association Medullienne (Soulac-sur-Mer, 1995) 18–19.
Eine Eberstatue, die in ihre Einzelteile zerlegt war, wurde nahe der Gironde-Mündung gefunden. Der Fund gilt als spätkeltisches Feldzeichen und besteht aus Kupferlegierung, die sehr unterschiedlich gelb und rot gefärbt war. Die Einzelteile wurden jeweils mit RFA analysiert: Auffällige Differenzierungen werden als eine Entzinkung des Messings nachgewiesen. Die ursprüngliche gelbe Messinglegierung mit etwa 22 % Zink (Zinn, Antimon, Arsen, Blei und Silber durchweg weniger als 0,5 %) verliert in der marinen Umgebung je nach Lage bis zu 15 % des Zinks und wird dabei zunehmend rotfarbiger.
D. Ankner, Glasrestaurierung, Restaurieren und Konservieren (Xian/Mainz 1995) 111-119 (chinesisch).
Nach eingehender Darstellung zur Produktion von Glas und zur Veränderung des Glases im Boden wird die Bergung von Glasfunden behandelt. Nach der mechanischen und chemischen Reinigung – Entfernung von Boden, Schmutz aber auch von Versinterungen - wird die Technik des Aufbaus des Glases aus den Scherben und schließlich die Klebung mit Kunststoff (Zweikomponenten - Epoxyharz) dargestellt.
Die Ergänzung der Fehlstellen mit einem Methylmethacrylat in den entsprechenden Farbtönen schließt die Restaurierung ab. Eine Liste der verwendeten Materialien und Skizzen zu den jeweiligen Techniken ergänzen die Publikation.
K. Bungarten, Restaurierung und Dokumentation an einem Weihrauchbrenner von Famen, Restaurieren und Konservieren (Xian/Mainz 1995) 61-78. Hier: D. Ankner, Analysen zur Bronze und zur Vergoldung, 76-78 (chinesisch).
Der buddhistische Weihrauchbrenner besteht aus einer Kupfer-Zinn-Zink-Blei- Legierung mit wenig Silber und ist teilvergoldet.
D. Ankner, Bronzerestaurierung. Restaurieren und Konservieren (Xian/Mainz 1995) 35-45 (chinesisch).
Die im „ Westen“ üblichen Methoden der Bronzerestaurierung sowie die theoretischem Grundlagen werden behandelt, wobei die im Chinesischen fast Kultcharakter genießende Patina besonderer Behandlung bedarf. Auch die sogenannte Feuchtkammer- Methode, eigenartigerweise sonst in der Literatur nicht beschrieben, wird genau dargelegt. Eine Liste der zu verwendenden Chemikalien sowie ein Vorschlag für die Dokumentation der Restaurierung werden angegeben.
Gong Qiming, D. Ankner, Chinesisch-deutsches Restaurieren in Xian. Die Einrichtung einer gemeinsamen Forschungs- und Ausbildungswerkstatt. Restaurieren und Konservieren (Xian/Mainz1995) 1-18 (chinesisch).
Im Jahre 1989 hat das Römisch-Germanische Zentralmuseum Mainz, Hinweisen aus dem Bundesministerium für Forschung und Technologie folgend, mit dem Ministerium für Archäologie der Provinz Shaanxi Verhandlungen aufgenommen, die zu einer Vereinbarung führten, wonach in Xian eine Forschungs- und Restaurierungswerkstatt aufgebaut werden sollte. Nachdem eine Zusage des Bundesministeriums erfolgt war, wurden die Planungen aufgenommen Die chinesische Seite sorgte für die baulichen Voraussetzungen (G. Qiming), die deutsche Seite betrieb die Detailplanung, die Bestellung aller notwendigen Apparaturen und Chemikalien und kümmerte sich um die Transportplanung (D. Ankner).Im Herbst reisten der Projektleiter (D.A.) mit zwei deutschen Restauratoren nach Xian; zusammen mit einer Dolmetscherin und der tatkräftigen Mithilfe der chinesischen Kollegen des Instituts für Archäologie der Provinz Shaanxi und nach Überwindung bürokratischer Probleme wurde das neue Labor in wenigen Monaten eingerichtet.
Die gesamte Einrichtung für die Restaurierung und Konservierung von Eisen, Kupferlegierungen, Glas, Edelmetallen, Holz Keramik, Geweben und Leder wird beschrieben. Die zwei deutschen Restauratoren werden zusammen mit der Dolmetscherin die Ausbildung bzw. Fortbildung der chinesischen Fachkräfte, die in dem Labor dauernd mitarbeiten, fortführen. Geeignete Fundgegenstände werden von der chinesischen Seite zur Verfügung gestellt, sodass auch die spezifisch chinesischen Probleme Berücksichtigung finden können. Die gemeinsamen Arbeiten werden veröffentlicht.
E. Künzl, Die Alamannenbeute aus dem Rhein bei Neupotz (Mainz 1993) hier: D. Ankner, Röntgenfluoreszenzanalytische Untersuchungen an Tellern und Platten, 447-456.
33 Teller bzw. ovale Platten wurden röntgenfluoreszenzanalytisch untersucht. Es sollten sowohl die Zusammensetzungen der Basislegierung als auch die der metallischen Überzüge festgestellt werden. Zwei Fragmente wurden als zusammengehörig identifiziert. Ein Teller bestand aus Silber und fünf Teller aus einer Legierung von Zinn und Blei. Von den verbleibenden 26 Objekten, deren Basismetall eine Kupferlegierung war, erwies sich ein Teller als rundum versilbert, drei Teller und eine ovale Platte waren teilversilbert; 19 Gegenstände waren auf ihrer Innenseite mit Zinn und Blei überzogen und zwei Teller waren ohne Belag. Das Silber der Versilberungen war durchweg mit wenigen Prozent Gold versetzt, sodass eine sekundäre Verwendung des Silbers angenommen werden muss. In einem Fall wurde der metallische Überzug aus Silber mit (Zinn+Blei) kombiniert. Die Überzüge der Innenflächen aus (Zinn+Blei) – in sechs Fällen mit mehr als 84 % Zinn - enthalten durchschnittlich 75 % Zinn. Die Kupferlegierungen der 26 Teller und ovalen Platten (versilbert und mit Belägen aus Zinn+Blei) lassen sich nach der Zusammensetzung in sechs Gruppen einordnen. Das Grundmuster der Legierungen ist in allen Fällen gleich. Nur bei einem Teller lässt sich höchstwahrscheinlich, bei drei weiteren Tellern vielleicht, eine andere Provenienz ableiten. Die Basislegierungen der teilversilberten Objekte sind sich sehr ähnlich. Ebenso gleichen sich vier der fünf Teller, welche nur aus (Zinn + Blei) bestehen, in den Konzentrationen ihrer Metalle.
K. Böhner, Die frühmittelalterlichen Silberphaleren aus Eschwege (Hessen) und die nordischen Pressblechbilder. Jahrbuch des RGZM 38, 1991, 68–743, Taf. 55–68. Beitrag D. Ankner, Chemisches Gutachten, 742-743.
Das sehr reine Silber aller drei Phaleren enthält neben 2 – 2,5 % Kupfer keine Anteile an Blei, Zinn, Antimon und Zink und ist damit von einer erstaunlichen Reinheit. Es dürfte aus einer Hand stammen.
G. Jacob-Friesen, Ein Bronzeschwert von Bornholm. Ausgrabungen und Forschungen in Niedersachsen 19, 1991, 121-147. Untersuchungsbericht von D. Ankner, F. Hummel und L.Lehoczky, 145-147.
Ein Bronzeschwert aus dem letzten Viertel des 2.Jahrtausends v. Chr. wird technologisch untersucht und analysiert. Der Griff ist über die Klingenschulter und einen Gusskern gegossen. Dieser Überfangguss ist nicht gut gelungen, sodass mehrere Reparaturen notwendig wurden. Das Schwert ist einheitlich aus einer Legierung hergestellt.
D. Ankner, Restauration et Conservation des Bronzes. L´Europe à l´Age du Bronze, Musée Départemental Bréton (Daoulas 1988) 170.
Zunächst wird summarisch die Korrosion von Kupferlegierungen beschrieben. Die Zulässigkeit und Notwendigkeit der Entfernung der entstandenen Patina wird weitgehend davon abhängen, inwieweit instabiles und damit gefährliches CuCl vorliegt. Dieses wird im Normalfall mechanisch mit dem so genannten (elektrochemisch basierten) Feuchtkammer-Verfahren mit Zinn- oder Aluminium-Folien durchgeführt. Vollkommen durchkorrodierte Objekte werden nach einer Röntgenuntersuchung mit Methylmetacrylat oder Epoxyharz stabilisiert. Fehlstellen werden optisch angenähert ergänzt. Falls Objekte verformt sind, werden zur Visualisierung der ursprünglichen Form Kopien angefertigt und diese zurückgeformt.
A. Kremer, D. Ankner, Il restauro del reperti lignei di Fiavé. Archeologia del Legno (Trient 1988) 101-104.
Italienische Übersetzung des unten angegebenen Artikels.
A. Kremer, D. Ankner, Bericht zur Restaurierung der Holzfunde von Fiavé, Scavi Archeologici nella Zona Pallafitticola di Fiavé , Carera 1987, 413-416.
Die Hölzer wurden durchweg mit einem Melamin-Formaldehyd-Vorkondensat + Katalysator sukzessive getränkt .Die Hölzer müssen nach der Konservierung sehr langsam und kontrolliert - am besten in einer Polyäthylen-Schlauchfolie - austrocknen.
D. Ankner, Besprechung: Les Bois Gorgés d´Eau, Actes de la deuxieme Conference du Groupe de Travail de l´ICOM 1984, Grenoble 1985. Arbeitsblätter für Restaurierung 1987, Gr. 23, 48-49.
Ein Kompendium zum aktuellen Stand der Konservierung von Feuchthölzern und eine Adresse aller Holzkonservierungsspezialisten wurde in diesem Buch vom „ Centre d´Etude et de Traitement des Bois Gorgés d´Eau“ in Grenoble herausgegeben.
E. Künzl (D. Ankner), Archäologisches Korrespondenzblatt 16, 1986, 333-339.
Als römisch bezeichnete „ medizinische“ Instrumente (134 Kunsthandelsobjekte) werden aufgrund typologischer und ergologischer Merkmale vom Archäologen als Fälschungen bezeichnet. 16 Objekte konnten röntgenfluoreszenzanalytisch untersucht werden und enthielten alle zwischen 30 und 40 % Zink: solches Messing ist aus römischen Beständen unbekannt!
D. Ankner, Besprechung: R. C. A. Rottländer, Einführung in die naturwissenschaftlichen Methoden in der Archäologie. Verlag Archeologica Venatoria, Tübingen, 1983.
Ein eindrucksvolles Sammelwerk für die in der Archäologie angewandten Methoden der Naturwissenschaften. Auch der Nicht-Naturwissenschaftler soll in die Methoden eingeführt werden, wenn dies auch nicht immer gelingt. In flotter, oft feuilletonistischer Schreibweise, die in ihrer Gewichtung und Überbetonung der anglo- amerikanischen Literatur einseitig wirkt, ist das Kompendium trotzdem eine notwendige Anschaffung.
D. Ankner, Die Ausbildung zum Restaurator Fachbereich Altertumskunde an öffentlichen Institutionen der Bundesrepublik Deutschland. Arbeitsblätter für Restauratoren, Beiheft 1988, 1-20.
Die bereits 1984 beschriebene Ausbildungsordnung (Lit. 24) wird aktualisiert, bis dahin wurden in Mainz 96 Restauratoren/innen herangebildet. Auf neue Ausbildungswege in München, Köln, Hildesheim und Stuttgart wird hingewiesen. Eine Tendenz zu einem theoretisch zentrierten Studium an Fachhochschulen wird abgelehnt.
D. Ankner, F. Hummel, Kupferlote bzw. Verkupferungen auf Eisen, Arbeitsblätter für Restauratoren 18, 1985, Gr. 1, 196-206.
Bei der Restaurierung römischer Gegenstände aus Eisen fiel auf, dass sich manchmal Kupfer- bzw. Messingüberzüge auf dem Eisen befinden. Der einwandfreie Nachweis muss gebührend berücksichtigt werden, da bei chemischen Entrostungen solche Überzüge verloren gehen. Man nimmt an, dass das Eisen mit Buntmetall bedeckt wurde, um entweder eine bessere Wirkung oder eine Wertsteigerung zu erzielen. Die bessere Beständigkeit gegenüber der Korrosion dürfte jedoch den Ausschlag gegeben haben. Die Herstellung von Bronze- oder Messingüberzügen auf Eisen mit einfachsten Mitteln wurde rekonstruiert.
D. Ankner, Die Ausbildung zum Restaurator Fachbereich Altertumskunde am Römisch-Germanischen Zentralmuseum , Arbeitsblätter für Restauratoren, Beiheft 1984, 2-20.
Das Aufgabengebiet des Restaurators in der Altertumskunde wird umrissen, die Voraussetzungen zur Aufnahme der Ausbildung (mindestens Mittlere Reife sowie eine handwerkliche Grundausbildung = Lehre ), die Dauer der Ausbildung, rechtliche und finanzielle Aspekte, die Ausbildungsinhalte, der Ablauf in den praktischen fünf bis sechs Teilbereichen und der theoretische Unterricht, die Abschlussprüfung und die beruflichen Chancen des Ausgebildeten eingehend erläutert. Die Ausbildungsverträge, der Rahmenstoffplan und der Abdruck eines Abschlusszeugnisses werden gezeigt.
D. Ankner, R. Wihr, Ausbildung und Fortbildung zum Restaurator. Arbeitsblätter für Restauratoren,1981, Gr.15, 17-20.
Der vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft vorgelegte Entwurf für eine Prüfungsordnung zum staatlich anerkannten Restaurator wird diskutiert .Die von der Arbeitsgemeinschaft der Restauratoren (ATM) dazu erarbeiteten Ergänzungen bzw. Hinweise werden vorgelegt.
K. Wilhelmi, Zwei vorurnenfelderzeitliche Bronzen aus linksrheinischen Bimsgruben (Beiträge D.Ankner und M.Hopf) Bonner Jahrbücher, 180, 1980, 345-354.
Ein Schwert der spätesten Bronzezeit oder frühesten Urnenfelderzeit wird aufgrund seiner archäologischen Besonderheit archäologisch und technisch untersucht.
D. Ankner, Besprechung: C. W. Beck et al (Hrsg.), Archeological Chemistry I-III. American Chemical Society 1974, 1978, 1982. In: Germania, 66, 1988, II, 598- 601.
Die American Chemical Society fördert im Rahmen ihrer Jahrestreffen Symposien zur archäologischen Chemie. Die dort vorgetragenen Forschungsberichte und methodischen Übersichten verlieren häufig den historischen Hintergrund. Die drei Bände sind jedoch für jede Institution, die sich mit der Zusammenarbeit Archäologie / Naturwissenschaften befasst, eine Notwendigkeit, wenn auch die Ausschließlichkeit der Bekanntheit nur der anglo-amerikanischen Literatur bei den Autoren überrascht. Aus 55 Aufsätzen wird referiert, wobei Übersichten, die Neues aufzeigen, hervorgehoben werden.
L. Lehoczky, D. Ankner, Technische Untersuchung und Restaurierung eines Greifenkessels von Salamis (Zypern). Jahrbuch des RGZM 21, 1974, 128–143, Taf. 20-33.
Der bronzene Greifenkessel samt eisernem Dreifuß war weitgehend durchkorrodiert und durch den Bodendruck in der Fundlage teilweise verbogen und zerbrochen. Röntgenaufnahmen der Teilpakete, technische Untersuchungen und Analysen an Einzelteilen führten zu einer rekonstruierenden Restaurierung des zypriotischen Greifenkessels aus dem 8. Jahrhundert v. Chr.
D. Ankner, The Princely Grave of Sipan (Peru). International Symposion Hildesheim, World Cultural Heritage – A Global Challenge 1977, 46-49.
Funde aus dem Fürstengrab von Sipan, die aus der Moche-Kultur des 3. bis 4. Jahrhunderts stammen und aus Legierungen von Gold + Kupfer (40: 60), Gold + Kupfer (8–10: 90), Silber + Kupfer (40: 60) und Kupfer mit wenigen Prozent Arsen bestanden, wurden untersucht und restauriert. Aufgrund der in der bisherigen Restaurierungspraxis unbekannten Legierungen mussten neue oder abgewandelte Methoden entwickelt werden. Äthylendiamintetraessigsäure und Thioharnstoff zur Lösung von Oxyden, Festigung mit Glasgewebe + Epoxyharz, Reduktion von Oxyden mit Niederdruck–Wasserstoffplasma und mechanische Entfernung von Oxyden mit der Mikro-Sandstrahl – Methode kamen in Zusammenarbeit mit den Universitäten Zürich und München zur Ausführung.
D. Ankner, Die Röntgenfluoreszenzanalyse in der Archäologie. Jahrbuch des RGZM 23 /24, 1976/77, 212-228.
Nach einer eingehenden Beschreibung der Methode werden die verschiedensten Anwendungen grundlegend diskutiert und anhand von Beispielen beschrieben:
Die Materialbestimmung bei Tauschierungen auf frühmittelalterlichen Objekten ( Silber, seltener Messing oder Bronze ) sowie auf späthallstattzeitlichen Dolchen (5. Jahrh. v. Chr.- Kupfer und Silber, nur im Mittelmeerraum auch Gold) führt zu archäologisch interessanten Fragestellungen. Keramikverzierungen aus metallischem Zinn sind ebenso von Bedeutung wie die Rekonstruktion eines schwedischen Gürtelbeschlags, der nur noch als ein Paket aus Schichten von Silberoxyden auf einer Basis von Zinn+Blei gefunden worden war und erst durch enge Zusammenarbeit des Analytikers mit dem Restaurator und dem Archäologen rekonstruiert werden konnte. Studien zur Hartlötung und zur bis dato unbekannten Arsenierung von Bronze ergänzen die Arbeit.
D. Ankner, L´application de l´analyse en fluorescence X au Römisch-Germanisches Zentralmuseum à Mayence. PACT 1, 1977, 47-60.
Die Röntgenfluoreszenzanalyse wird seit 14 Jahren als halbquantitative Methode in Mainz angewandt. Sie dient sowohl der Beurteilung spezieller archäologischer Probleme als auch der Untersuchung von Objektserien weiträumiger regionaler und chronologischer Ausdehnung. Durch die enge Zusammenarbeit des Analytikers mit Restauratoren und Archäologen können die verschiedensten archäologischen Probleme gelöst werden. Anhand von Beispielen werden zur Echtheit, zur Materialverwendung, zur erstmaligen Verwendung bestimmter Materialien, zum ursprünglichen Erscheinungsbild von Objekten, zur Herkunft, Verbreitung und zur Zeit der Niederlegung von Funden Ergebnisse beschrieben.
D. Ankner, Röntgenuntersuchungen an Riegseeschwertern. Archäologie und Naturwissenschaften, 1, 1977, 269-459.
Zur Definition des Riegseeschwertes werden 48 Riegseeschwerter aus Deutschland und Österreich untersucht. Die Röntgenuntersuchung, die zum Vergleich auch 13 Achtkantschwerter umfasst, ergibt deutliche Unterschiede in der technischen Gestaltung der beiden Schwerttypen. Alle Schwerter werden nach Fundort, Fundumständen, Form, Verzierung und technischem Aufbau (auf den Röntgenaufnahmen basierend) beschrieben und im Bild vorgestellt. Die erweiterten typologischen Abgrenzungsmöglichkeiten werden wertend miteinander verglichen. Die Unterscheidung nach technischen Merkmalen ist schärfer als jene nach Form und Verzierung. Die intensive gegenseitige Beeinflussung zwischen Riegsee- und Achtkantschwertern lassen sich verdeutlichen. Die allgemein verwendete Holste´sche Typographie des Riegseeschwertes wird überprüft, teilweise erweitert und durch technische Charakteristika ergänzt. Eine Gruppen-Gliederung, die primär nach technischen Merkmalen vorgenommen wird, ergibt gleichlaufende Differenzierungen in Form und Verzierung. Kennzeichnende Merkmale für sieben Gruppen werden festgelegt. Nur die Gruppe der Übergangsschwerter (zu den Achtkantschwertern) ist geographisch enger begrenzt. Eine chronologische Abfolge kann lediglich vermutet werden, da nur bei Schwertern einer Gruppe Beifunde vorliegen.
D. Ankner, Physikalische und kernchemische Datierung archäologischer Funde, Arbeitsblätter für Restauratoren 9, 1976, 55-81.
Die Möglichkeiten der Datierung archäologischer Objekte mit kernchemischen und physikalischen Methoden werden erläutert und im Einzelnen beschrieben. Unabhängige Möglichkeiten der Datierung, die die von den Archäologen erarbeiteten Datierungen bestätigen oder korrigieren, sind notwendig, weil nur so die oft sehr verschiedenen zeitlichen Einordnungen vereinheitlicht werden können. Aus den Verwitterungen eiszeitlicher Ablagerungen im Vergleich Erdbestrahlung und Winter/Sommer-Schichtenbildung der Ablagerungen skandinavischer Gletscher (Warwen) erreicht man Datierungen bis etwa 7000 v. Chr. Die Lücke bis zu ersten archäologisch-historischen Daten (etwa 2700 v. Chr., 3. Dynastie in Ägypten) lässt sich mit der Kalium- Argon- Methode erschließen. Die genau bekannte Halbwertszeit des Zerfalls des radioaktiven Kohlenstoffs-14, der in einem exakten Verhältnis von 1: 1013 in jedem lebenden Material auftritt und in totem Material (Holz, Knochen, Haare, Gewebe …..) zeitlich definiert zerfällt, bietet die bei weitem beste Datierungsmöglichkeit. Sie lässt sich für Funde organischen Materials von der mittleren Steinzeit bis zum frühen Mittelalter anwenden. Eine Ergänzung bietet die Dendrochronologie, bei der die jährlich schwankenden Jahrringstärken von Hölzern verglichen werden und die mitunter sogar eine Datierung aufs Jahr genau zulässt. Für Funde aus Keramik wird die Thermoluminiszenz - Datierung beschrieben, die die Energiespeicherung im gebrannten Scherben durch das natürlich vorkommende, radioaktive Kalium-40 misst. Datierungen aufgrund magnetischer Eigenschaften ergänzen die eingehende Darstellung.
D. Ankner, Naturwissenschaftliche Untersuchungen an den Metallen der Vorgeschichte. Ausgrabungen in Deutschland 3, 1975, 145-157.
Die Methoden zur Analytik der in der Vorgeschichte auftretenden Metalle werden in der Art eines Sachstandberichts vorgestellt.
22 000 Objekte aus Kupfer oder dessen Legierungen wurden im Württembergischen Landesmuseum Stuttgart spektroskopisch untersucht (Arbeitsgemeinschaft für Metallurgie des Altertums beim RGZM Mainz) und nach ihrer Zusammensetzung in 29 Gruppen eingeteilt. Probleme der Archäologie zum Produktionsort, zum Handel und zur zeitlichen Entwicklung der Legierungen werden an Beispielen mit der zeitlichen und lokalen Verteilung der 29 Gruppen verglichen.
Auch 3300 Goldgegenstände, deren erstes Vorkommen im Donauraum, dann in Spanien und Siebenbürgen verfolgt wird, lassen sich in 12 Gruppen statistisch einteilen. Das Beispiel der frühbronzezeitlichen Lunulae aus Irland (vereinzelt auch in Norddeutschland, Dänemark und entlang des Rheins) mit einem einheitlichen Gold zeigt positive Möglichkeiten für die Archäologie auf – andere Beispiele der zeitlichen und lokalen Zuordnung der „Gruppen“ sind noch ungeklärt.
Beim Eisen sind die Untersuchungen im Wesentlichen auf das Gefüge und die Mikrohärte zentriert – die technologische Entwicklung vom weichen Eisen zum harten Stahl v. a. bei den Kelten und bei Damaszierungen im frühen Mittelalter werden angesprochen. Erste Bleiisotopen-Analysen lassen für die Zukunft hoffen.
D. Ankner, Röntgenfluoreszenzanalysen an bronzezeitlichen Dolchen. Jahrbuch des RGZM 18, 1971, 44-50, Taf. 6.
Die Analyse silbriger Reste auf der Oberfläche einer streifenverzierten Dolchklinge sowie auf Dolchen aus Westfrankreich ergab auf einer Arsenbronze eine zusätzliche Arsenierung der Oberfläche, deren Technologie noch nicht geklärt ist.
D. Ankner, Besprechung: Archaeo-Physika, Beiheft der Bonner Jahrbücher in: Germania 51, 1973, 298 ff.
Beiträge zur magnetischen Prospektion in der Archäologie, Thermoluminiszenz bei der Keramikdatierung, zur Entsalzung von Bodenfunden und zu Bodenkunde-Untersuchungen archäologischer Befunde werden beurteilt.
D. Ankner, La Préservation des objets préhistoriques en bois humide. ICOMOS 1972, Paris, 33-39.
erweiterte Fassung zu unten stehendem Artikel
D. Ankner, Zur Konservierung vorgeschichtlicher Feuchtholzfunde. Arbeitsblätter für Restaurierung 5, 1972, Gr.8, 58-67.
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D. Ankner, Zur Konservierung vorgeschichtlicher Feuchtholzfunde. Deutsche Kunst- u. Denkmalpflege, Jahrgang 1969, 105-110.
Die gängigen Verfahren der Konservierung von Feuchtholzfunden und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile werden beschrieben. Das Wasser der Feuchthölzer muss unter gleichzeitiger Festigung des durch die Bodenlagerung geschädigten Ligningerüsts entzogen werden. Eine erste Methode arbeitet mit einem kontinuierlichen Austausch des Wassers durch Alkohol, dann Äther, dann Äther + Dammarharz. Äther ist jedoch explosionsanfällig! Eine zweite Methode bringt - oft in Jahren - wasserlösliches Polyäthylenglykol in das Holz. Weitere Formveränderungen sind nicht ausgeschlossen! Eine dritte Methode verwendet ein wasserlösliches Melamin-Formaldeyd-Vorpolymerisat, das mit einem Katalysator im Holz weiter polymerisiert wird.
D. Ankner, Hinweise zu Restaurierungs- und Konservierungsmaterialien. Arbeitsblätter für Restaurierung 2, 1969, Gr. 16, 9-17.
Auflistung der Materialien, die in den „Arbeitsblättern“ bei den verschiedenen Verfahren genannt sind und dadurch Hinweis zu den Bezugsquellen.
H.– J. Hundt, D. Ankner, Die Bronzeräder von Hassloch. Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz 67, 1969, 14-34, Taf.1-14.
Die röntgenfluoreszenzanalytische Untersuchung der beiden urnenfelderzeitlichen Bronzeräder sowie die technologische Beurteilung ergaben beeindruckende Hinweise zu den technischen Möglichkeiten der frühen Metallhandwerker: Im Verbundguss wurde mit verschiedenen Legierungen das eine Rad repariert, während das andere, ebenfalls kompliziert gebaute Rad in einem Guss hergestellt wurde. Eine Produktion in Ostfrankreich ist nahe liegend.
D. Ankner, Hinweise zu Restaurierungs- und Konservierungsmaterialien. Arbeitsblätter für Restaurierung 1, 1968, Gr.16, 1-2.
Auflistung der Materialien, die in den „Arbeitsblättern“ bei den verschiedenen Verfahren genannt sind und dadurch Hinweis zu den Bezugsquellen.
D. Ankner, Zur naturwissenschaftlichen Begründung des Begriffes der „Bernsteinstraßen“. Jahrbuch des RGZM, 13, 1966, 296-301.
Die Definition des Begriffes „baltischer Bernstein“ im englischen Sprachraum zielt wohl v. a. auf den Ort der Provenienz, während die Autoren den Fundort als namengebend bevorzugen. Da nach den infrarotspekroskopischen Untersuchungen ( siehe Lit.1 ) eine Unterscheidung der Provenienzen nur für sizilianisch / nicht-sizilianisch bzw. baltisch / nichtbaltisch möglich erscheint, sind die Zuordnungen von Bernsteinfunden zu „Bernsteinstrassen“ vom Norden in den Süden fragwürdig geworden. Baltischer Bernstein kommt auf Grund seiner Entstehung aus England, Holland, Dänemark, Norddeutschland, den baltischen Staaten, Polen aber auch aus Südrussland und ist chemisch nicht zu differenzieren. Bernsteinfunde im Süden müssen nicht von der Ostsee- oder Nordseeküste stammen, sie können auch aus einheimischen Quellen stammen.
C. Belting-Ihm, Das Justinuskreuz in der Schatzkammer der Peterskirche zu Rom (Untersuchungsbericht D. Ankner). Jahrbuch des RGZM 12, 1965, 142-166.
Die Geschichte des Justinuskreuzes und seiner Veränderungen und Beschädigungen wird rekonstruiert.
D. Ankner, Chemische und physikalische Untersuchungen an vor- und frühgeschichtlichen Gläsern. Technische Beiträge zu Archäologie II, 1965, 74-101.
Die Autoren Smith und Sayre haben aus der Analyse von 194 Gläsern aus der Zeit vom 2.Jahrtausend v. Chr. bis zum 10. Jahrhundert n. Chr. auf fünf Kategorien antiker Gläser geschlossen. Bei der Überprüfung von 543 Analysen vor- und frühgeschichtlicher Gläser aus der Literatur konnten nur 55 in diese Gruppen eingeordnet werden, was dem statistischen Zufall entspricht. Eine einseitige Probenauswahl wie auch die geringe Anzahl der berücksichtigten Gläser erklärt die unkritische Klassifizierung von Smith und Sayre. Auch die 543 Analysen erlauben noch keine sinnvolle Beurteilung, so dass weitere umfassende Untersuchungen von Gläsern aus zunächst begrenzten Kulturkreisen angestrebt werden müssten.
D. Ankner, K.Schwochau, Th. E. Haevernick, Zur infrarotspektroskopischen Herkunftsbestimmung von Bernstein. Jahrbuch des RGZM 10, 1963, 171-176.
Die „ Bernsteinstraße“ spielt in der vorgeschichtlichen Forschung eine besondere Rolle: Bernstein aus dem Baltikum soll schon in der Bronzezeit quer durch Europa gehandelt worden sein. Da Bernstein auch in Südrussland, Sizilien usw. gefunden wird, ist es wichtig, die Bernsteine unterscheiden zu können. C. W. Beck und andere hatten von einer infrarotspektroskopischen Differenzierung baltisch/nichtbaltisch berichtet. Eine Überprüfung durch die Autoren ergab jedoch, dass auch Bernstein aus dem Gebiet von Kiew und von der Nordsee jenem vom Baltikum gleicht, während jener aus Sizilien andere Absorptionsbanden aufweist. Damit ist es also auch künftig nicht möglich, einen vorgeschichtlichen Bernsteinfund aus dem Süden dem Handel der „Bernsteinstraße“ zuzuordnen.
D. Ankner, Die röntgenfluoreszenzanalytische Bestimmung geringer Schwermetall-Konzentrationen in den Oxyden der 4. Nebengruppe. Diplom-Arbeit Universität Mainz 1961, 1-105.
Geringe Konzentrationen der Elemente Antimon, Zink, Nickel und Eisen in Titan-, Zirkon- und Thoriumdioxyd sowie von Uran in Thoriumdioxyd wurden mittels Röntgenfluoreszenz analysiert .Die Messbedingungen wurden optimiert, eine umfassende Fehlerrechnung (statistisch und apparativ bedingt) erstellt, die Nachweisgrenzen und die maximal sinnvollen Zählzeiten festgelegt. Schließlich wurden Eichgleichungen für die verschiedenen Matrices vorgeschlagen.
