Römisch-Germanisches Zentralmuseum

Ausstellung zum Frühen Mittelalter 

Die Exponate der Abteilung Frühes Mittelalter sind nach historischen Gesichtspunkten geordnet und auf sechs Säle mit folgenden Themen verteilt:

I. Das Römische Reich zwischen Heidentum und Christentum im 4. und 5. Jahrhundert.

II. Das christliche Ostreich nach dem Untergang des Westreiches vom 6. bis zum 8. Jahrhundert.

III. Feinde an den Grenzen des Reichs seit dem 4. Jahrhundert (Ostgermanen und Reiternomaden in Südrußland, auf dem Balkan und am Rhein, Ostgoten in Italien, Westgoten in Spanien, Alamannen in Südwestdeutschland, östliche Elbgermanen, Awaren, Ungarn, Slawen sowie Perser und Araber).

IV. Völker im Norden Europas seit dem 4. Jahrhundert (Angeln und Sachsen, Nordgermanen und Wikinger in Skandinavien, Balten).

V - VI. Das Frankenreich - ein neues Zentrum im Westen seit dem 6. Jahrhundert.

Unter den ausgestellten Objekten befinden sich auch Kopien und Rekonstruktionen von solchen, die entweder längst zerstört sind (Soldatengrabstein des Lepontius aus Straßburg, 4. Jh.; Goldhalsring von Ransern, mittleres 5. Jh.; Grabbeigaben des Frankenkönigs Childerich, † 482; silbernes Monumentalkreuz Karls des Kahlen im Petersdom, mittleres 9. Jh.; Cordula - Schrein von Cammin, um 1000), im Laufe der Jahrhunderte mehr oder minder stark verändert wurden (Reliquienkasten von Essen-Werden, 9. Jh.; Cathedra Petri im Petersdom, drittes Viertel 9. Jh.), oder der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind (schliffverzierte Bergkristall-Tasse mit Untertasse sowie Edelsteinschachspiel König Heinrichs II. im Ambo des Aachener Domes, spätes 10. Jh.). Außerdem konnten die Einzelteile von bedeutenden Kunstwerken und Fundkomplexen, die heute verschiedenen Museen gehören, wieder zusammengeführt werden (Northumbrisches Runen- und Bilderkästchen von Auzon, frühes 8. Jh.; Elfenbeindeckel des Lorscher Evangeliars, um 810; Fürstengrab von Wolfsheim, frühes 5. Jh.; ostgotischer Schatzfund von Domagnano, um 500; byzantinischer Schatzfund von Lambousa auf Zypern, frühes 7. Jh.).

In die Ausstellung integriert wurden große Spezialsammlungen von Originalfunden, wie zum Beispiel von Schalen aus nordafrikanischer Terra Sigillata und von römischen Kontorniaten des 4. bis 5. Jahrhunderts, von koptischen Grabsteinen und koptischen Stoffen des 4. bis 7. Jahrhunderts, von byzantischen Gürtelschnallen und Goldschmiedearbeiten des 5. bis 10. Jahrhunderts sowie von sasanidischer Toreutik und Glasmacherkunst des 5. bis 7. Jahrhunderts.