Römisch-Germanisches Zentralmuseum

Tagung vom 7. bis 9. Oktober 2011

Zentrale Orte und zentrale Räume des Frühmittelalters in Süddeutschland

Bad Neustadt / Saale, Bildhäuser Hof

Tagungsbericht

Zum Vergrößern auf das Bild klicken (Foto: Uni Jena / RGZM)Die Friedrich-Schiller-Universität Jena, das Römisch-Germanische Zentralmuseum Mainz und die Stadt Bad Neustadt an der Saale richteten vom 07.-09. Oktober 2011 gemeinsam die Tagung „Zentrale Orte und Zentrale Räume des Frühmittelalters in Süddeutschland“ aus. Ausgehend von den Forschungen der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz im karolingisch-ottonischen Pfalzkomplex Salz an der Fränkischen Saale sollte die Tagung ein fachübergreifendes Forum für die Diskussion der Zentralortproblematik im Frühmittelalter bieten.

Insgesamt 22 Vorträge von Archäologen, Historikern und Geowissenschaftlern aus Deutschland, Österreich und Tschechien schlugen einen breiten Bogen durch die Zentralortthematik im Frühen Mittelalter. Neben überregionalen Perspektiven und kritischen Betrachtungen von Theoriekonzepten standen zahlreiche regionale Fallstudien aus unterschiedlichsten Perspektiven, thematische Detailbetrachtungen zu Einzelaspekten der Zentralität, unter anderem zum ländlichen Siedlungsraum, Wirtschaft und Zentralität und Zentrum und Peripherie auf dem Programm. Eine Exkursion führte die Tagungsteilnehmer zu den aktuellen Grabungsbefunden des frühmittelalterlichen Zentralortes auf dem Veitsberg, den die Universität Jena in Kooperation mit dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz, der Stadt Bad Neustadt und den Gemeinden Hohenroth und Salz und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege seit 2009 untersucht.

In einer intensiven Abschlussdiskussion konnten verschiedene grundsätzliche Fragen aufgegriffen werden. Neben der Diskussion einer „Inflation von Zentralorten“ und terminologischen Problemen zeigte sich, dass gängige Modelle und Schemata zur Erfassung und Gliederung Zentraler Orte meist zu unflexibel für komplexe und hochdynamische historische Strukturen sind. Als besonderes Problem wurde die Erfassung der zeitlichen und räumlichen Dynamik von Zentralität herausgearbeitet. Um dieser Komplexität gerecht zu werden zeigte sich einmal mehr, dass eine interdisziplinäre Zusammenarbeit unumgänglich ist: So ist beispielsweise die Einbindung historischer Quellen in besonderem Maße nötig, da sich Zentralität insbesondere auf der Ebene der Kommunikation abspielt, die in den archäologischen Quellen schwer fassbar ist. Statt klassischer Zentralitätskonzept könnten zur Erfassung entsprechender Strukturen in Raum und Zeit Netzwerkansätze in Zukunft einen flexibleren Ansatzpunkt bieten. Die Tagung warf zahlreiche auch sehr grundsätzliche Fragen zum Umgang mit Zentralen Orten und Räumen des Frühmittelalters auf. Sie arbeitete damit viele Anregungen und auch Fragenkomplexe heraus, die in zukünftigen Forschungen in interdisziplinärer Zusammenarbeit vertieft werden können. Die Tagungsbeiträge werden zeitnah  in einem Sammelband im Verlag des Römisch-Germanischen Zentralmuseums erscheinen.

Den ausführlichen Tagungsbericht finden Sie hier

 

 

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Kontakt

Lukas Werther M.A.

Otto-Friedrich-Universität

Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit

Wilhelmsplatz 3

96047 Bamberg

Tel.: +49 - (0) 951/863 2420

Prof. Dr. Peter Ettel

Friedrich-Schiller-Universität

Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte

Löbdergraben 24a

07743 Jena

 

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