Forschungsschwerpunkte
Mediterrane Traditionen im Schiffsbau in West-, Mittel- und Nordeuropa
(abgeschlossen)
Während der im Forschungsbereich „Antike Schifffahrt“ in der Vergangenheit durchgeführten und mittlerweile abgeschlossenen schiffsarchäologischen Untersuchungen zur römischen Flotte stellte sich wiederholt die Frage nach der geographischen Begrenzung schiffstechnischer Eigenarten („Schiffbautraditionen“) und deren gegenseitiger Durchdringung (Technologietransfer). Zugleich zeigte sich, dass solche Fragen nicht auf eine Epoche zu beschränken sind und sie nur im Ausgriff auf sämtliche Quellengattungen sowie unter Einbeziehung eines geographisch weit streuenden Denkmälerbestandes zu beantworten sind. Dem wurde durch sukzessives Sammeln schiffsarchäologischer Daten (Wracks; Schiffsikonographie) sowie der technikgeschichtlich relevanten schriftlichen Überlieferung Rechnung getragen.
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit antiken Wracks aus dem mediterranen Milieu und den römischen Provinzen sowie mit dem vor- und frühgeschichtlichem Fundstoff aus dem nördlichen Europa legt technologische bzw. konstruktive Verflechtungen nahe, die einerseits verfahrenstechnische Details wie Schiffsabdichtung, Bauteilverbindungen und Rohstoffauswahl betreffen, sich andererseits aber auch in metrologischen Spuren und Hinweisen auf eine Bauplanung andeuten. Vor diesem Hintergrund zeichnen sich technologische Schnittmengen zwischen dem mitteldynastischen Schiffbau in Ägypten und früh- bis mittelbronzezeitlichen Plankenfahrzeugen aus England und Wales ab, auf einer anderen zeitlichen Ebene auch zwischen eisenzeitlichem Bootsbau im nördlichen Europa und der griechisch-römischen Welt.
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