Forschungsschwerpunkte
Studien zur Struktur und Genese von Eliten in vor- und frühgeschichtlichen Gesellschaften
Ziel des Forschungsschwerpunktes ist es, die Entstehung und Entwicklung politischer Eliten von der Bronzezeit bis zum Frühen Mittelalter nachzuvollziehen. Dieser Personenkreis lässt sich archäologisch gut durch seine im Vergleich zu den Bestattungen der übrigen Bevölkerung herausgehobenen Grabausstattungen nachweisen. Teilweise ermöglicht die Auswahl der Grabbeigaben dabei sogar vorsichtige Aussagen zur Vorstellungswelt, in denen vorgeschichtliche Eliten eingebettet waren.
Daher werden als Grundlage für eine spätere Synthese dieses umfangreichen Themas zunächst einzelne Fallbeispiele bearbeitet. Dazu gehören neben bronzezeitlichen Kriegergräbern, teilweise mit Wagenbeigabe, aus Süddeutschland eine italische Nekropole aus dem 8./7. Jh. v. Chr., die fünf Generationen umfassenden hallstattzeitlichen Fürstengrabhügel von Kleinklein, von denen bisher erst einer bearbeitet worden ist, sowie zwei Komplexe reicher germanischer Fürstengräber im unmittelbaren Vorfeld des römischen Reiches. Nicht beschränkt auf die Auswertung von Gräbern sind die Arbeiten zur der Elite in der keltischen Gesellschaft und deren Rolle und Entwicklung während der römischen Herrschaft in Südfrankreich und Norditalien.
Aus dem europäischen Kulturkreis hinaus führen die langfristig angelegten Studien zu den chinesischen Kaiser- und Adelsgräbern aus der Zeit vom 3. Jh. v. Chr. bis zum Ende des 9. Jhs. n. Chr., bei denen Erscheinungen, die sich in sehr bescheidenem Maße auch in Europa finden, ins Monumentale erhoben sind. Strukturelle Parallelen zu den früheisenzeitlichen Fürstengräbern Mitteleuropas und zur Entstehung von Eliten finden sich einerseits in einem Gräberfeld in Nigeria aus dem 13./14. Jh., andererseits in historischen und ethnographischen Quellen über Elitegräber und –grabsitten in Westafrika südlich der Sahara.
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