Laboratorien

Ausbildung zum Restaurator

Der duale Bachelor-Studiengang „Archäologische Restaurierung“ in Mainz  

Mit dem dualen BA-Studiengang „Archäologische Restaurierung“ soll hier ein Ausbildungsweg vorgestellt werden, der in seiner Konzeption als dualer Studiengang im Berufsfeld Restaurierung einzigartig ist und in welchem ein fachbezogenes Universitätsstudium an der Johannes Gutenberg-Universität unmittelbar mit einer berufspraktischen Ausbildung in den Restaurierungswerkstätten des Römisch-Germanischen Zentralmuseums verknüpft ist.  

Konzept des dualen BA-Studienganges „Archäologische Restaurierung“

Im Bachelor-Studiengang „Archäologische Restaurierung“ findet die Ausbildung parallel und aufeinander abgestimmt an zwei Standorten statt; die Auszubildenden sind sowohl Studierende an der Johannes Gutenberg-Universität als auch in Ausbildung befindliche Angestellte am RGZM mit entsprechender tariflicher Vergütung. Die theoretisch-wissenschaftlichen Module werden dabei durch die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die berufsrelevanten praktischen Ausbildungsanteile durch das RGZM vermittelt. In weiteren Modulen sind miteinander in Beziehung stehende theoretische und praktische Ausbildungsanteile strukturell miteinander verzahnt und inhaltlich aufeinander abgestimmt. Diese enge Verknüpfung von berufsbezogener wissenschaftlicher und beruflicher Ausbildung ist in der Ausbildungslandschaft im Berufsfeld Restaurierung einzigartig und gewährleistet somit die immer wieder nachdrücklich geforderte Praxisbezogenheit der Restauratoren-Ausbildung.  

Anzahl der Studienplätze – Bewerbung und Auswahlverfahren

In den dualen Studiengang „Archäologische Restaurierung“ können aufgrund des Stellenplanes am RGZM – insgesamt stehen 14 Ausbildungsplätze zur Verfügung – pro Studienjahr nur etwa fünf Studienanfänger aufgenommen werden.  

Das Bewerbungs- und Auswahlverfahren gestaltet sich wie folgt: Interessierte richten ihre Bewerbung um einen Ausbildungsplatz an:  
Römisch-Germanisches Zentralmuseum
Ernst Ludwig Platz 2
55116 Mainz  

Zugangsvoraussetzungen sind:   

- Allgemeine Hochschulreife (§ 65 Abs. 1 HochSchG) 
- Abgeschlossene handwerklich-technische Berufsausbildung mit deutlich feinmanueller Orientierung oder vergleichbar lange - d.h. mindenstens zweieinhalbjährige einschlägige - Restaurierungspraktika, etwa in Museen und/ oder in der Bodendenkmalpflege

Gemäß Landesverordnung über die fachbezogene Berechtigung beruflich qualifizierter Personen zum Universitätsstudium (BUStudVO) gibt es für BewerberInnen ohne Allgemeine Hochschulreife Sonderregelungen für einen Zugang zum Studium (s.u.).    

Die Bewerbungsunterlagen sollen ein vollständiges, lückenloses und möglichst aussagekräftiges Bild des schulischen und beruflichen Werdeganges des Bewerbers/ der Bewerberin liefern und sollen enthalten:   
Lebenslauf
Beglaubigte Kopie vom Abiturzeugnis bzw. Fachhochschulreife beglaubigte Kopien von Abschlusszeugnis berufsbildender Schulen und Gesellenprüfung
Als Ersatz für eine handwerkliche Ausbildung: Nachweise mindestens zweieinhalbjähriger Restaurierungspraktika mit detaillierter Beschreibung durchgeführter Tätigkeiten und selbst angefertigten Dokumentationen. Gegebenenfalls Nachweise für Zusatzqualifikationen, wie beispielsweise unterschiedliche Praktika, Immatrikulationsbescheinigungen bei geleisteten Studienzeiten usw.

Wünschenswert sind neben Zeugnissen vor allem persönliche Beurteilungen durch Ausbilder und Arbeitgeber  

Sonderregelungen:
Im Falle eines Fachoberschulabschlusses ist neben der handwerklichen Ausbildung zusätzlich eine zweijährige Berufspraxis nachzuweisen
Im Falle fehlender allgemeiner Hochschulreife kann das Studium nur aufgenommen werden, wenn eine "fachbezogene Berechtigung beruflich qualifizierter Person zu einem Universitätsstudium nach BUStudVO" bei der Johannes Gutenberg-Universität Mainz beantragt und bescheinigt wurde. Voraussetzungen dafür sind: ein Berufsabschluss mit einer Durchschnittsnote von mindestens 2,5, eine der Ausbildung folgende zusätzliche zweijährige Berufspraxis und ein hinreichender Zusammenhang zwischen erlerntem Beruf und gewünschten Studiengang.
(Informationen dazu erhalten Sie im Studierendensekretariat der Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

Ein Meisterbrief zählt wie ein Fachabitur.

Bewerbungsschluss ist jeweils der 31.12. des dem Studienbeginn vorangehenden Jahres.  

Das Anforderungsprofil umfasst neben feinmanuellem Geschick, hoher persönlicher Motivation, Kommunikations- und Ausdrucksvermögen, geschichtlichem Interesse, künstlerischem Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein, in besonderem Maße auch chemisches Grundwissen sowie Interesse an Naturwissenschaften und Technik.  

Aus allen Bewerbern/ Bewerberinnen werden aufgrund der eingereichten Bewerbungsunterlagen und eines Vorstellungsgespräches in enger Kooperation mit der Johannes Gutenberg-Universität die fünf Kandidaten/ Kandidatinnen mit den besten Voraussetzungen ausgewählt. Diese erhalten einen Vertrag für ein dreimonatiges Vorpraktikum in den Restaurierungswerkstätten des RGZM, das der individuellen Eignungsüberprüfung dient. Dieses Praktikum findet in jedem Jahr vom 01. Juni bis zum 31. August statt. Die erbrachten Leistungen im Praktikum werden undifferenziert beurteilt, d.h. "mit Erfolg" bzw. "ohne Erfolg". Bei erfolgreicher Absolvierung wird dann ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen, der zur Einschreibung in den Studiengang berechtigt, ein Einschreiben in den Studiengang ist ohne Ausbildungsvertrag mit dem RGZM nicht möglich. Bei nicht erfolgreicher Absolvierung erhält der Praktikant/ die Praktikantin lediglich eine Bescheinigung über das Praktikum. Das Studium beginnt in jährlichem Turnus jeweils zum Wintersemester.
BewerberInnen, die sich im Auswahlverfahren nicht durchsetzen konnten, werden auf eigenen Wunsch in den Bewerberpool des folgenden Jahres aufgenommen und können sich somit erneut bewerben. 

Rückblick

Das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) war von 1963 bis zur Einrichtung erster entsprechender Fachhochschulstudiengänge in den Achtziger Jahren das einzige Institut, an dem eine Ausbildung zum Restaurator im Fachbereich Archäologie möglich war. Die Ausbildung erfolgte nach Richtlinien, die vom RGZM im Auftrag des Deutschen Museumsbundes mit Vertretern anderer Bereiche des Kunst- und Kulturgüterschutzes modellhaft entwickelt wurden. Die Mainzer Restauratorenausbildung genießt in Fachkreisen hohe Anerkennung und die im Verlauf der Jahre ausgebildeten fast 200 AbsolventInnen bilden den Kern der heute in Deutschland im Fachbereich Archäologie tätigen RestauratorInnen.  

Das Berufsfeld Restaurierung/ Konservierung hat sich in der jüngsten Vergangenheit stark in Richtung eigenständige wissenschaftliche Disziplin verändert. Mit der fortschreitenden Akademisierung der Restauratorenausbildung auf nationaler und internationaler Ebene wuchs auch der Druck auf bestehende nicht-akademische Ausbildungsgänge, sich diesen Veränderungen der Ausbildungslandschaft anzupassen.  

Mit der Aufnahme in das BLK-Modellversuchsprogramm „Weiterentwicklung dualer Studienangebote im tertiären Bereich“ eröffnete sich im Jahr 2005 erstmals eine realistische Chance, die bestehende enge Zusammenarbeit zwischen RGZM und Johannes Gutenberg-Universität in den Bereich „Restauratorenausbildung“ zu erweitern und dabei die unterschiedlichen Aufgaben und Interessen von RGZM und Universität bei einer „gemeinsamen“ Restauratorenausbildung zu verbinden und die starke Praxisbezogenheit der Mainzer Restauratorenausbildung zu bewahren. In Zusammenarbeit  mit dem Fachbereich 07 – Geschichts- und Kulturwissenschaften – der Johannes Gutenberg-Universität wurde ein neuer grundständiger und dualer Bachelor-Studiengang „Archäologische Restaurierung“ entwickelt, an dem auch die Institute für Geowissenschaften und Kernchemie (beide Fachbereich 09) beteiligt sind.  

Die Einrichtung des dualen BA-Studienganges „Archäologische Restaurierung“ wurde im Dezember 2006 vom Senat der Johannes Gutenberg-Universität einstimmig beschlossen. Der Studiengang wurde im Juli 2007 akkreditiert und begann mit dem Wintersemester 2007/2008.

Im Sommer des Jahres 2010 erfolgte ein Aufruf seitens des Dekanats, die neu gestaltete BA Studiengänge an der Johannes Gutenberg-Universität im Lichte der ersten Erfahrungen kritisch zu überprüfen und gegebenenfalls Änderungen durchzuführen. Auch der duale BA Studiengang Archäologische Restaurierung wurde dabei einer Revision unterzogen, die mit den Studierenden und Lehrenden abgestimmt wurde und deren Ziel es war, den Studiengang von überflüssigen Studienleistungen zu entfrachten und durch eine Neugestaltung der Module zu optimieren. Die geplanten Änderungen sind von den verantwortlichen Gremien der Johannes Gutenberg-Universität beschlossen worden und sind zum WS 2011/2012 in Kraft getreten.

  • pdf-Download des neuen Rahmenstudienplan hier
  • pdf-Download des neuen Modulhandbuches hier

 

Studienführer der Uni Mainz

http://www.archaeologie.geschichte.uni-mainz.de/

Ausblick

Da es sich hier um einen neu konzipierten Studiengang handelt, ist eine Konzeption als konsekutiver Studiengang mit Master-Aufbaustudiengang erst nach einer „Prüfung“ des Arbeitsmarktes auf Bedarf sowie der Ausbildungsressourcen der beteiligten Institute möglich. Aufgrund einer ersten Einschätzung der an diesem Projekt  beteiligten Fachvertreterinnen und -vertreter besteht eine grundsätzlich günstige Prognose für die Einrichtung eines Master-Aufbaustudiengangs.

Information&Bewerbung

Restaurierungswerkstätten
Römisch-Germanisches Zentralmuseum
Ernst Ludwig Platz 2
55116 Mainz

Tel.: +49 (0) 6131/ 9124-113
Fax: +49 (0) 6131/ 9124-199


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