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Veitsberg, Mauer- und Erdbefunde in Schnitt 1 im Grabungszustand 2010. (Foto P. Wolters/L. Werther) Fortsetzung der Ausgrabungen in Unterfranken

Ab 11.07. werden die 2010 begonnenen archäologischen Untersuchungen der Universität Jena am Veitsberg (Unterfranken) fortgesetzt. Ein internationales Team aus Studenten der Universitäten Jena, Halle und Budapest unter Leitung der Mittelalterarchäologin Petra Wolters wird bis zum 19.08 die Abschnittsbefestigung untersuchen. Die Ausgrabungen, die in Kooperation mit dem RGZM im Rahmen des Forschungsprojektes „Reiterkrieger, Burgenbauer“ erfolgen, werden von Lukas Werther wissenschaftlich betreut und koordiniert und stehen unter der Gesamtleitung von Prof. Dr. P. Ettel. Durch die Teilnahme von Stipendiatinnen aus dem ungarischen Teil des Forschungsprojektes „Reiterkrieger, Burgenbauer“ sind die Feldarbeiten ein wichtiger Beitrag der Vernetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Hauptfinanzierung erfolgt dankenswerterweise wie bereits 2010 durch die Stadt Bad Neustadt a.d. Saale sowie die Gemeinden Hohenroth und Salz und die Grabungen erfolgen in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Ziel der diesjährigen Untersuchungen ist es, die 2010 erfassten hervorragend erhaltenen frühmittelalterlichen Bau- und Erdbefunde, darunter zahlreiche aufwändige Steinbauten, im Bereich der bestehenden Schnitte vollständig zu ergraben. Zur Klärung von Befundzusammenhängen, Datierungen und funktionalen Fragen der einzelnen Steinbefunde sollen kleinflächige Erweiterungen an die bisher bestehenden Schnitt angefügt werden. Ergänzend stehen Ergebnisse von Magnetik- und Radarmessungen zur Verfügung, um die Befunde in die Gesamttopographie einzuordnen.

Im Fokus stehen dieses Jahr neben der ungarnzeitlichen Wall-Graben-Befestigung des 10. Jahrhunderts die älteren Wehr- und Repräsentativbauten, darunter eine mächtige Wehrmauer und ein apsidenartiger Mauerzug. Von großer Bedeutung ist auch die Frage der Nachnutzung der Anlage ab der Mitte des 10. Jahrhunderts, von der unter anderem große gewerblich genutzte Ofenanlagen Zeugnis ablegen. Eine wichtiges Ziel der Untersuchungen ist es außerdem, aus den zahlreichen gut erhaltenen Brand-, Planier-, und Kulturschichten Probenmaterial für botanische, zoologische und bodenchemische Untersuchungen zu gewinnen, die weitere Aufschlüsse zur Nutzungsgeschichte des Platzes geben werden. Dadurch steht eine breite Quellenbasis zur Verfügung, um den Strukturwandel der Befestigung und ihres Umlandes vor dem Hintergrund der tiefgreifenden regionalen und überregionalen Veränderungen und Krisen im 10. Jahrhundert zu analysieren.

>> zum Internet-Blog der Ausgrabung am Veitsberg: http://veitsberg.blogspot.com/

>> Tagung zum Thema Zentralorte im frühmittelalterlichen Süddeutschland
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