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Neue Forschungen zum Leben im Byzantinischen Reich

Internationale Tagung der Byzantinischen Archäologie Mainz, 3. bis 6. Juni 2010

Vom 3. bis 6. Juni 2010 fand in Mainz eine internationale Tagung der Forschungskooperation Byzantinische Archäologie Mainz (BAM) unter dem Titel„Hinter den Mauern und auf dem offenen Land: Neue Forschungen zum Leben im Byzantinischen Reich“ statt. Wissenschaftler aus USA, Deutschland, Österreich und Griechenland stellten einen zentralen Aspekt byzantinischer Kultur in den Mittelpunkt: Das alltägliche Leben der Einwohner in der Stadt und in der ländlichen Provinz.

Fragen nach dem Verhältnis von Stadt und Land und dem sich darin spiegelnden Alltagsleben waren bislang selten das Thema großer Konferenzen zu Byzanz. Die Tagung „Hinter den Mauern und auf dem offenen Land: Neue Forschungen zum Leben im Byzantinischen Reich“ stellte diesen Aspekt der byzantinischen Kultur in den Fokus. Vom 3. bis 6. Juni diskutierten Wissenschaftler im Erbacher Hof Fragestellungen zum alltäglichen Leben der Einwohner des aus dem oströmischen Reich hervorgegangenen Imperiums. Zum Leben in der Stadt und zum Leben in der ländlichen Provinz. Eine eigene Sektion widmete sich der Hauptstadt Konstantinopel.

Die Vorträge behandelten die Infrastruktur, die Topographie, aber auch die nachbarschaftlichen Verhältnisse der Bewohner. Thematisiert wurde daneben das urbane Leben in anderen städtischen Zentren wie Ephesos und in den übrigen Provinzen des byzantinischen Reiches. Dafür konnten Prof. Dr. John Haldon (Princeton) und PD Mag. Dr. Sabine Ladstätter (Wien) gewonnen werden, deren Abendvorträge zu den Höhepunkten der Tagung zählten.

In weiteren Beiträgen wurden der Alltag und das soziale Miteinander in den ländlichen Gebieten des Byzantinischen Reiches und in speziellen Lebensbereichen, z. B. Handwerk und Klosterleben, besprochen. Der chronologische Rahmen war weit gesteckt und umfasst Beispiele aus dem ganzen byzantinischen Jahrtausend von der Spätantike bis in die spätmittelalterliche Zeit.

Den großen Erfolg der Tagung brachte Prof. Dr. Johannes Koder (Wien) in seinem abschließenden Résumé folgendermaßen auf den Punkt: „Der Anspruch der Tagung, die verschiedenen Institutionen und Disziplinen mit Ihren spezifischen Methoden zusammen zu bringen, um ein kohärentes Bild der Lebenswirklichkeit in Byzanz zu gewinnen, ist aufs Beste gelungen“.

Die Byzantinische Archäologie Mainz (BAM) besteht seit 2006 als Kooperation der Johannes Gutenberg-Universität und des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM). Neben der Durchführung von Projekten zur Erforschung von Archäologie und Geschichte des Byzantinischen Reiches widmet sich die Kooperation auch der Vernetzung der international mit Byzanz befassten WissenschaftlerInnen und veranstaltet in regelmäßigen Abständen Tagungen zu einschlägigen Themen. Nach 2006 und 2008 war Mainz daher wieder Schauplatz einer mehrtägigen Konferenz.

Das Alltagsleben in Byzanz ist ebenfalls zentraler Aspekt der Ausstellung „Byzanz – Pracht und Alltag“, die noch bis zum 13. Juni in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn zu sehen ist. Begleitend zu dieser Ausstellung, die vom RGZM und der Bundeskunsthalle gemeinsam erarbeitet und von Gen.-Dir. Prof. Dr. Falko Daim kuratiert wurde, fand die Tagung in Mainz statt. An deren letztem Tag führte eine Exkursion die Teilnehmer zur Ausstellung nach Bonn.

Daten zum byzantinischem Begleitband

Falko Daim u. Jörg Drauschke (Hrsg.)
Byzanz – das Römerreich im Mittelalter
Monographien des RGZM Band 84
Teil 1: Welt der Ideen, Welt der Dinge
495 S., zahl. farb. Abb. und Ill.
ISBN 978-3-88467-153-5
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Informationen
Dr. Jörg Drauschke
Römisch-Germanisches Zentralmuseum
Ernst-Ludwig Platz 2
D-55116 Mainz
drauschke(at)rgzm.de

ries(at)rgzm.de