Herrschergräber der Antike

Ernst Künzl: Monumente für die Ewigkeit

Unter den Sieben Weltwundern des Altertums befanden sich zwei Königsgräber, die Pyramiden bei Gizeh und der riesige Grabbau eines Kleinkönigs in Westkleinasien – Maussollos von Halikarnassos –, der dieser Architekturgattung den Namen gab: Mausoleum. Die Lage eines Königsgrabes und die Gegenwart der sterblichen Überreste berühmter Herrscher der Vergangenheit unterstützten die Politik vor Ort: So wurde der 323 v. Chr. in Babylon verstorbene Alexander der Große im ägyptischen Alexandria bestattet, womit sein General Ptolemaios die von gegründete Dynastie der Ptolemäer legitimierte.

Alexander selbst hatte mit seinem Besuch am Grab des Achilleus vor Troia den Brauch des Heroen- und Herrschergrabbesuchs eröffnet. Alexanders Grab wiederum wurde zum Wallfahrtsort römischer Feldherrn und Kaiser. Mit den immensen Rundgräbern des Augustus und des Hadrian in Rom knüpften die Kaiser an die Gräber Alexanders des Großen wie der Helden vor Troia an. Die spätantiken Kaisergräber waren außerdem als Kuppelbauten architektonische Meisterleistungen. Auf germanische Fürsten und Könige wirkten die römischen Gräber als Vorbilder: Man ließ sich von der Lage an Flussufern und Meeresküsten inspirieren. Die Wende kam mit Kaiser Constantin und seiner Grabstätte in Konstantinopel (337 n. Chr.): Seit Constantin und seit Chlodwig in Paris wurden die Herrscher in Kirchen begraben, was im christlichen Europa über mehr als anderthalb Jahrtausende der Brauch blieb. Erst das 20. Jahrhundert erlebte dann die Rückkehr der antiken Herrschermausoleen.

Ernst Künzl
Monumente für die Ewigkeit - Herrschergräber der Antike

Monographien des RGZM, Band 89
1. Auflage 2011, 132 Seiten, 150 meist farbige Abb., 21x28cm, Hardcover, fadengeheftet
ISBN 978-3-88467-176-4, € 24,95 

zum Online-Shop


Nachrichten

Weitere Nachrichten ->