Vom Birkenpech bis zum Sekundenkleber

Götter, Kleber und Gelehrte

Einladung zu einem Themenabend am 4. März 2010 um 19 Uhr im Museum für Antike Schiffahrt des RGZM

Es begrüßen

Prof. Dr. Gerhard Wegner, emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für Polymerforschung

Univ.-Prof. Dr. Falko Daim, Generaldirektor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums

Es sprechen
Prof. Dr. Ulrich (Ueli) W. Suter, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
Dr. Olaf Jöris,
Dr. Christian Miks,
Dr. Ronald Bockius,
Dr. Antje Kluge-Pinsker, Archäologen am Römisch-Germanischen Zentralmuseum

In einer gemeinsamen Veranstaltung des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) und des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung wird die historische Entwicklung der Kunststoffe, insbesondere der Klebstoffe, aus Sicht des Chemikers und des Archäologen beleuchtet und ihre Bedeutung für die Zivilisation diskutiert.
Kunststoffe, so genannte Polymere, werden häufig nur im negativen Licht der Umweltproblematik betrachtet. Dabei sind sie wahre Multitalente und begeistern Forscher und Archäologen gleichermaßen.  So sind sie beispielsweise im restauratorischen Betrieb unverzichtbar – ob als Abformmaterialien oder zum Kleben. Und auch unsere Vorfahren erzeugten in der Steinzeit künstliche Klebestoffe, um Werkzeuge zusammenzusetzen.
Im Laufe des Abends im Museum für Antike Schiffahrt des RGZM werden diese frühen Entwicklungen der Kunststoffe eindrucksvoll mit Beispielen aus der Archäologie belegt und ihre Chemie offengelegt. Schon in der Altsteinzeit wurden Klebstoffe für die Herstellung von beispielsweise Pfeilen benutzt und in der Antike Klebstoffe für Holz und Dichtmassen für Schiffe, die aus chemisch modifizierten Naturstoffen bestanden. Die Entwicklung derartiger Vorläufer der Kunststoffe wird bis zum dramatischen Entwicklungsschub der synthetischen Kunststoffe in den letzten zwei Jahrhunderten an Beispielen und mit Erläuterung der chemischen Hintergründe aufgezeigt. Schließlich kann die Frage gestellt werden, ob eine moderne Zivilisation überhaupt ohne Kunststoffe auskommen kann, und wie mit ihnen umgegangen werden sollte.

Im Anschluss laden wir zu einem kleinen Empfang mit Weinen aus Rheinhessen.