8. Mai - 4. Dezember 2012
Vortragsreihe Weißenthurm 2012
Im Mai 2012 startete die archäologisch-historische Vortragsreihe über die Vergangenheit im Gebiet der Verbands- gemeinde Weißenthurm. Sie wird organisiert vom Forschungsbereich Vulkanologie, Archäologie und Technik- geschichte Mayen in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Weißenthurm.
Veranstaltungsort: Ratssaal der VG Weißenthurm, Kärlicher Str. 4, 56575 Weißenthurm
4. Dezember 2012, 18 Uhr
»Der Vulkanpark. Von der Ausgrabung zur Präsentation«
Dr. Holger Schaaff, VAT
Ein Vulkangebiet mitten in Deutschland – ruhend, aber nicht erloschen. Vor gerade einmal 13.000 Jahren entstand im Landkreis Mayen-Koblenz durch den Ausbruch des Laacher-See-Vulkans Deutschlands jüngste Landschaft. Die 1996 gegründete Vulkanpark GmbH ist eng mit dem Forschungsbereich Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte des Römisch- Germanischen Zentralmuseums Mainz verknüpft. Zusammen haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, die erd-, kultur- und technikgeschichtlichen Denkmäler der Region von europäischer Bedeutung zu erforschen und zu dokumentieren, die Ergebnisse aufzubereiten und der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Zu ihren Aufgaben gehört es, die Sehenswürdigkeiten im Gelände zugänglich zu machen und attraktiv zu erläutern.
Anhand einiger der rund zwanzig Landschaftsdenkmäler und Infozentren soll gezeigt werden, wie wissenschaftliche Arbeit nicht nur für den Tourismus erschlossen werden kann, sondern auch als Quelle zur Gestaltung der heutigen und zukünftigen Landschaft dient
Weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer der Veranstaltungsreihe: zum Download klicken Sie bitte hier
Vergangene Vorträge
6. November 2012, 18 Uhr
»Von den ersten Bauern. Die Archäologie der Altsteinzeit in der Verbandsgemeinde Weißenturm«
Dr. Stefan Wenzel, VAT
Es werden drei bedeutende altsteinzeitliche Fundplätze auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde Weißenthurm vorgestellt, welche wesentliche Stationen der Menschheitsgeschichte repräsentieren: ein 400.000 Jahre alter fossiler See mit Werkzeugen von Frühmenschen aus der Tongrube Kärlich, 150.000 Jahre alte Lagerplätze von Neandertalern auf dem Schweinskopf- Vulkan bei Bassenheim, ein Jagdlager von Hirschjägern aus der Zeit vor dem Ausbruch des Laacher-See-Vulkans vor 13.000 Jahren bei Kettig.
17. Oktober 2012, 18 Uhr
»Jagd-Schloss in Kärlich und seine Parkanlagen«
Winfried Henrichs, Leiter des Stadtmuseums Mülheim-Kärlich
Fast spurlos verschwunden ist das ehemalige Jagd-Schloss der Trierer Kurfürsten in Kärlich. Über Jahrhunderte wurde es mit seinen ausgedehnten Parkanlagen von den in Koblenz residierenden Herrschern als beliebter Erholungsort genutzt. Zeitweise war hier auch die Zentrale der kurtrierischen Jagdverwaltung.
Heute findet man fast keine Spuren mehr von dem ehemaligen Kärlicher Schloss, das erstmals 1344 als “Wasserburg“ erwähnt wird und als Renaissance-Gebäude 1794 endgültig zerstört worden ist. Die lange und facettenreiche Geschichte soll in dem Vortrag nachgezeichnet werden.
4. September 2012, 18 Uhr
»Die römischen Töpfereien ›Am Guten Mann‹. Der Erfolgsschlager ›Urmitzer Ware‹«
Dr. Sibylle Friedrich, VAT
Archäologische Funde aus den letzten 150 Jahren zeigen, dass in Weißenthurm ein wichtiges Produktionszentrum für die Herstellung qualitätvoller Gebrauchskeramik bestand.
Ab dem frühen 2. Jahrhundert nach Christus wurde in den römischen Töpfereien zwischen Urmitz und Weißenthurm rauwandiges Geschirr angefertigt. Grundlagen bildeten die heute noch genutzten Tonvorkommen um Kärlich.
8. Mai 2012, 18 Uhr
»Caesars Rheinübergang und die Anfänge der römischen Zeit in der Verbandsgemeinde Weißenthurm«
Dr. Sibylle Friedrich und Kuno Menchen, VAT
Eingebettet in ein musikalisches Rahmenprogramm des Streichensembles des Gymnasiums Mülheim-Kärlich folgten über 130 interessierte Zuhörer den Ausführungen der Archäologin und des Archäotechnikers.
Die anschließende Fragerunde fand in einer offenen und diskussionsfreudigen Atmosphäre statt, die mit den Worten des ehemaligen Leiters der Landesarchäologie Koblenz - GDKE Rheinland-Pfalz, Herrn Dr. Hans-Helmut Wegner endete: „Weiterforschen ist immer gut.“ Hausherr Verbandsbürgermeister Georg Hollmann, zeigte sich tief beeindruckt über das große Interesse der Bevölkerung.
5. Juni 2012, 18 Uhr
»Krieg und Frieden in der Jungsteinzeit – Das Urmitzer Erdwerk und die Michelsberger Kultur im Mittelrheingebiet«
Prof. Dr. Detlef Gronenborn, RGZM
Im Vortrag wird die Michelsberger Kultur mit ihren großen befestigten Siedlungsanlagen wie Urmitz oder dem Kapellenberg in ihrer Zeit vorgestellt und mit möglichen historischen Parallelen aus Nordamerika und Neuseeland verglichen.
15. August 2012, 18 Uhr
»Vom Frankenkönig König Childerich bis zu Karl dem Großen. Die Verbandsgemeinde Weißenthurm im Frühmittelalter«
Dr. Lutz Grunwald, VAT
In dem Vortrag wird die Besiedlungsgeschichte im Bereich der Verbandgemeinde Weißenthurm vom Ende der römischen Zeit bis in das Frühmittelalter vorgestellt. Die Ausführungen beginnen während der Regentschaft des im Jahr 482 verstorbenen Frankenkönigs Childerich und enden mit der Herrschaft des im Jahr 800 in Rom zum Kaiser gekrönten Karl dem Großen im 9. Jahrhundert.
