Forschungsprojekt: Reiterkrieger, Burgenbauer

Die frühen Ungarn und das "Deutsche Reich" vom 9. bis zum 11. Jahrhundert

Werla und das Nördliche Harzvorland / Markus C. Blaich 

 

Werla und das Nördliche Harzvorland sind als eigene Regionalstudie in das am Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz verankerte Forschungsprojekt „ReiterkriegerBurgenbauer. Die frühen Ungarn und das Deutsche Reich“ eingebunden.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen dabei drei Aspekte:

a) Wie ist Werla in das Netz der zahlreichen, zeitgleichen Befestigungsanlagen entlang der Oker eingebunden? Dabei gilt es vor allem zu prüfen, welche Rolle der Anlage vor Gründung der späteren Pfalz zukommt. Kann für das Harzvorland tatsächlich von einem strukturierten, absichtsvoll geplanten System von Verteidigungsanlagen ausgegangen werden? Und wenn ja, welchen Charakter besaßen diese Befestigungen?

b) Welche kurz- und mittelfristigen Auswirkungen hatten Bau und Unterhalt der Pfalz für die Umgebung? Hier stehen zunächst Überlegungen zum Baugeschehen und der Ressourcennutzung im Mittelpunkt. Darauf aufbauend sollen Ergebnisse zu möglichen Veränderungen in der Landschaft und damit zu den Folgen für die breite Bevölkerung gewonnen werden.

c) Die archäologischen Ausgrabungen in Werla standen vor allem in ihrer Frühphase sehr stark unter dem Eindruck einer nationalistischen, die Bedeutung Heinrichs I. stark überhöhenden historischen Betrachtungsweise. Die Ergebnisse der Grabungen fanden breiten Eingang sowohl in die archäologische als auch die historische Literatur, ohne dass entsprechenden Prämissen je kritisch beleuchtet wurden. Parallel zur Neubewertung der bisherigen Grabungen gilt es daher, die Rezeptionsgeschichte der Grabungen zu betrachten.

Zur Homepage der Kaiserpfalz Werla.