öffentlicher Vortrag 

Römische Tuffbergwerke sind häufig der Grund für gefährliche Bergschäden in den Tälern rund um den Laacher See-Vulkan; Foto: H. Schaaff/RGZM.

Römische Tuffbergwerke sind häufig der Grund für gefährliche Bergschäden in den Tälern rund um den Laacher See-Vulkan; Foto: H. Schaaff/RGZM.


4. April 2017, 18:15 Uhr

RGZM | Römisch-Germanisches Zentralmuseum
im Kurfürstlichen Schloss
Ernst-Ludwig-Platz 2
55116 Mainz

Vortragssaal

Übersicht Wintervorträge 2017 (PDF)

 

 


Einstürzende Neubauten – Römischer Bergbau am Laacher See-Vulkan und seine Folgen in der Gegenwart

Schon seit Jahrzehnten gewähren die Wintervorträge einem Interessierten Publikum Einblick in die aktuellen Forschungen am RGZM. Auch 2017 möchten wir Sie wieder mit Vorträgen über einige unserer Arbeiten informieren. Die Veranstaltungsreihe "Wintervorträge" wird ausgerichtet von der Gesellschaft der Freunde des RGZM.

Vortrag von Holger Schaaff

Einstürzende Neubauten: Die Einen denken an »Pfusch am Bau«, die Anderen an Erdbeben, Krieg oder andere Katastrophen in Neubaugebieten. Dritte wiederum erinnern sich an eine Berliner Band der 1980/90er Jahre. Aus archäologischer Sicht können damit aber auch Häuser, Kirchen, Straßen und auch Eisenbahntrassen am Fuße des Laacher See-Vulkans gemeint sein, die dem viel älteren römischen Bergbau zum Opfer fielen, ganz egal ob sie gerade errichtet worden waren oder schon Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte bestanden.

Im Landkreis Mayen-Koblenz sind viele solcher Bergschäden bekannt. Die Geschichte beginnt spätestens mit dem Eisenbahnbau 1878/79 bei Kruft und reicht mit der Erschließung eines Neubaugebietes bei Kretz bis in die jüngste Zeit hinein. Allerdings waren nicht nur die Römer an allem Schuld, auch der neuzeitliche Abbau in den »alten Trass-Gruben« von Plaidt wirkt bis heute nach. Auch wusste mancher das unterirdische Erbe im Tal des Krufter Baches gewinnbringend zu nutzen.

Der Vortrag fasst diese spannenden Geschichten zusammen und erläutert wie Archäologen mit den Bergschäden umgehen und welcher Nutzen daraus entstehen kann.