Neues aus der Forschung 

Randfragment einer Knickwandschalte aus der Michelsberger Kultur; Foto: J.Vorrath / Stadt Hofheim (2016).

Ausgrabung am Kapellenberg bei Hofheim am Taunus: Entdeckte Feuerstelle; neolithischer Befund der Michelsberger Kultur; Fundort: Kapellenberg Hofheim (MTK); Foto: J. Nowaczek/RGZM (2017).

Ausgrabung am Kapellenberg bei Hofheim am Taunus. Entdeckte Feuerstelle (Nahaufnahme); neolithischer Befund der Michelsberger Kultur; Fundort: Kapellenberg Hofheim (MTK); Foto: J. Nowaczek/RGZM (2017).

Ausgrabung am Kapellenberg bei Hofheim am Taunus; Foto: J.Vorrath / Stadt Hofheim (2016).

Hausgrundriss und Rekonstruktion aus der Grabung 1975 nach Rolf Kubon; Grafik: Gronenborn, Ober / RGZM (2013).



Grabung am Kapellenberg

Vom 4. bis zum 15. September erfolgte die diesjährige archäologische Grabungskampagne auf dem Kapellenberg bei Hofheim am Taunus. Auf der etwa 45 Hektar großen Wallanlage des 6000 Jahre alten, jungsteinzeitlichen Fundplatzes sind weitere Spuren menschlicher Aktivität festgestellt worden: Im Inneren der Wallanlage, im Bereich des Plateaus und nördlich des Meisterturms, finden Archäologen eine Feuerstelle und vermuten Überreste eines Hauses. Die Kampagne ist Teil einer langjährigen Kooperation zwischen dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM), der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), der hessenARCHÄOLOGIE und der Stadt Hofheim. Das Grabungsteam unterstützten Studierende der Johannes Gutenberg-Universität und der Goethe-Universität Frankfurt.

„Wir haben dieses Jahr vermutlich eine Steinkonzentration sowie eine große Menge an Keramik und Brandlehm finden können. Die bisherigen Ergebnisse stärken unsere Vermutung, dass es sich um Überreste eines Hauses handelt“, berichtet der örtliche Grabungsleiter Jonas Nowaczek und ergänzt „bei einer Ausgrabung in den 1970er Jahren ist ganz in der Nähe ein Hausgrundriss der Michelsberger Kultur gefunden worden. Dies galt es mit neuen Ergebnissen zu überprüfen.“  

Schon im letzten Jahr sind eindeutige Hinweise auf ehemalige Bauten gefunden worden, wie sie auch in der Untersuchung im Jahre 1975 beschrieben worden sind. Dieses Jahr intensivierte die das Archäologen-Team die Suche nach Überresten von menschlichen Aktivitäten und erweiterte die Grabungsflächen von 2016. “Erfreulicherweise bestätigte sich der Eindruck: Altersmessungen aus der Grabung vom letzten Jahr zeigen, dass an der Stelle um 3700 v. Chr. Häuser gestanden haben müssen“, so Professor Detlef Gronenborn (RGZM / JGU). Der Archäologe ist seit 2008 Projektleiter der Untersuchungen am Kapellenberg und zu anderen Fundplätzen der Michelsberger Kultur.

Seit 2008: Archäologische Grabungskampagnen auf dem Kapellenberg

Die Forschungen der vergangenen Jahre datieren die Anfänge der umlaufenden und heute noch sichtbaren Wallanlage um 4100 v. Chr. und verzeichnen ihre letzte, heute noch sichtbare Ausbauphase nach 3600 v. Chr. Zahlreiche Oberflächenfunde im Innenraum bezeugen die Existenz einer Siedlung. Diese Innenraumbesiedlung wird seit 2013 an verschiedenen Stellen untersucht. Seit 2008 gräbt das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) und der Arbeitsbereich Vor- und Frühgeschichte des Instituts für Altertumswissenschaften der Johannes-Gutenberg Universität in Mainz in Zusammenarbeit mit der hessenARCHÄOLOGIE, unterstützt von der Stadt Hofheim, am Kapellenberg in Hofheim.

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Das RGZM informiert über den Fortlauf der Untersuchungen unter: www.rgzm.de/kapellenberg