Ausbreitung der Latènekultur in Italien; Karte M. Ober, RGZM.

Latènoide Fibeln aus Kleinasien; Nach U. Schaaff, Eine Mittellatène-Fibel aus Kleinasien. Jahrb. RGZM 17, 1970, 297-300.

Rekonstruktion des spätkeltischen Wagens von Dejbjerg/DK, der auch mit lokalen Beschlägen versehen ist; Nach Petersen 1888, 30.



Keltische Wanderungen, Mobilität und Expansion der Latènekultur im 4. bis 2. Jahrhundert v. Chr.

Das Projekt beruht auf Vorarbeiten aus DFG-Projekten zur Strontiumisotopie an Gräbern aus latènezeitlichen Nekropolen im Kern- und Expansionsgebiet der Latènekultur. Es werden Ausbreitungsmechanismen der Latènekultur von den eher geringen Spuren unterschieden, die mit persönlicher Mobilität oder der Mobilität von sehr kleinen Bevölkerungsgruppen zusammen hängen.

Im Fokus stehen dabei drei Ausbreitungsrichtungen: die keltischen Invasionen in Norditalien, die eine weitere Ausbreitung der Latènekultur nach sich gezogen haben; die Expansion in das Karpatenbecken, die wohl mit Adaptionen der als begehrenswert empfundenen Latèneobjekten und mit Mobilität Einzelner einherging; die Latènisierung der nördlich anschließenden Mittelgebirge im Bereich der Jastorf-Kultur, wo ein stärkerer Einfluss erst in der Spätlatènezeit zu verzeichnen ist. Bei allen drei Entwicklungen kommt es zur Bildung regionaler Phänomene der Latènekultur. Diese sehr komplexen Ausbreitungsmechanismen müssen im Kontext verstanden werden – und frei von forschungsgeschichtlichen Prämissen.