öffentlicher Vortrag 

Frühmittelalterliche Filigranscheibenfibel mit antiker Gemme. Italien, Beginn 7. Jahrhundert (Foto: Metropolitan Museum [Public Domain], geändert v. A. Hilgner).


06.02.2018, 18:15

RGZM | Römisch-Germanisches Zentralmuseum
im Kurfürstlichen Schloss
Ernst-Ludwig-Platz 2
55116 Mainz

Der Vortrag findet im Vortragssaal statt. 
Der Eintritt ist frei!

 

 


Not macht erfinderisch – Wirtschaftskrise im 7. Jahrhundert?

Ein Vortrag von Alexandra Hilgner M.A. und PD Dr. habil. Dieter Quast in der Reihe »Wintervorträge«.

Wir haben uns daran gewöhnt, dass uns Güter aus allen Teilen der Welt stets zugänglich sind; oftmals sind wir von diesen Gütern sogar abhängig. Diese selbstverständliche Nutzung von Fernhandelsgütern ist kein neues Phänomen, denn eine weiträumige Vernetzung findet bereits in der frühen Menschheitsgeschichte statt. Doch wie reagieren Individuen und Gruppen auf das plötzliche Ausbleiben dieser gewohnten Güter? Diese Frage bildete den Schwerpunkt eines internationalen Forschungsprojektes am RGZM. Das „Weltweite Zellwerk“, so der Name des Projekts, beschäftigte sich mit Edelsteinen aus Indien und Sri Lanka, die im späten 5. und im 6. Jahrhundert in enorm großer Anzahl im Merowingerreich verarbeitet wurden und anscheinend allen Bevölkerungsgruppen zugänglich waren. Zwischen Paris und der Schwäbischen Alb findet sich Schmuck, Waffenbeschläge, ja selbst Zaumzeug mit derartigen Steineinlagen. Doch im späten 6. Jahrhundert brach die Zufuhr zusammen. Diese „Notsituation“ machte in ganz unterschiedlicher Weise erfinderisch.

Zur Reihe »Wintervorträge«

Schon seit Jahrzehnten gewähren die Wintervorträge einem Interessierten Publikum Einblick in die aktuellen Forschungen am Römisch-Germanischen Zentralmuseum. Auch 2018 möchten wir Sie wieder mit Vorträgen über einige unserer Arbeiten informieren. Die Veranstaltungsreihe wird ausgerichtet von der Gesellschaft der Freunde des RGZM. Einen Überblick über alle Termine finden Sie hier.