öffentlicher Vortrag 

Nickenich. Das Nischengrabmal ist ein herausragendes Beispiel der Übernahme römischer Begräbnissitten einer einheimischen Familie; Foto: B. Streubel/RGZM.


21.11.2017, 18:00

Ratssaal der VG Weißenturm
Kärlicher Str. 4
56575 Weißenthurm

Eintritt frei!


Römische Bestattungsrituale – vom Umgang der Lebenden mit den Toten

Was war in einem Sterbefall zu tun? Was schrieb das Gesetz vor, was die Religion und was sagte das Herz? Wie gingen die Römer mit ihren Verstorbenen um? Für die Hinterbliebenen war es Aufgabe und Pflicht, die Verstorbenen zu begraben. Diese Bestattungsplätze lagen immer außerhalb der Siedlungen. Entlang der Straßen reihten sich oft kilometerweit Gräber aneinander.

Referentin: Dr. Sibylle Friedrich (RGZM / VAT)

Dabei entstanden weithin sichtbare Grabanlagen mit Umfassungsmauern oder meterhohe Pfeilergrabmäler. Es galt die Sitte, den Verstorbenen Beigaben ins Grab mitzugeben. Zusätzlich gedachte man an mehreren Feiertagen im Jahr der Toten. Dabei traf man sich am Grab und „speiste“ mit den verstorbenen Personen. Anhand der Beigaben und der Totenmahlreste erfahren die Archäologen viel über die Bestatteten, vor allem, wenn die obertägige Kennzeichnung mit den Jahrhunderten verloren ging.

 

In römischer Zeit wurden die Toten außerhalb der Siedlungen entlang der römischen Straßen bestattet. Je nach Geldbeutel und Status entstanden – oft schon zu Lebzeiten in Auftrag gegeben – prächtige Grabbauten. Inschriften und Grabbeigaben lassen noch mehr über den Verstorbenen erfahren.

Die diesjährige Vortragsreihe ist allgemeinen römischen Themen gewidmet. Der letzte Vortrag führt Sie in römische Bestattungsrituale ein.

Ein Vortrag aus der archäologisch-historischen Reihe des Römisch-Germanischen Zentralmuseums, Forschungsbereich »Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte« (VAT) und der Verbandsgemeinde Weißenthurm e.V.