öffentlicher Vortrag, WissenschaftsCampus Mainz 

Das koptische Kloster des Anba Hadra in Asuan, Ägypten (Foto: S. Olschok).

Gesamtansicht von Süden (Foto: S. Olschok).

Zwei kleine Öfen im Zentrum der Anlage (Foto: S. Olschok).

Ölmühle mit Mühlstein (Foto: S. Olschok).


05.12.2017, 18:15

RGZM | Römisch-Germanisches Zentralmuseum
im Kurfürstlichen Schloss
Ernst-Ludwig-Platz 2
55116 Mainz

Vortragssaal


für alle

Wirtschaftsanlagen im koptischen Kloster des Anba Hadra (Assuan/Ägypten)

Vortrag von Sebastian Olschok, M.A. (Berlin)

Am Westufer des Nils, gegenüber der südägyptischen Stadt Assuan (antik: Syene), liegt mit dem Deir Anba Hadra das größte und besterhaltene Kloster der Region. Die Anlage wurde zwischen 1924 und 1926 durch den italienischen Architekten Ugo Monneret de Villard ausgegraben und teilweise rekonstruiert. Die Publikation zu diesen Arbeiten umfasste allerdings nur einen kurzen architektonischen Überblick. Seit 2013 wird das Kloster durch ein interdisziplinäres Projekt im Rahmen einer Kooperation des DAI und TOPOI untersucht. Das Ziel ist dabei nicht nur ein besseres Verständnis der religiösen Funktion des Klosters, die Fragestellung umfasst auch die Untersuchung der sozialen und ökonomischen Rolle.

Der Vortrag wird sich mit der Entwicklung des großen Wirtschaftskomplexes des Deir Anba Hadra befassen. Zwischen 2015 und 2017 wurde in diesem Areal durch den Referenten sowohl bauforscherisch (Structure-from-Motion und steingerechtes Aufmaß) als auch archäologisch (Ausgrabungen) gearbeitet. Die bisherigen Resultate zeigen die verschiedenen Bauphasen mit ihren unterschiedlichen Raumnutzungen. Bei der sukzessiven Vergrößerung des Komplexes wurden nicht nur die Räume selbst verändert. Auch unterschiedliche Produktionsanlagen wurden hinzugefügt, erweitert oder abgerissen. Bisher konnten mehr als fünf Öfen und vier Mühlen gefunden werden, einige Installationen sind bisher noch nicht identifiziert.