Neues aus der Forschung 



Neuer Leibniz-Forschungsverbund »Historische Authentizität«

Die Konservierung historischer Spuren erfolgt über vielfältige Wege. Neben der Verortung von Geschichte in den Erinnerungslandschaften von Museen, Gedenkstätten und Denkmälern weisen auch Schulbücher, Karten, TV- bzw. Internet-Dokumentationen auf die sprachliche und kulturelle Bedeutung von Vergangenheit hin. Dabei wird stets um eine „authentische Vergangenheit“ gerungen. Dinge, Orte oder Bilder vermitteln eine vermeintliche historische Authentizität. Aus wissenschaftlicher Sicht ist diese authentische Erinnerung und Überlieferung ein Mythos, aber einer mit hoher gesellschaftlicher Wirkungskraft. Geschichte erfährt eine lebensnahe, massenwirksame, ökonomische sowie politische Nutzung und Nutzbarmachung. Daraus erwächst die Frage nach dem Umgang mit der Vergangenheit für die Zukunft. Was soll erhalten bleiben, was nicht? Was ist authentisch, echt oder original - und wer trifft die Entscheidung darüber?

„Hauptanliegen des Leibniz-Forschungsverbundes „Historische Authentizität“ ist es, die Prozesse und Kräfte des Erinnerns und des Vergessens auszuloten“, sagt Prof. Dr. Martin Sabrow, Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und Sprecher des Forschungsverbundes. Themenschwerpunkte bilden die unterschiedlichen Strategien zur Authentifizierung von Vergangenheit, die Modi der Erinnerung sowie Formen der historischen Ablösung und des Vergessens. Die Ergebnisse sollen in den gesellschaftlichen Diskurs über die Ressource Vergangenheit einfließen und einen reflektierten Umgang mit ihr fördern. Die Diskussionen um die Zukunft der Städte und die Probleme einer fortschreitenden Musealisierung unserer Umwelt sollen dadurch neue Impulse erhalten.

Zusammen mit vier weiteren bisher bewilligten Forschungsverbünden stärkt der Forschungsverbund „Historische Authentizität“ die strategische Ausrichtung der Leibniz-Gemeinschaft auf zentrale und aktuelle Themen von Wissenschaft und Gesellschaft und bündelt die vielfältigen Kompetenzen ihrer Einrichtungen und Partner. So sind am Forschungsverbund „Historische Authentizität“ insgesamt 17 Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft aus drei unterschiedlichen wissenschaftlichen Sektionen beteiligt. Darüber hinaus konnten bereits drei externe Kooperationspartner für die interdisziplinäre Zusammenarbeit gewonnen werden.

(Quelle: idw / Leibniz-Gemeinschaft)

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