Neues aus der Forschung  

Ch. Eckmann und K. Broschat (RGZM), Prof. Dr. Thilo Rehren und S. E. Prof. Dr. Mamdouh El-Damati, Minister für Antiken in Ägypten anläßlich der Wiederausstellung der Totenmaske des Tutanchamun am 16.12.2015 (Foto: A. Amin, EMC).

Goldene Totenmaske des Pharao Tutanchamun nach der erneuten Restaurierung im Dezember 2015 (Foto: RGZM, Ch. Eckmann).

Restaurierungsarbeiten am erneut abgenommenen Bart (Foto: RGZM, Ch. Eckmann).

Prof. Dr. Th. Rehren (UCL), Ch. Eckmann und Katja Broschat (beide RGZM) bei der Untersuchung der Glas- und Steineinlagen so wie der Goldzusammensetzung mittels P-RFA (Foto: RGZM, Ch. Eckmann).



Wissenschaftliche Restaurierung der goldenen Totenmaske des Tutanchamun abgeschlossen

Nach Restaurierungsarbeiten wurde die erneut restaurierte Maske am Abend des 16. Dezember aus dem Restaurierungslabor in ihre Vitrine des Ägyptischen Museums verbracht und kann von Besucherinnen und Besuchern im Museum wieder besichtigt werden.

In den zurückliegenden Wochen konnte die Restaurierung und technologische Untersuchung der Goldmaske des Königs Tutanchamun mit Erfolg durchgeführt und abgeschlossen werden. Dabei wurden entscheidende Befunde zum technischen Aufbau der Maske gewonnen, z.B. gibt es erstmals Erkenntnisse darüber, wie der Zeremonialbart ursprünglich an der Maske befestigt war. Auf dieser Grundlage war es den Restauratoren möglich die Maske im Einklang mit ihrer historischen Identität zu restaurieren und zu konservieren.

Im Herbst 2014 hatte sich die Befestigung des Bartes bei Reinigungsarbeiten in der Vitrine gelöst. Die daraufhin unternommene neue Befestigung des Bartes an der Maske fiel nicht optimal aus. Für die aktuell notwendige Restaurierung und die damit verbundene archäologisch-technologische Analyse hatte der ägyptische Minister für Antiken, Prof. Dr. Mamdouh Eldamaty das Deutsche Archäologische Institut Kairo und das Römisch-Germanische Zentralmuseum Mainz (RGZM) eingeladen.

Dass zu diesem Restaurierungsprojekt an einem der kostbarsten Stücke der ägyptischen Archäologie deutsche Expertise eingeladen wurde zeigt das in jahrzehntelanger, harmonischer und fruchtbarer Zusammenarbeit gewachsene gegenseitige Vertrauen der ägyptischen und deutschen Partner und trägt dazu bei, die lang bewährte Kooperation zwischen Ägypten und Deutschland auf dem Gebiet der Archäologie und Denkmalpflege weiter zu festigen und zu vertiefen.

Das Grab des Königs Tutanchamun

Das Grab des Königs Tutanchamun (um 1330 v.Chr.) wurde 1922 durch den britischen Archäologen Howard Carter als das einzige nahezu unversehrt erhaltene altägyptische Königsgrab im Tal der Könige bei Luxor entdeckt. Die Funde aus dem Grabschatz im Ägyptischen Museum Kairo bilden ein sensationelles Ensemble von Kunstwerken, Ritualobjekten und Gebrauchsgegenständen aus einer Blütezeit des Alten Ägypten. Die Goldene Maske, mit der einst das Antlitz der Mumie des Königs bedeckt war, bildet das Schlüsselwerk dieses Fundes und ist als Hauptwerk der altägyptischen Portraitkunst ein ikonisches Stück der Archäologie weltweit. Die Maske zeigt das Haupt des Königs in vollem Ornat mit Nemes-Kopftuch und königlichem Zeremonialbart. Zum Zeitpunkt des Fundes hatte sich dieser Zeremonialbart bereits von der Maske gelöst, und lange Zeit waren Maske und Bart im Ägyptischen Museum in Kairo getrennt ausgestellt. In den 1940er Jahren wurde der Bart erstmals wieder an der Maske befestigt.

Die Projektpartner

Das Römisch-Germanische Zentralmuseum Mainz als eine führende Instanz der wissenschaftlichen Restaurierung, ist in Konservierungsprojekten weltweit tätig. Das Deutsche Archäologische Institut Kairo führt seit mehr als 100 Jahren Ausgrabungen, Dokumentationsarbeiten und Restaurierungsprojekte in Ägypten durch. Bereits seit 2012 verfolgen beide Institutionen, ebenfalls gefördert durch Mittel des Auswärtigen Amts sowie der DFG, ein Projekt am Ägyptischen Museum Kairo, um Goldblech-Applikationen aus dem Grabschatz des Tutanchamun zu restaurieren. Die Durchführung der Arbeiten an der Totenmaske wurde zu gleichen Teilen durch Mittel aus dem Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amts und einer Sachbeihilfe der Gerda-Henkel-Stiftung ermöglicht. Durch technische Expertise wurde das Projekt durch namhafte Spezialisten auf dem Gebiet der Archäometrie, Prof. Dr. Thilo Rehren, UCL, London und Prof. Dr. Ernst Pernicka, Universität Heidelberg, das Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik der Hochschule Mainz, sowie den Henkel-Konzern unterstützt.

Links:

Die Totenmaske des Tutanchamun – Restaurierung und technologische Untersuchung, 13. Oktober 2015

Beim Barte des Tutanchamun, 5. November 2015

"What the world might discover from the King Tut mask restoration",
8. Dezember 2015

"Goldmaske des Tutanchamun mit deutscher Hilfe restauriert", 
17. Dezember 2015

"Goldene Totenmaske Tutanchamuns wieder öffentlich zugänglich. Restaurierung mit Unterstützung der Gerda Henkel Stiftung",
17. Dezember 2015