Neues aus der Forschung 

Seminar mit des Forschungsfelds „Kulturkontakte“ mit Prof. Hans Peter Hahn am 15. Dezember 2017 im RGZM (Foto: H. Baitinger).

Seminar mit des Forschungsfelds „Kulturkontakte“ mit Prof. Hans Peter Hahn am 15. Dezember 2017 im RGZM (Foto: H. Baitinger).

Seminar mit des Forschungsfelds „Kulturkontakte“ mit Prof. Hans Peter Hahn am 15. Dezember 2017 im RGZM (Foto: H. Baitinger).



RGZM-Forschungsfeld »Kulturkontakte« diskutiert zum Thema »Fremde und Fremdheit« mit Ethnologen Hans Peter Hahn

Fremde, Mobilität, Migration, Integration – das sind Schlagworte, die uns tagtäglich in den Nachrichten begegnen. In unserer globalisierten Welt sind Fremde zu einer geläufigen Erscheinung geworden – und dennoch sind die Reaktionen auf ihre Anwesenheit überaus heterogen, zwischen Willkommenskultur auf der einen und strikter Ablehnung auf der anderen Seite. Der Umgang mit dem Fremden ist ein Themenfeld, das auch für die Archäologie zentrale Bedeutung besitzt.

Seit 2015 veranstaltet das Forschungsfeld »Kulturkontakte« des RGZM regelmäßig Seminare, zu denen Wissenschaftler aus einer anderen Fachdisziplinen als Gastreferenten eingeladen werden. Im Dezember 2017 stand das Thema „Fremde und Fremdheit“ im Mittelpunkt der Diskussion, deren Grundlage der einleitende Vortrag des Ethnologen Prof. Hans Peter Hahn von der Goethe-Universität Frankfurt bildete. Neben dem Kollegium des RGZM nahmen außerdem WissenschaftlerInnen der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts in Frankfurt an der Diskussionsveranstaltung teil.

Auch wenn Herangehensweise, Quellenlage und Methodik in Ethnologie und Archäologie unterschiedlich sind, so zeigen sich in Fragestellung und Thematik doch große Übereinstimmungen, welche die Basis für eine überaus rege und fruchtbare Diskussion bildeten. Der Frankfurter Ethnologe Hans Peter Hahn zeigte in seinem Vortrag die Vielschichtigkeit des Phänomens der »Fremdheit« und eröffnete theoretische Zugänge, die von negativen Bewertungen der Nutzung des Fremdheitsbegriffs über mehrere Zwischenstationen hin zur Produktivität von Fremdheitszuweisungen reichten.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die archäologische Forschung sich terminologischer Probleme des Begriffs »Fremd« bewusst sein muss und aufgrund ihrer dinglichen Quellenbasis methodisch sehr stringent vorzugehen hat, um zu belastbaren Aussagen über den Umgang mit Fremden und Fremdheit zu gelangen, wobei der fächerübergreifende und methodisch breit gefächerte Ansatz als der erfolgversprechendste erscheint.

Ziel der Analyse des Themenfelds »Fremde und Fremdheit« ist es, in einer Langzeitperspektive menschliche Verhaltensweisen besser zu verstehen, die unsere heutige Gesellschaft maßgeblich prägen.