Neues aus der Forschung 

v.l.n.r.: Prof. Dr. Margret Wintermantel, Vorsitzende der Jury, Preisträger Prof. Dr. Kai-Christian Bruhn, Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf und Prof. Dr. Reiner Anderl, Präsident der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz; Foto: Astrid Garth/AdW Mainz.



Verleihung des Akademiepreises des Landes Rheinland-Pfalz an Prof. Dr. Kai-Christian Bruhn

Professor Dr. Kai-Christian Bruhn, Professor am Fachbereich Technik an der Hochschule Mainz, wurde am 5. Dezember 2017 in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur für vorbildhafte Leistungen in Lehre und Forschung mit dem Akademiepreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Kai-Christian Bruhn hat als klassischer Archäologe schon in den 1990er Jahren den Computer auf der Grabung eingeführt und stetig weiter an neuen und innovativen rechnergestützten Methoden der Dokumentation gearbeitet. Als Pionier und Grenzgänger zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen, zwischen Geisteswissenschaften und Informationstechnik, lehrt und forscht er seit 2008 auf der deutschlandweit ersten Professur für raumbezogene Informations- und Messtechnik in der Archäologie an der Hochschule Mainz.

Für den Präsidenten der Akademie, Professor Dr.-Ing. Reiner Anderl, bedeutet die Wahl von Kai-Christian Bruhn »eine Anerkennung für seine großen Verdienste in der Weiterentwicklung der Ausbildung von Geisteswissenschaftlern. Mit der Initiierung des Studiengangs ›Digitale Methodik in den Geistes- und Kulturwissenschaften‹ macht er die Studierenden in den Digital Humanities konkurrenzfähig. Darüber hinaus hat sein institutionenübergreifendes Wirken sich schon in vielen Projekten der Akademie als äußerst fruchtbar erwiesen.«

Minister Konrad Wolf würdigte Kai-Christian Bruhn als einen Wissenschaftler, »der mit Vielseitigkeit und Innovation Richtungweisendes leistet und am Wissenschaftsstandort Mainz neue Impulse setzt. Er hat früh die große Innovationskraft der Digitalisierung erkannt und die Chancen der interdisziplinären Kooperation genutzt. Als Direktor von ›mainzed‹, dem Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften, bringt Bruhn unterschiedlichste Wissenschaftseinrichtungen und Akteure erfolgreich zusammen.«

In ihrer Laudatio lobte die Vorsitzende der Jury, Prof. Dr. Margret Wintermantel, dass Professor Bruhn »seinen Ansatz nie als substituierend verstanden hat, sondern vielmehr mit modernen Methoden Forschungsansätze ermöglicht hat, die komplementär zu den herkömmlichen Zugängen der Geisteswissenschaften sind.« Er ist ein »Glücksfall« für alle Institutionen und Personen, die mit ihm zusammenzuarbeiten.

In seinem Dankesvortrag über ›Digitale Archäologie oder Digitalität in den Archäologien?‹ führte Kai-Christian Bruhn genau diese Schnittstellen zusammen.

Kai-Christian Bruhn absolvierte sein Studium der Klassischen Archäologie an den Universitäten Heidelberg und Berlin und wurde 2002 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit einer Arbeit zum Orakeltempel in der Oase Siwa promoviert. Von 2000 bis 2005 leitete er die Ausgrabungen des Schweizerischen Instituts für Ägyptische Bauforschung und Altertumskunde Kairo in Assuan und wurde schließlich – nach einer dreijährigen Phase selbstständiger Tätigkeit im Bereich digitale Dokumentationen für eine Reihe internationaler Forschungseinrichtungen – 2008 als Professor an die Hochschule Mainz berufen. Als Gründungsdirektor des ›mainzed‹ war er federführend bei der Entwicklung und Etablierung des hochschulübergreifenden Masterstudiengangs ›Digitale Methodik in den Geistes- und Kulturwissenschaften‹ in Mainz. Seit 2016 ist er Honorarprofessor an der Johannes Gutenberg-Universität, Fachbereich Geistes- und Kulturwissenschaften.

Der Preis wird seit 2001 vom Land Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur verliehen: Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die im Bereich der Hochschulen des Landes herausragende und vorbildhafte Leistungen in Lehre und Forschung erbracht und maßgebend den wissenschaftlichen Nachwuchs gefördert haben. Der Preis ist mit 25.000,- € dotiert und kann nach freier Entscheidung des Preisträgers für Forschung und Lehre verwendet werden. Vorsitzende der Jury ist die Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Prof. Dr. Margret Wintermantel.

Das Römisch-Germanische Zentralmuseum als eines von sechs Gründungsmitgliedern von mainzed 

Das Römisch-Germanische Zentralmuseum ist Gründungsmitglied des 2015 gegründeten Mainzer Zentrums für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften. mainzed ist eine gemeinsame Initiative von sechs wissenschaftlichen Einrichtungen zur Förderung digitaler Methodik in den Geistes- und Kulturwissenschaften am Standort Mainz mit dem Ziel, ein Mainzer Profil zu entwickeln.

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