Goldblech mit Darstellung der mit Sonnescheibe und Doppelfedern verzierten Königskartuschen des Tutanchamun. Beidseitig davon in antithetischer Komposition jeweils eine Binse und eine Biene(Foto: RGZM / Chr. Eckmann).

Darstellung des Königs, der bogenschießend auf einem Streitwagen steht und auf eine Zielscheibe in Form eines Kupferbarrens zielt. Der Barren, in dem bereits sechs Pfeile stecken, ist an einem dekorierten Stab befestigt, an dem jeweils ein Nubier und ein Asiate gefesselt sind (Foto: RGZM / Chr. Eckmann).

Tierkampfszene mit einem Capriden in Sprunghaltung, der von einem Hund und einem Greifen angegriffen wird. Die Darstellung zeigt Einflüsse levantinischer Kunst (Foto: RGZM / Chr. Eckmann).

Rückseite einer der fragmentarisch erhaltenen Goldblechapplikation: Zur Verstärkung der wenige Mikrometer dünnen Goldfolie dienen Lagen aus Leder, Textil und Gips (Foto: RGZM / Chr. Eckmann).

 

Archäologische und kunsthistorische Methoden

Ebenso wie die naturwissenschaftlichen Untersuchungen verfolgt auch die archäologische Auswertung eine funktionale Analyse der Goldbleche, da diese bisher nur vage als Wagen- oder Köcherbeschläge angesprochen worden sind. Zu diesem Zweck wird eine vergleichende Untersuchung von Funden entsprechender oder ähnlicher Funktion aus Ägypten und der Levante vorgenommen werden. Einige sehr ähnliche Lederapplikationen stammen aus weiteren Gräbern im Tal der Könige, aber auch beispielsweise aus der Königsgruft von Qatna in Syrien. Ebenso können bildliche Darstellungen von Streitwagenszenen oder der Herstellung von Waffenequipment wichtige Aufschlüsse geben. Diese Ergebnisse sollen in Kombination mit den Ergebnissen der technologischen Untersuchungen zu neuen Aussagen bezüglich des Streitwagenzubehörs und der Waffenausstattung der Spätbronzezeit beitragen.