Oelkntz / Thüringen - Gruben und Befundplan der Struktur 4 (Grafik: Monrepos / F. Gelhausen).

 

Das lithische Fundmaterial der Struktur 4 der Magdalénien Station Oelknitz (Thüringen), Grabungen 1957-1967

Oelknitz (Thüringen) repräsentiert eines der wichtigsten Zeugnisse früher Gesellschaftssysteme, die in räumlichen Regelwerken bereits vor ca. 15.000 Jahren sichtbar werden. Oelknitz belegt eindrücklich, wie Menschen in dieser Zeit in dorfartigen Siedlungen zusammen lebten. Zahlreiche Steinartefakte, Schlachtabfälle und Kunstgegenstände zeugen vom alltäglichen Leben der Menschen dieser Zeit.

Der archäologische Nachweis lässt sich räumlich in 7 „Siedlungsstrukturen“ gliedern.

Ein umfassendes Siedlungsmodell sowie das Fundmaterial der Strukturen 1-3 und 5 wurden bereits von Sabine Gaudzinski-Windheuser und Monika Brasser vorgelegt.

Frank Gelhausen erforscht derzeit die Steinartefakte (Silices) der »Struktur 4« sowie der Ausgrabungen 1957 - 1967.

Die Forschungen in Oelknitz, Gönnersdorf und Andernach (Rheinland-Pfalz) stehen in engem Zusammenhang, da die intensiv besiedelten Plätze viele Parallelen aufweisen. Frauenfiguren vom »Typ Gönnersdorf« können Symbol für ein gemeinsames Kommunikationsnetz und gleichartige Regelwerke sein. Synthetische Vergleiche der Forschungsergebnisse zu diesen Plätzen werden darüber Aufschluss geben.