Die Glasperlen aus den proto-islamischen Grabhügeln von Takusheyi, Katsina State, Nordnigeria

Das Gräberfeld von Takusheyi in Nordnigeria wurde 1992 im Zuge eines DFG-Projektes an der Universität Bayreuth teilweise ausgegraben, und anschließend in Nigeria eingelagert.

2007 wurden drei Gräber als Blöcke aus Nigeria an das RGZM verbracht, restauriert sowie analysiert. Die Restaurierung und Dokumentation der Funde ist abgeschlossen, sie wurden 2014 wieder nach Nigeria verbracht. In allen drei Gräbern sind wahrscheinlich Frauen bestattet. Dies spricht für auch schriftlich überlieferte weibliche Eliten am Übergang zur Islamisierung um das 13./14. Jahrhundert n. Chr. im Kerngebiet des heutigen Hausalandes.

Grab V erwies sich unter den drei Gräbern als das am reichsten ausgestattete und hatte die meisten Importgüter aus der arabisch-islamischen Welt. Neben einer mamlukischen Metallschale fiel besonders ein Gürtel aus kleinen Glasperlen auf. Diese sind morphologisch Funden aus Ostafrika ähnlich, welche mit den Reisen des chinesischen Admirals Zhèng Hé zu Beginn des 15. Jahrhunderts in Verbindung gebracht werden. Die Glasperlen aus Takusheyi werden nun analysiert um den morphologischen Eindruck zu untermauern.


Kooperationspartner

Publikationen

  • D. Gronenborn (Hrsg.), Gold, Sklaven und Elfenbein / Gold, Slaves and Ivory. Mittelalterliche Reiche im Norden Nigerias / Medieval Empires in Northern Nigeria. Begleitbuch zur Ausstellung im Römisch-Germanischen Zentralmuseum (22. September 2011 bis 1. Januar 2012). Römisch-Germanisches Zentralmuseum (Mainz 2011).
  • D. Gronenborn / P. Adderley / J. Ameje / A. Banerjee / T. Fenn / G. Liesegang / C.-P. Haase / Y. A. Usman / S. Patscher, Durbi Takusheyi: a high-status burial site in the western Central bilād al-sūdān. Azania: Archaeological Research in Africa. Special Issue: Papers in honour of Graham Connah. Guest Editors: Detlef Gronenborn and Scott MacEachern 47/3, 2012, 256-271.