Eisen als Informationsträger. Methoden der Konservierung und Restaurierung und ihr Einfluss auf die archäologische Forschung

Altfunde aus Grabungen des 19. und frühen 20. Jh. bilden den Grundstein vieler archäologischer Sammlungen in Deutschland. Diese Ausgrabungen wurden damals überwiegend von Privatpersonen und Altertumsvereinen durchgeführt. Stark korrodierte und entsprechend entstellte Eisenobjekte wurden oft für wertlos erachtet und erst gar nicht geborgen. „Dazu kommt endlich das meistens schnelle Zerfallen auch solcher eiserner Gegenstände, welche ein günstiges Geschick einer Sammlung zugeführt hat.“(Blell 1883) Auf diese Weise wurde die Anzahl an Eisenaltertümern in unseren Museen von Beginn an durch die fehlenden bzw. mangelhaften Möglichkeiten der Restaurierung und Konservierung geprägt.

Auch bei den erhaltenen Eisenfunden ist das Wissen um ihre einstige Behandlung für Archäologen und Restauratoren essentiell. Restaurierungs- und Konservierungsmethoden können ein Objekt stark verändern: durch die Freilegung in seiner optischen Erscheinung, durch thermische Behandlungen in seinem Gefüge, durch Tränkungen und Beschichtungen in seiner Zusammensetzung oder durch Rückformungen und Ergänzungen in seiner Form. Heute werden die durchgeführten Arbeitsschritte am Objekt von den zuständigen Restauratoren dokumentiert, dies war bis zur Mitte des 20. Jh. nur  seltenen der Fall. Umso wertvoller sind literarische Überlieferungen dieser historischen Vorgehensweisen für das Verständnis und die weitere Erhaltung von archäologischen Eisenobjekten.

 

Das Forschungsprojekt ist gleichzeitig das Dissertationsvorhaben der Leiterin.