Relikte der Vergangenheit im Heute “Kulturgüterschutz – Authentizität – Rezeption“

Ergänzend zu den anderen Forschungsfeldern des RGZM, die primär auf Basis von archäologischen Quellen, d. h. von Objekten und ihre Fundkontexten, Erkenntnisse zu menschlichem Verhalten gewinnen, untersucht und hinterfragt das Forschungsfeld den Umgang mit diesen Quellen und deren Rezeption von ihrer Auffindung und Erschließung bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt. In diesem Rahmen wird insbesondere auch die Sammlung-, Restaurierungs-, Forschungs- und Vermittlungstätigkeit des RGZM von der Gründung des Instituts im Jahr 1852 bis heute konzeptionell und methodentheoretisch reflektiert und in einen größeren Kontext gestellt.

Ziel und Methoden

Das Forschungsfeld soll dazu beitragen Grundlagen für eine kritische Reflektion im Umgang mit historischen Hinterlassenschaften zu schaffen. Dies betrifft Fragen nach der Bewahrung von Quellen und ihres Informationsgehalts ebenso wie nach den Formen ihre Nutzung und Interpretation im Wissenstransfer. Neben Originalen werden Kopien und andere Abbilder (z. B. Fotos, 3D-Scans, Rekonstruktionen) als Wissensspeicher und Medien für den Transfer in die Überlegungen mit einbezogen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Fragen:

  • Was ist authentisch?
  • Durch welche Prozesse wird Quellen und Objekten in der Forschung und der Vermittlung im Museum der Stellenwert des Authentischen zuerkannt?

Durch die einbezogenen Kompetenz- und Arbeitsbereiche des RGZM steht dem Forschungsfeld ein breiter archäologischer und restauratorisch-konservatorischer Methodenapparat zur Verfügung. Zudem spielen, insbesondere bei Fragestellungen zur Wahrnehmung von Authentizität, auch sozialwissenschaftliche Betrachtungsansätze eine wichtige Rolle.

Mit seiner rezeptionskritischen Herangehensweise trägt das Forschungsfeld letztlich aktiv zur Qualitätssicherung für das Wissensfundament der RGZM-Archäologie bei.