Magdalenahöhle bei Gerolstein – Landnutzungsstrategien kaltzeitlicher Pioniere

(abgeschlossen)

Die Steinartefakte aus der Magdalenahöhle (Rheinland-Pfalz) sind aufschlussreich für die Erforschung der Landnutzungsstrategien und der Besiedlung Mitteleuropas während des Maximums letzten Kaltzeit vor etwa 20.000 Jahren. In dieser ausgesprochenen Kaltphase waren große Teile Europas eisbedeckt und so unwirtlich, dass die Menschen sich in wärmere Gefilde zurückzogen. Jüngste Forschungen »überbrücken« nun die vermutete Besiedlungslücke in Mitteleuropa. Dabei spielt die Magdalenahöhle eine wichtige Rolle. Sie wurde durch den einzigartigen Fund mehrerer armreifenartiger Elfenbeinfragmente bekannt. In der Höhle wurden außerdem charakteristische beidseitig flach zugerichtete Werkzeuge hergestellt, von denen jedoch nur Produktionsabfälle zeugen. Diese Geräte sind typisch für das mittlere Jungpaläolithikum in Südwesteuropa (»Solutréen«) vor etwa 20000 Jahren. Die Analyse der Steinwerkzeuge wirft neues Licht auf die Strategien der Landschaftsnutzung und Mobilität, die gerade unter diesen ungünstigen kaltzeitlichen Umweltbedingungen überlebenswichtig waren. Im Rahmen seiner Magisterarbeit an der JGU hat Mathias Probst die Steinartefakte technologisch untersucht und Zusammenpassungen vorgenommen. Da nur drei Steinwerkzeuge aneinander passten, muss ein Großteil der fertigen Produkte wieder mitgenommen worden sein.

Möglicherweise stammen die Funde von einer kleinen Gruppe spezialisierter Pioniere. Rohmaterialanalysen zeigen, dass sie zuvor bereits im Maasgebiet und im Saar-Nahe-Becken waren.

Neben den Steinartefakten wurden auch Tierknochen ausgewertet. Dabei wurden Schnittspuren auf den Bein- und Schädelknochen eines Bären entdeckt, den die Jägergruppe in der Höhle zerteilt hat.

Neue Datierungen des Materials aus der Magdalenahöhle sind in Arbeit, aber noch nicht abgeschlossen.