The geochemical evidence from basaltic rock tools in the southern Levant: Reconstruction of trade and exchange systems during the Chalcolithic and Early Bronze Age I periods in Israel

Die Nutzung von Basalt als Rohmaterial für Gefäße, Töpferräder und Spinnwirtel während des Chalkolithikums und der Frühen Bronzezeit I in der südlichen Levante (ca. 4500-2950 CalBC) bedeutet eine auffällige Präferenz, die über die Materialeigenschaften basaltischen Gesteins hinausgeht. Oft bedeutet dies eine Vorliebe für einen Rohstoff, der nicht aus der Umgebung kommt. Dies wirft wichtige Fragen bezüglich der sozio-funktionalen Bedeutung dieses Materials auf, insbesondere hinsichtlich der Rohstoff-Beschaffung, Transportwege und -entfernungen, sowie der Art der sozialen und ökonomischen Mechanismen, durch die diese Basalt-Artefakte weitergegeben wurden. Da die Herkunft basaltischen Gesteins genau bestimmt werden kann, stellt es ein ideales Instrument zur Rekonstruktion von Handels- und Austauschsystemen dar.

Ausgewählte Stücke aus Chalkolithischen und Früh-Bronzezeit I-Fundorten in Israel werden detailliert archäologisch untersucht, dokumentiert und beprobt, um deren geochemischen Fingerabdruck zu ermitteln. Die Artefakt-Proben werden mittels Röntgenfluoreszenz (RFA), Elektronenstrahl-Mikrosonde (EMS) und induktiv gekoppelter Plasma-Massenspektrometrie mit Laserablation (LA-ICP-MS) analysiert, um – abhängig von Artefakt-Typ und Datierung – die Variabilität der basaltischen Rohstoffe zwischen und innerhalb der Fundorte zu untersuchen, sowie mögliche Orte der Weitergabe und Verteilungszentren zu bestimmen.

Da die Untersuchung potentieller Rohstoffquellen für verlässliche Herkunftsbestimmungen unerlässlich ist; spielt die intensive geochemische Studie von Basaltvorkommen der Region eine Hauptrolle. Basierend auf den Resultaten aus den Artefakt-Analysen, eigenen vorläufigen Daten von geologischen Proben und Daten aus der geowissenschaftlichen Literatur grenzen wir mögliche Basalte im Gelände räumlich ein und beproben die potentiellen Rohstoffquellen in hoher Auflösung. Die Gesteinsproben werden ebenfalls mit XRD/EMS und LA-ICP-MS geochemisch analysiert. Räumliche Unterschiede in der Basaltzusammensetzung werden genauestens herausgearbeitet, was die notwendige Grundlage darstellen wird, um Rohmaterial-Quellen zu identifizieren und Abbau-Gebiete und Produktionsorte zu lokalisieren. Das Projekt wird Daten und Ergebnisse liefern, die eine wichtige Basis für zukünftige Forschungen darstellen, nicht nur bezüglich der Systeme der Rohstoff-Beschaffung und –Weitergabe des Chalkolithikums bzw. der Frühen Bronzezeit I in Israel, sondern auch für andere Zeitstellungen und Rohmaterialen.

 

Seit Oktober 2017 wird das auf zweieinhalb Jahre angelegte Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.


Kooperationspartner

  • University of Haifa, Zinman Institute of Archaeology, Prof. Dr. Danny Rosenberg