Forschungsinfrastruktur:

Arbeitsbereich »Restaurierungswerkstätten«

Die Restaurierungswerkstätten halten die apparativ-technische Ausrüstung vor, die für restauratorisch konservatorische Maßnahmen sowie für herstellungstechnische Untersuchungen an archäologischen Objekten erforderlich sind.

Die Werkstätten sind im Arbeitsbereich »Restaurierungswerkstätten« zusammengefasst, der als Forschungsinfrastruktur für die objektbezogenen Forschungen des RGZM von zentraler Bedeutung ist und weltweit zu den größten und renommiertesten Einrichtungen dieser Art zählt. Erst durch die Restaurierung werden archäologische Objekte und deren Befunde vollumfänglich für die Forschung erschlossen. Restaurierung ist somit Voraussetzung und Bestandteil archäologischer Forschung, die gegebenenfalls auch materialanalytische und herstellungstechnisch- experimentelle Expertisen einschließt. Diese sind am RGZM in den Kompetenzbereichen »Restaurierung und Konservierung« sowie »Naturwissenschaftliche Archäologie« und »Experimentelle Archäologie« gebündelt.

Die im Arbeitsbereich »Restaurierungswerkstätten« beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden auch den Personalstamm des Kompetenzbereichs »Restaurierung und Konservierung«.

Der großen Vielfalt überlieferter archäologischer Funde entsprechend gibt es spezialisierte Werkstätten für die Restaurierung/ Konservierung von Objekten aus

  • Keramik,
  • Glas,
  • Buntmetall und Eisen,
  • Edelmetall,
  • und organischen Materialien.


Dazu kommen noch Fachwerkstätten für die

  • Nassholzkonservierung,
  • Herstellung von Kopien,
  • Kolorierung,
  • sowie eine radiologische Abteilung.

Für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Rahmen des dualen B.A. Studiengangs »Archäologische Restaurierung« bildet der Arbeitsbereich »Restaurierungswerkstätten« ebenfalls die erforderliche Infrastruktur. Jedem/r Studierenden steht für die gesamte Studienzeit ein voll ausgerüsteter Werkstattarbeitsplatz zur Verfügung.

Interne Aufgabenfelder

Als Teil der RGZM Forschungsinfrastruktur steht der Arbeitsbereich »Restaurierungswerkstätten« intern allen Kompetenzbereichen und Forschungsfeldern zur Verfügung.

Hauptaufgabe der Restaurierungswerkstätten ist die Durchführung von Restaurierungs- und Konservierungsmaßnahmen an Objekten aus den eigenen Sammlungen und an »Fremdobjekten«, die dem RGZM von externen Kooperationspartnern im Rahmen von Forschungsprojekten in den Kompetenzbereichen und Forschungsfeldern zur Bearbeitung anvertraut werden. Dazu zählt auch die digitale Fundverwaltung und Dokumentation dieser Objekte in enger Zusammenarbeit mit den Infrastruktur-Arbeitsbereichen »Fotowerkstatt«, »Grafikstudio« und »Operative IT«.

Auch die restauratorische und konservatorische Betreuung der eigenen Sammlungen in Depots und Ausstellungen, die konservatorische Begleitung des Leihverkehrs von und an das RGZM sowie die Sicherstellung konservatorischer Anforderungen in der Konzeption von Dauer- und Wechselausstellungen gehören zu den Aufgaben der Restaurierungswerkstätten. Diese Aufgaben nimmt der Arbeitsbereich »Restaurierungswerkstätten« in enger Zusammenarbeit mit den KuratorInnen des Infrastruktur-Arbeitsbereichs »Sammlungen« wahr, in deren Händen die Aufsichtspflicht für den wissenschaftlichen/musealen Objektbestand des Hauses liegt.

Darüber hinaus spielt der Arbeitsbereich »Restaurierungswerkstätten« auch bei der Erweiterung der Sammlungen eine wichtige Rolle und zwar durch die Herstellung sogenannter »wissenschaftlicher Kopien«, d. h. für Forschungszwecke geeigneter Duplikate. Dies geschieht selbstverständlich in enger Absprache mit den Eigentümern der zu kopierenden Originale und nur nach deren ausdrücklicher Genehmigung. Die Kopien dienen der kontinuierlichen Weiterentwicklung einer kopienbasierten wissenschaftlichen Referenzsammlung der wichtigsten archäologischen Fundkomplexe/-objekte der Alten Welt. Aufbau und Weiterentwicklung einer solchen Sammlung, die vergleichende Forschungen ermöglichen soll, ist seit der Gründung des RGZM im Jahre1852 ein primärer Satzungsauftrag des Hauses.

Externe Aufgabenfelder

Zu den externen Dienstleistungen zählen:

  • die restauratorisch-konservatorische Beratung von in- und ausländischen KollegInnen und externen Institutionen im Bereich Archäologie und Kulturgüterschutz (beispielsweise Antikenministerium in Ägypten).
  • die Fortbildung und Qualifizierung meist ausländischer KollegInnen im Rahmen von Restaurierungspraktika.
  • die Anfertigung hochwertiger Kopien – vor allem galvanoplastische Kopien von Edelmetallobjekten – als Auftragsarbeit.

Auf die Ressourcen der Werkstätten des RGZM im Bereich Restaurierung, Konservierung und herstellungstechnische Untersuchungen kann extern in der Regel nur im Rahmen vertraglich verstetigter Infrastrukturkooperationen oder wissenschaftlicher und technischer Kooperationsprojekte zurückgegriffen werden.