• Blick ins Zooarchäologielabor in Monrepos (Foto: RGZM).
    Blick ins Zooarchäologielabor in Monrepos (Foto: RGZM).
  • Forschungsinfrastruktur:

    Arbeitsbereich »Zooarchäologielabor«

     Das Zooarchäologielabor ist an dem zum RGZM gehörenden »Archäologischen Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution« auf Schloss Monrepos bei Neuwied angesiedelt. Es unterhält eine osteologische und eine taphonomische Sammlung.

    • Die osteologische Sammlung dient der vergleichenden Zuordnung archäologischer Skelettreste. Ihr Schwerpunkt liegt auf den Faunen Europas in der Gegenwart und während des Eiszeitalters. Letzteres ist durch Schenkungen größerer Materialkomplexe gewährleistet, die in den 1980er Jahren dem Institut übergeben wurden und nun integraler Bestandteil der osteologischen Sammlung sind. Neben Großsäugern enthält diese auch eine Kollektion rezenter Kleintierreste. Die Sammlung wird kontinuierlich erweitert, u. a. in Kooperation mit anderen Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft. Ihre digitale Erfassung ist bereits erfolgt.
    • Die taphonomische Sammlung umfasst demgegenüber Vergleichsmaterial zur Altersbestimmung einzelner Spezies und Referenzen zu verschiedenen Stadien des biostratonomischen Prozesses. Sie hält zudem eine breite Sammlung an organischem Material mit artifiziellen und natürlichen Oberflächenveränderungen bereit, wodurch sich eine deutliche Überlappung mit den Tätigkeiten im Infrastruktur-Arbeitsbereichs »Spurenlabor« ergibt. Die taphonomische Sammlung erfährt einen kontinuierliche Ausbau durch laufende taphonomische Simulationen, die aus den einzelnen Forschungsprojekten des Kompetenzbereichs »Pleistozäne und Frühholozäne Archäologie« resultieren. So konnte sie in den Jahren 2013 bis 2015 beispielsweise um Referenzmaterial erweitert werden, das im Zusammenhang mit den taphonomischen Analysen der warmzeitlichen Fundstellen Schöningen (Niedersachsen) und Neumark-Nord (Sachsen-Anhalt) generiert wurde. Digital ist von solchen Fundkomplexen bislang nur Gesher Benot Ya’aqov (Israel) greifbar. Neue Möglichkeiten der Dokumentation und Bereitstellung der Daten werden sich aber in absehbarer Zeit durch die Arbeit des Spurenlabors ergeben.

    Im Zuge der Nachwuchsförderung werden die Sammlungen des Zooarchäologielabors regelmäßig für Seminare, Übungen und Blockveranstaltungen universitärer Institute genutzt, in deren Lehrtätigkeit Mitarbeiter des RGZM eingebunden sind.

    Das Labor ist zudem infrastruktureller Bestandteil der neu gegründeten Sektion BioVARM, des im Jahr 2015 konzipierten »Verbund Archäologie Rhein-Main (VARM)«.

    Im Rahmen von »Citizen Science«, einem Konzept, das die Sammlungsdokumentation bereits erheblich beförderte, bestehen darüber hinaus auch für interessierte Laien breite Partizipationsmöglichkeiten an den Sammlungstätigkeit des Zooarchäologielabors.