Chronologischer Kompetenzbereich:

Vorgeschichte

Der Kompetenzbereich Vorgeschichte deckt die Epochen von Beginn der Jungsteinzeit bis zum Ende der Latènezeit ab. Die Vorgeschichtsforschung ist wegen des nahezu völligen Fehlens schriftlicher Quellen fast ausschließlich auf die materiellen Hinterlassenschaften der vorgeschichtlichen Menschen angewiesen. Durch die Einbeziehung benachbarter Kulturwissenschaften (z. B. Ethnologie, Kulturanthropologie, Soziologie, Alte Geschichte) und Naturwissenschaften (z. B. Chemie, Physik, Botanik, Klimatologie usw.) wird die Lebenswelt prähistorischer Gesellschaften erschlossen und rekonstruiert.

Mittelfristig beschäftigt sich der Kompetenzbereich insbesondere mit der Jungsteinzeit sowie den eisenzeitlichen Epochen. Die Forschergruppe zur Jungsteinzeit beschäftigt sich mit der Zeitspanne vom Erscheinen der ersten sesshaften bäuerlichen Kulturen bis zum Ende des Jungneolithikums (5600- 3500 v. Chr.). Die Arbeitsregion ist zurzeit im Wesentlichen das westliche Mitteleuropa. Untersucht werden Fragen gesellschaftlicher Wandlungsprozesse, dies unter Einbeziehung paläoklimatischer Proxydaten. Die Forschungen sind in die akademische Lehre mit einem dreisemestriges Modul zum Neolithikum (VFG D4a-c) eingebunden. Zudem werden diverse akademische Abschlussarbeiten (BA, MA, Dissertationen) zu neolithischen Themen betreut. In diesem Zusammenhang wird auch eine fundplatzbezogene Datenbank aufgebaut (dASIS).

Die Forschergruppe zur Eisenzeit fokussiert sich auf die Erforschung von Wechselbeziehungen zwischen den Zivilisationen des Mittelmeerraums und den Kulturen Mitteleuropas. Das besondere Interesse gilt dem Aufspüren von Kulturkontakten sowie den sozialen Ordnungen in beiden Regionen und ihrer gegenseitigen Beeinflussung. Die Forschergruppe beteiligt sich aktiv an der Aufarbeitung wichtiger Sammlungsbestände des RGZM, um sie wissenschaftlich auszuwerten und der scientific community zugänglich zu machen. Darüber hinaus werden Beständen von höchster wissenschaftlicher Relevanz aus anderen Museen von Wissenschaftlern des Kompetenzbereiches ausgewertet.

Außerdem engagiert sich der Kompetenzbereich Vorgeschichte in besonderem Maße für den Kulturgüterschutz.

 

Grundlagenprojekte
& explorative Forschungen

Erschließung von Sammlungsbeständen

Forschungsfelder

Die WissenschaftlerInnen des Kompetenzbereiches sind derzeit in den Forschungsfeldern 2 bis 6 tätig.