Das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) war von 1963 bis zur Einrichtung erster entsprechender Fachhochschulstudiengänge in den Achtziger Jahren das einzige Institut, an dem eine Ausbildung zum Restaurator im Fachbereich Archäologie möglich war. Die Ausbildung erfolgte nach Richtlinien, die vom RGZM im Auftrag des Deutschen Museumsbundes mit Vertretern anderer Bereiche des Kunst- und Kulturgüterschutzes modellhaft entwickelt wurden. Die Mainzer Restauratorenausbildung genießt in Fachkreisen hohe Anerkennung und die im Verlauf der Jahre ausgebildeten fast 200 AbsolventInnen bilden den Kern der heute in Deutschland im Fachbereich Archäologie tätigen RestauratorInnen.  

Vom Berufsfeld zur wissenschaftlichen Disziplin

Das Berufsfeld Restaurierung/ Konservierung hat sich in der jüngsten Vergangenheit stark in Richtung eigenständige wissenschaftliche Disziplin verändert. Mit der fortschreitenden Akademisierung der Restauratorenausbildung auf nationaler und internationaler Ebene wuchs auch der Druck auf bestehende nicht-akademische Ausbildungsgänge, sich diesen Veränderungen der Ausbildungslandschaft anzupassen.  

Mit der Aufnahme in das BLK-Modellversuchsprogramm »Weiterentwicklung dualer Studienangebote im tertiären Bereich« eröffnete sich im Jahr 2005 erstmals eine realistische Chance, die bestehende enge Zusammenarbeit zwischen RGZM und Johannes Gutenberg-Universität in den Bereich »Restauratorenausbildung« zu erweitern und dabei die unterschiedlichen Aufgaben und Interessen von RGZM und Universität bei einer »gemeinsamen« Restauratorenausbildung zu verbinden und die starke Praxisbezogenheit der Mainzer Restauratorenausbildung zu bewahren. In Zusammenarbeit  mit dem Fachbereich 07 – Geschichts- und Kulturwissenschaften – der Johannes Gutenberg-Universität wurde ein neuer grundständiger und dualer Bachelor-Studiengang „Archäologische Restaurierung“ entwickelt, an dem auch die Institute für Geowissenschaften und Kernchemie (beide Fachbereich 09) beteiligt sind.

Seit 2007 BA-Studiengang

Die Einrichtung des dualen BA-Studienganges »Archäologische Restaurierung« wurde im Dezember 2006 vom Senat der Johannes Gutenberg-Universität einstimmig beschlossen. Der Studiengang wurde im Juli 2007 akkreditiert und begann mit dem Wintersemester 2007/2008.

Im Sommer des Jahres 2010 erfolgte ein Aufruf seitens des Dekanats, die neu gestaltete BA Studiengänge an der Johannes Gutenberg-Universität im Lichte der ersten Erfahrungen kritisch zu überprüfen und gegebenenfalls Änderungen durchzuführen. Auch der duale BA Studiengang Archäologische Restaurierung wurde dabei einer Revision unterzogen, die mit den Studierenden und Lehrenden abgestimmt wurde und deren Ziel es war, den Studiengang von überflüssigen Studienleistungen zu entfrachten und durch eine Neugestaltung der Module zu optimieren. Die geplanten Änderungen sind von den verantwortlichen Gremien der Johannes Gutenberg-Universität beschlossen worden und sind zum WS 2011/2012 in Kraft getreten.

Ursprünglich als Bestandteil eines konsekutiven Studiengangs geplant, der sich aus dem dreijährigen dualen Bachelor-Studiengang »Archäologische Restaurierung« und einem geplanten zweijährigen Master-Aufbaustudiengang »Archäologische Restaurierung/ Konservierungswissenschaft« zusammensetzen sollte, hat sich in der Zeit seit der Erstakkreditierung gezeigt, dass die Einrichtung des Master-Studiengangs an der JGU kaum zu realisieren ist, da dafür erforderliche zusätzliche Ressourcen in keinem vertretbaren Verhältnis zur erwartenden Anzahl von Studierenden stehen.

Um den Absolventen des dualen Bachelor-Studiengangs »Archäologische Restaurierung« die akademische Weiterqualifizierung und den Zugang zu Masterstudiengängen anderer Hochschulen in diesem Fachbereich zu ermöglichen, ist es erforderlich, den Mainzer B.A. Studiengang mit anderen angebotenen B.A. Studiengängen z. B. an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin besser zu synchronisieren und auf eine Regelstudienzeit von 7 Semestern zu verlängern.

Darüber hinaus ist der Studiengang angesichts der zu vermittelnden Stoffmenge und des Anspruchs, in diesem Fach berufsqualifizierte „Generalisten“ auszubilden, derzeit insgesamt extrem verdichtet und in seinem Ablauf sehr stark durchreglementiert. Dies ist in einer dreijährigen Ausbildungs- bzw. Studienzeit nicht anders zu bewerkstelligen, führt aber dazu, dass weder Raum für studentische Wahlmöglichkeiten im Sinne individuell gewünschter Vertiefungen, noch die Möglichkeit der Teilnahme an größeren Projekten wie beispielsweise länger dauernden Grabungen im Ausland oder speziellen Restaurierungsprojekten (im In- und Ausland) gegeben ist. Die Verlängerung um ein Semester bietet nun die Möglichkeit, dieses Defizit durch eine entsprechende Erweiterung des Lehrangebotes zu beseitigen.

Die Reakkreditierung des Studiengangs durch das Zentrum für Qualitätssicherung (ZQ) der Johannes Gutenberg Universität im Jahre 2013 bot die Gelegenheit zur oben beschriebenen Verlängerung der Regelstudienzeit auf sieben Semester und eine entsprechende Erweiterung des Lehrangebots. Auch diese Änderungen sind von den verantwortlichen Gremien der JGU beschlossen, am 08. August 2013 im Staatsanzeiger veröffentlicht worden und treten ab dem Wintersemester 2013/14 in Kraft.