Almandincloisonné im Rheinland: Interdisziplinäre Studien zu Handel, Werkstätten, Symbolik und Nutzern

Das Projekt des Verbundpartners LVR-LandesMuseum ist betitelt: Almandincloisonné im Rheinland: Interdisziplinäre Studien zu Handel, Werkstätten, Symbolik und Nutzern. Das Ziel ist, das nördliche Rheinland als Modellregion für Handel und Verbreitung  aufgrund von Herkunft und  Verarbeitungsqualität dieser Importgüter zu untersuchen. Granateinlagen in Funden verschiedener Funktion und verschiedener Typen erscheinen bereits seit dem Ende des 5. Jahrhunderts als Grabbeigabe. Seltener an Waffenbestandteile und Gürteln gehören sie zumeist zu Schmuckstücken der Frauentracht. In Männergräbern treten sie in der  Ausstattung der reicheren Gräber , wie etwa dem sog. Fürstengrab von Krefeld-Gellep, auf.. Einzeln  gefasste Granate auf dem Zaumzeug finden sich hier ebenso  wie Zellwerkeinlagen, zum Beispiel auf dem Taschenbügel. Weit verbreitet  waren Granateinlagen  im Bereich des  Schmucks in Frauengräbern des 6. und 7. Jahrhunderts, wobei verschiedenste Material- wie Verarbeitungsqualitäten offensichtlich sind. Die Arbeiten gliedern sich in zwei Themenbereiche:

Der erste Themenbereich widmet sich den Funden des 6. Jahrhunderts wie zum Beispiel frühen Funden von Schwert- oder Zaumzeugbeschlägen sowie den verschiedensten Fibeltypen mit Almandineinlagen (Scheibenfibeln, Vogelfibeln, Bügelfibeln etc.). Der zweite Teil besteht aus einer Dissertation an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und widmet sich einer besonderen Fibelform, den Goldscheibenfibeln und Filigranscheibenfibeln des 7. Jahrhunderts. Hier wird die Frage nach der Kontinuität von Materialherkunft und Verarbeitungstechniken im Vergleich zu den Stücken des 6. Jahrhunderts sowie nach der Häufigkeit und Art der Ersatzmaterialien gestellt.

Eine repräsentative Fundauswahl für diese Untersuchung wurde nach folgenden Kriterien getroffen.

Datierung, Region, Funktion der zugehörigen Siedlung (Handelsplatz, Verkehrsknotenpunkt?), Material, soziale Stellung der Bestatteten, Fundtyp und Zustand des Fundstücks. Nicht restaurierte Stücke werden dabei aufgrund der Analysemöglichkeiten zur Handwerkstechnik und zu den verwendeten Materialien bevorzugt.

Die Funde werden dazu mit Hilfe von Röntgenaufnahmen und hochauflösenden , digitalen Mikroskopaufnahmen am LVR-LandesMuseum untersucht, um Hinweisen zu Werkstattcharakteristika und Verarbeitungsqualität nachzugehen. Röntgenfluoreszensaufnahmen am Römisch-Germanischen Museum in Mainz  gehen  der Frage nach der Herkunft der Steine nach.