Dr. Ronald Bockius diskutierte mit den Teilnehmern des Kolloquiums (Foto: ANTIKE WELT / U. Melzow).

Dr. Thomas Schmidts hielt einen Vortrag über Schiffe und Häfen auf Münzen der Römischen Kaiserzeit. (Foto: ANTIKE WELT / U. Melzow).

Professor Klaus Rheidt stellte das aktuelle Forschungsprojekt in Assos (Türkei) vor (Foto: ANTIKE WELT / U. Melzow).


Museum für Antike Schiffahrt des RGZM
Neutorstraße 2b
55116 Mainz


Bericht | 3. ANTIKE WELT-Kolloquium

Am 2. Juni 2014 fand im Museum für Antike Schiffahrt des RGZM in Mainz das 3. ANTIKE WELT-Kolloquium zum Thema »Antike Häfen: Archäologen berichten über ihr aktuellen Forschungen« statt. Rund 35 Teilnehmer kamen in den Genuss von Vorträgen über aktuelle Projekte aus erster Hand und hatten die Möglichkeit in Diskussion mit den Archäologen zu treten, von der reger Gebrauch gemacht wurde.

Nach einer Begrüßung durch Professor Falko Daim, Generaldirektor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums, und Holger Kieburg, Chefredakteur der ANTIKEN WELT, begann der Vortragsvormittag mit einem Bericht von Dr. Thomas Schmidts (RGZM) über Schiffe und Häfen auf Münzen der Römischen Kaiserzeit. Er machte deutlich, welch große Bandbreite an Informationen über die Reisen der Kaiser, über Schiffbau und Schifftechnik und über Darstellungskonventionen von Schiffen und Häfen aus den Münzbildern gewonnen werden können. Im Anschluss stellte Professor Klaus Rheidt (Brandenburgische Technische Universität Cottbus) das aktuelle Forschungsprojekt in Assos (Türkei) vor, bei dem u. a. der bedeutende Hafen der Stadt untersucht wird.

Am Nachmittag gab Dr. Ronald Bockius (RGZM) den Zuhörern eine Einführung in künstliche Schifffahrtswege im Altertum, in der er Beispiele hoher Ingenieurskunst seit dem 4. Jt. v. Chr. vorführte und einordnete. Das Vortragsprogramm wurde danach von Dr. Stefanie Berg-Hobohm (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege) und Professor Christoph Zielhofer (Universität Leipzig) abgeschlossen, die das Projekt »Fossa Carolina« aus archäologischer und geoarchäologischer Sicht vorstellten.

Im Anschluss hatten die Teilnehmer die Möglichkeit einen Blick hinter die Kulissen des Museums für Antike Schiffahrt zu werfen. Dr. Ronald Bockius führte durch die Werkstätten des Instituts, die zum einen für den Bau von Schiffsmodellen nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft genutzt wird, zum anderen der Restaurierung und Konservierung von Holzobjekten dient. Eine Führung durch die Sonderausstellung »Großbaustelle 793 – Das Kanalprojekt Karls des Großen zwischen Rhein und Donau« durch Peter Bibinger (RGZM) rundete den archäologischen Tag ab.