Neues aus den Museen 

Im Museum für Antike Schiffahrt des RGZM lässt sich das römische Mainz und seine Schiffe ab sofort blindengerecht ertasten; Foto: I.Schmidts-Jütting/RGZM.

Restaurator Markus Wittköpper ergänzt die Schilde am 3D-Tastmodell eines Römerschiffes; Foto: I.Schmidts-Jütting/RGZM.


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Das RGZM auf dem Weg zum Museum für alle: Erste Phase des Projektes „Tasten-Wahrnehmen-Verstehen“ gestartet

Fühlen, Tasten und Hören bringt künftig blinden und sehbehinderten Menschen im Museum für Antike Schiffahrt des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) Archäologie und die Geschichte der römischen Schiffahrt auf abwechslungsreiche Weise näher: Zwei Stationen mit Tastmodellen zu einem der in Mainz gefundenen spätrömischen Schiffe sind fertiggestellt und in die Dauerausstellung des Museums integriert. Vertreterinnen der Zielgruppe wurden mit in die Planungen einbezogen.

In der ersten Station geben zwei taktile Pläne und eine kontrastreiche Texttafel einen Überblick über die Geschichte und Entwicklung des römischen Mainz. Eine weitere Station ermöglicht das Abtasten von 3D-Modellen der Schiffsrekonstruktion und eines der sechs in Mainz gefundenen Schiffswracks, die seit 1994 die nationalen und internationalen Besucherinnen und Besuchern des Museums zur Verfügung stehen. Beide Stationen sind mit dem Rollstuhl unterfahrbar und mit Texttafeln in Brailleschrift ausgestattet. Die Finanzierung für die erste Phase erfolgte zum Großteil aus privaten Spenden. Für die Fortsetzung sollen weitere Spender gewonnen werden.

„Tasten-Wahrnehmen-Verstehen“ – auf dem Weg zum Museum für alle

In der zukünftigen Planung sind weitere Stationen mit archäologischen Objekten, Modellen, taktilen Plänen und Hörstationen vorgesehen. Eine Rudersequenz, in der Besucherinnen und Besucher das Rudern zur Römerzeit selbst ausprobieren können, soll das Konzept interaktiv ergänzen. „Dieses Vermittlungsprogramm lädt Blinde und Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit ein, unser Museum mit mehr Gewinn zu besuchen. Auch werden wir in Kürze Führungen anbieten, die die Archäologie und die Geschichte der antiken Schifffahrt für blinde und sehbehinderte Menschen tastbar und auf diese Weise verständlicher machen“, so die Projektmanagerin Ingrid Schmidts-Jütting.

Im Museum für Antike Schiffahrt wird seit Oktober 2014 ein Vermittlungsprogramm für Blinde und sehbehinderte Menschen erarbeitet. Das RGZM begibt sich damit auf den Weg einer schrittweisen Umsetzung größtmöglicher Barrierefreiheit durch ein entsprechendes Gestaltungs-, Service- und Vermittlungskonzept. Weiterhin soll in besonderem Maße dabei auf die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen eingegangen werden, doch werden zukünftig alle Museumsbesucherinnen und -besucher, auch die Kinder, von diesem Ausstellungskonzept profitieren.