Der Vulkanpark in der Osteifel

Grundlagen des Vulkanparks

Der Vulkanpark liegt im erdgeschichtlich jungen Vulkanfeld der Osteifel, einem typischen Intraplatten-Vulkanfeld, das aus etwa 100 Vulkanen besteht. Vor rund 7000 Jahren begann der Mensch die vulkanischen Rohstoffe zu nutzen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus eines der großen frühen Bergbaureviere für mineralische Rohstoffe der Alten Welt.

Das wissenschaftliche Potenzial liegt in der außergewöhnlich guten Quellenbasis: Trotz tiefgreifender Landschaftsveränderungen durch die moderne Stein- und Erdenindustrie sind hier zahlreiche natur- und technikgeschichtliche Denkmäler von internationaler Bedeutung erhalten geblieben. Viele von ihnen konnten in den letzten zwanzig Jahren erforscht, geschützt und zugänglich gemacht werden. Dazu gehören Schlackenkegel-Vulkane, Maare und Lavaströme sowie alte Steinbrüche und Bergwerke. Daraus ergaben sich die beiden zentralen Themen im Vulkanpark: Die Entstehung der Landschaft sowie die Nutzung der Rohstoffe durch den Menschen seit vorgeschichtlicher Zeit.

Die Akteure im Vulkanpark

Um die Denkmäler im Vulkanpark zu erforschen, zu sichern und für ein größeres Publikum zugänglich zu machen wurde die gemeinnützige Vulkanpark GmbH gegründet. Gesellschafter sind zu gleichen Teilen das RGZM und der Landkreis Mayen-Koblenz (MYK). Das RGZM ist dabei für das gesamte Wissenschafts- und Vermittlungskonzept verantwortlich, von der Auswahl der Projekte bis zur Präsentation. Dem Landkreis MYK obliegen Verwaltung sowie kulturtouristisches Marketing und touristische Qualitätssicherung.

Gefördert wird das Vulkanpark-Projekt durch das Land Rheinland-Pfalz, den Landkreis Mayen-Koblenz, die betroffenen Kommunen und private Sponsoren, vor allem aus der Stein-und Erdenindustrie.

Vermittlungselemente im Vulkanpark

Drei große Vermittlungselemente bilden seit Beginn die Säulen des Vulkanparks. Landschaftsdenkmäler, vor allem Vulkane und alte Steinbrüche, stellen die Fenster in das Bodenarchiv dar. Sie sind durch Wanderwege erschlossen und frei zugänglich. Informationszentren in den Ortschaften Plaidt / Saffig (Rauschermühle), Mendig (Lava-Dome), Andernach (Geysir Andernach Erlebniszentrum) und Mayen (Terra Vulcania) bieten Orientierung im ca. 200 Quadratkilometer großen Vulkanpark mit seiner dezentralen Struktur. Diesen Besucherzentren sind Dauerausstellungen angegliedert, in denen unterschiedliche Aspekte des Vulkanparks museal aufbereitet sind. Das Römerbergwerk Meurin mit seiner neu eröffneten Antiken Technikwelt vereint in sich alle drei Elemente. Darüber hinaus unterstützt die Vulkanpark GmbH das Museum der Bimsindustrie in Kaltenengers.

Wissenschaft im Vulkanpark

Durch seine besondere Quellenlage bietet der Vulkanpark beste Voraussetzungen zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit frühen Industrielandschaften. Aufgrund der internationalen Bedeutung der Vulkanpark-Denkmäler haben der Landkreis MYK und das RGZM am Standort Mayen eine Forschungsstelle Vulkanpark eingerichtet. Dort sind die Kompetenzbereiche »Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte« sowie »Experimentelle Archäologie« des RGZM zu Hause, in denen WissenschaftlerInnen aus den Bereichen Archäologie und Geowissenschaften arbeiten. Ihre Studien zu vormodernen Industrierevieren sind ein wesentlicher Bestandteil des Forschungsfeldes »Wirtschaft und Technik« am RGZM.

Ständige Partner in Wissenschaft und Forschung sind das Deutsche Bergbau-Museum Bochum, die Universitäten Mainz und Köln, die Hochschule Mainz, die Fachschulen für Keramikgestaltung und Keramiktechnik Höhr-Grenzhausen sowie die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz.