Anfänge des Wohnens – Die Siedlungsstrukturen von Breitenbach

Wohnen im Sinne eines regelhaften Einrichtens von Siedlungsplätzen und Landschaften ist eine revolutionäre Neuerung in der Entwicklung menschlichen Verhaltens. Die Arbeiten an der Fundstelle Breitenbach (Sachsen-Anhalt) erforschen die Anfänge regelmäßiger bzw. normierter Raumnutzungsmuster vor rund 35.000 Jahren. Breitenbach gehört zu den wenigen bekannten Freilandfundplätzen aus dieser Zeit und ist einzigartig hinsichtlich der Erhaltung organischen Fundmaterials sowie seiner immensen räumlichen Ausdehnung.

Umfassende Sondageprogramme, geophysikalische Prospektionen und neue Dokumentationsverfahren (Bodenradar, 3D-Dokumentations- und Vermessungsverfahren durch Laserscanner, 3D-photogrammetrische Verfahren) belegen im Zuge der jüngsten Ausgrabungen seit 2009 eine intensive Siedlungstätigkeit mit der Überlieferung intakter Siedlungsstrukturen.

Zu den herausragenden Funden und Befunden gehören detaillierte Einblicke in die räumliche Organisation eines Areals, das speziell der Verarbeitung von Mammutelfenbein zur Herstellung unterschiedlichster Objektgattungen gewidmet war. Hierin manifestiert sich nicht nur eine räumlich differenzierte Nutzung festgelegter Arbeitsbereiche, sondern auch der Beginn von Spezialistentum und Arbeitsteilung.