Münze des Nero mit Darstellung des von Kaiser Claudius nördlich der Tibermündung errichteten Seehafens Portus Augusti.

Der römische Leuchtturm von Patara. Laut der erhaltenen Bauinschrift hat Kaiser Nero diesen durch seinen Statthalter Sextus Marcius Priscus errichten lassen. (Foto: RGZM / T. Schmidts)

Staatliche Maßnahmen zum Bau bzw. zur Instandsetzung von Hafenanlagen und Leuchttürmen in der Römischen Kaiserzeit im östlichen Mittelmeerraum (Entwurf: RGZM / T. Schmidts / Grafik: K. Hölzl).

Tagungsplakat 2011: http://www.dainst.org/harbors

 

Antike Hafenstädte im Spannungsfeld politischer, ökonomischer und geomorphologischer Entwicklungen

Die Hafenanlagen antiker Städte Antike Hafenstädte waren Voraussetzungen für die Durchführung der Schifffahrt. Sie stellen ein vielfältiges Forschungsobjekt zum Verständnis der Seefahrt dar, wobei sie in besonderer Weise von den vorherrschenden Umweltbedingungen abhängig waren.

Hafenstädte stellen eine besondere Siedlungsform dar, da sie je nach Bedeutung mehr oder weniger stark an ein überregionales Verkehrsnetz angeschlossen sind. So waren auch die antiken Hafenstädte im Mittelmeerraum Mittelpunkte des Warenaustausches und der Mobilität. Ca. 300 Hafenanlagen des Altertums lassen sich durch archäologische, literarische oder epigraphische Belege nachweisen. Ikonographische und numismatische Quellen liefern darüber hinaus Abbildungen von wasserseitigen Installationen und Funktionsbauten. Zusätzlich bieten geoarchäologische Untersuchungen der letzten Jahre eine solide Basis für die Bewertung umweltgeschichtlicher Entwicklungen, insbesondere den Aspekt der für Hafenstädte existenzbedrohenden Verlandung. Bau und Betrieb von Hafenanlagen mit den zugehörigen Funktionsbauten waren sehr kostenintensiv. Dies gilt nicht zuletzt für die militärischen Hafenanlagen mit ihren Schiffshäusern. Im Gegenzug gewährleisteten Häfen einen Zugang zum Fernhandel und, nicht zuletzt durch Zölle, Einnahmen für die Hafenstädte.

Aufgrund von Untersuchungen zu politischen, ökonomischen und geomorphologischen Entwicklungen von Hafenstädten sollen überregional relevante Interpretationsmuster definiert werden. Bisherige Forschungen konzentrierten sich auf den östlichen Mittelmeerraum in der Römischen Kaiserzeit. Dabei wurde die Rolle des Staates bei Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen hinterfragt. Der Neubau von Hafenanlagen ist erst in der Spätantike maßgeblich durch die Kaiser initiiert worden. Auch lässt sich eine starke Konzentration der Maßnahmen auf das Umfeld der Hauptstadt Konstantinopel und die für die Versorgung seiner Bevölkerung wichtigen Städte feststellen. Kontinuierlich lässt sich hingegen ab dem Beginn der römischen Herrschaft die Rolle des Staates bei der Eintreibung von Zöllen und Steuern belegen. Im Rahmen eines Feldprojektes erfolgen exemplarische Untersuchungen in der antiken und byzantinischen Hafenstadt Ainos.


Publikationen

  • Th. Schmidts, Stützpunkte der römischen Flotten in der Kaiserzeit. In: Th. Fischer, Die Armee der Caesaren. Archäologie und Geschichte (Regensburg 2012) 354-365.
  • Th. Schmidts, Between East and West in the Roman Empire: Skippers and Shipowners from the Eastern Mediterranean. In: N. Günsenin (Hrsg.), Between Continents. Proceedings of the Twelfth  Symposium on Boat and Ship Archaeology, Istanbul 2009 (Istanbul 2012) 149-156.
  • Th. Schmidts, Der Einfluss der römischen Administration auf die Entwicklung der Hafenstädte im östlichen Mittelmeerraum. In: “Harbors and Harbor Cities in the Eastern Mediterranean from Antiquity to Byzantium. Recent Discoveries & New Approaches” Istanbul, 30. Mai – 1. Juni 2011 (im Druck).
  • Th. Schmidts, Harbours in the North Aegean and the Sea of Marmara in times of the Roman Empire. In: Roman Archaeology Supplement volume (im Druck)