Garten der Schallaburg (Foto: Daniela Matejschek)

Schallaburg (Foto: Daniela Matejschek)

Innenhof der Schallaburg (Foto: Helmut Lackinger)

 

Ausstellung "Byzanz & der Westen - 1000 vergessene Jahre"

Von 17. März bis 11. November 2018 wird auf dem Renaissanceschloss Schallaburg in Niederösterreich die vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz konzipierte Ausstellung "Szenen am Mittelmeer. Byzanz, der Westen und wir" zu sehen sein. Nach "Byzanz - Pracht und Alltag" (Bonner Kunsthalle 2010) und "Das Goldene Byzanz & der Orient" (Schallaburg 2012) widmet sich das RGZM mit der aktuellen Ausstellung erstmalig in großem Maßstab (ca. 500 Exponate auf 1300 m2 Ausstellungsfläche) den wechselhaften Beziehungen zwischen dem lateinischen Westen und dem griechisch-byzantinischen Osten. Die Thematik umspannt das gesamte Mediterraneum und ist insofern auch höchst aktuell, als das Projekt an die historische Dimension des Mittelmeerraums als Kommunikationsraum zwischen den Kontinenten und Kulturen erinnern soll.
Im Zentrum der Ausstellung steht im Grunde die Frage, wie Menschen mit einer als fremd/anders empfundenen Kultur damals wie auch heute umgehen - mit ihren Ideen, ihren Lebensformen und ihren materiellen Erzeugnissen. Wann kommt es zur Aneignung bzw. Ablehnung? Von welchen Faktoren sind Respekt und Wertschätzung abhängig? Inwiefern sind diese von Machthabern beeinflussbar? Was wird kopiert, was wird verändert? Über welche Medien und Objekte findet der Transfer statt? Diese Fragen werden anhand verschiedenster Fallstudien in etwa vierzehn Themenbereichen behandelt, die den Zeitraum vom 5. bis ins 15. Jahrhundert umspannen und auch die Rezeptionsgeschichte nicht unberücksichtigt lassen.
Um die bedeutsame Rolle von Byzanz für das kulturelle Erbe Europas stärker zu würdigen hat das RGZM gemeinsam mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und weiteren Partnern den Leibniz-WissenschaftsCampus gegründet und eine Reihe an Projekten initiiert, deren Ergebnisse direkt in die Ausstellungsgestaltung einfließen, wobei auch die Forschungsprozesse selbst sichtbar gemacht werden. Mit dieser direkten Verbindung von Forschung und Vermittlung geht die Ausstellung einen innovativen Weg, der einer breiten Öffentlichkeit die Arbeit der historischen Kulturwissenschaften näherbringen soll. Zusätzlich zu einem Ausstellungskatalog entstehen in der Publikationsreihe des Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz überdies wissenschaftliche Begleitbände.

Kuratoren

Prof. Dr. Falko Daim
Dr. Dominik Heher (wissenschaftlicher Koordinator)

Kooperationspartner

Universität Wien
Österreichische Akademie der Wissenschaften