Anhänger aus dem Preslav-Schatz im Archäologischen Museum Veliki Preslav (Foto: S. Steidl).

Anhänger aus dem Preslav-Schatz im Archäologischen Museum Veliki Preslav (Foto: S. Steidl).

Anhänger aus dem Preslav-Schatz im Archäologischen Museum Veliki Preslav (Foto: S. Steidl).

Ohrring aus dem Preslav-Schatz im Archäologischen Museum Veliki Preslav (Foto: S. Steidl).

Appliken aus dem Preslav-Schatz im Archäologischen Museum Veliki Preslav (Foto: S. Steidl).

Ohrring aus dem Preslav-Schatz im Archäologischen Museum Veliki Preslav (Foto: S. Steidl).

Ohrring aus dem Preslav-Schatz im Archäologischen Museum Veliki Preslav (Foto: S. Steidl).

Ohrring aus dem Preslav-Schatz im Archäologischen Museum Veliki Preslav (Foto: S. Steidl).

Münze aus dem Preslav-Schatz im Archäologischen Museum Veliki Preslav (Foto: S. Steidl).

 

Der Preslav-Schatz aus Bulgarien (10. Jahrhundert)

In Zusammenarbeit mit der Bulgarischen Akademie der Wissenschaft (Prof. Dr. Stanislav Stanilov) und dem Museum Preslav (Dir. Dr. Plamen Slavov) wird seit Januar 2017 der Schatz von Preslav (Bulgarien) aus dem 10. Jahrhundert erforscht. 1978 in der Nähe der bulgarischen Stadt Preslav entdeckt, zählt er zu den wenigen mittelalterlichen Hortfunden mit archäologischem Befundkontext, womit die Provenienz der Gegenstände gesichert ist, darüber hinaus handelt es sich um seltene Zeugnisse säkularer mittelalterlicher Goldschmiedekunst.

Die über 180 Objekte bestehen aus Gold und Silber und sind mit Emails, Edelsteinen und Perlen verziert. Dazu zählen fünf Diademplatten, ein Halsschmuck, drei große Edelstein-Anhänger sowie 15 Silber­münzen der byzantinischen Kaiser Konstantin VII. Porphyrogennetos und Romanos II. (945-959). Die wertvollen Goldschmiedearbeiten, die rund zwei byzantinische Pfund wiegen (etwa 640 g), wurden vermutlich 971 vergraben, als die Hauptstadt des Ersten Bulgarischen Reiches Preslav (893-971) durch den byzantinischen Kaiser Johannes I. Tzimiskes (969-976) erobert wurde.

Neben der restauratorischen Überarbeitung erfolgen gemeinsam mit dem Archäologischen Institut der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften materialwissenschaftliche und goldschmiedetechnische Untersuchungen sowie eine archäologisch-historische Auswertung. Da der Schmuck von Preslav höchstwahrscheinlich im Byzantinischen Reich bzw. von byzantinischen Handwerkern hergestellt worden ist und als diplomatisches Geschenk nach Bulgarien gelangt sein dürfte, sind Rückschlüsse auf byzantinische Repräsentationsformen und Geschenkdiplomatie im 10. Jahrhundert zu erwarten sowie Erkenntnisse zu Typologie und Stil von Luxusobjekten, überdies wichtige Informationen zu mittelalterlichem Handwerk, Techniken und Materialkunde. Insbesondere die Emails, die zu den wenigen sicher datierbaren byzantinischen Exemplaren gehören, liefern wichtige Hinweise auf die Zusammensetzung und Materialien, mangelt es doch bislang an soliden materialwissenschaftlichen Untersuchungen von mittelalterlichen Emails.

Das Projekt zum Preslav-Schatz steht in enger Beziehung zu dem bereits laufenden Projekt des Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz: Byzanz zwischen Orient und Okzident, das sich mit einem griechischen Traktat zur Goldschmiedekunst beschäftigt und in 69 Rezepten Verfahren wie Drahtziehen, Email und Niello beschreibt.

Förderung

Gerda Henkel - Stiftung

Kooperationspartner

Prof. Dr. Stanislav Stanilov
(Bulgarische Akademie der Wissenschaften)

Dr. Plamen Slavov (Archäologisches Museum Veliki Preslav)