Rekonstruktion des spätkeltischen Feldzeichens aus Soulac-sur-Mer (dép. Gironde); Foto: M.Schönfelder/RGZM.

 

Die Bedeutung der keltischen Kunst für Elitendarstellung, Religion und Identitäten (5.-1. Jahrhundert v. Chr.)

Die Forschung zur keltischen Kunst hat sich in den vergangenen Jahrzehnten erneuert; semiotische Ansätze wurden versucht, eine neue Forschergeneration hat sich gebildet, Kunst als Forschungsgegenstand hat sich weiter etabliert. Trotzdem sind fundamentale Fragen noch unbeantwortet: Was bedeuten die dargestellten Motive? Wie erklärt sich der Wandel bzw. der Rückzug der keltischen Kunst im Laufe der Latènezeit. Hier wurden in Vorträgen und auf Tagungen erste Thesen formuliert, die nun weiter diskutiert werden müssen.

Das Thema der Keltischen Kunst wird unter mehreren Aspekten untersucht: Welche Bedeutungen haben die grundlegenden Symbole in der frühlatènezeitlichen Welt? Hier wird u. a. von Untersuchungen zur Ornamentik am Wagen aus dem Prunkgrab von Bad Dürkheim ausgegangen, wo Blattkrone und Drachenpaar zusammen verwendet werden. Welche bildlichen Elemente werden weiter über die Jahrhunderte tradiert? In welchem Kontext entwickelt sich die spätlatènezeitliche Kunst, die bisher wenig beachtet wird? Gerade die jüngerlatènezeitliche Kunst – figürliche Darstellungen wie auch die Ornamente – wurden bisher selten behandelt. Keltische Kunst ist hier Teil von Selbstbehauptungsstrategien gegenüber der römischen Bilderwelt, die aber nur an ausgewählten Objektgruppen umgesetzt werden.

Im Rahmen der Untersuchungen zur keltischen Kunst kann auf unsere Sammlung (Kopien) und das Bildarchiv zurückgegriffen werden, da hier durch die Restaurierungsarbeiten der letzten Jahrzehnte große Bestände vorhanden sind.