Rekonstruktion des Tumulus von Nickenich (Foto: Wikimedia Commons / Xocolatl)

 

Formen der Romanisierung in den Grenzprovinzen des Römischen Reiches an Rhein und Donau

Anliegen dieses Forschungsschwerpunktes ist es, die unterschiedlichen Ausprägungen der Romanisierung in den Grenzprovinzen von Britannien bis zum Schwarzen Meer anhand ausgewählter Themen darzustellen.

Grundlage des Forschungsschwerpunkts bilden die Beiträge, die in dem 2007 abgeschlossenen EU-Projekt »Transformation« gemeinsam mit Kollegen aus 12 europäischen Ländern erarbeitet wurden. Im Anschluss daran wurden und werden einzelne Aspekte in vertiefenden Studien näher beleuchtet. Sie gelten vor allem dem Aufkommen des repräsentativen Grabbaus, der Veränderung in Produktion und Handel sowie der Entwicklung im Siedlungswesen.

Ziel ist es, mit Hilfe der Einzelstudien das Eindringen mediterraner Lebensformen in die Gebiete nördlich der Alpen und die damit verbundene Auseinandersetzung in der einheimischen Bevölkerung zu untersuchen, die schließlich zu Integration bzw. Transformation mediterraner Kultur an der römischen Nordgrenze führte. In diesem Zusammenhang wird einerseits die Rolle der einheimischen Bevölkerung beleuchtet und untersucht, wie stark sie in diesen Vorgang eingebunden war, welche Schichten Träger der Romanisierung waren und inwieweit einheimische Traditionen auch nach der römischen Okkupation fortbestanden. Andererseits wird aber auch der Frage nachgegangen, wo bzw. in welchem Maße staatliche Eingriffe zu beobachten sind.

Der Forschungsschwerpunkt wird 2014 im neuen, abteilungsübergreifenden FS »Archäologische Studien zu Austausch- und Anpassungsprozessen in Grenzzonen« aufgehen. Die Untersuchungen zur Terra Sigillata-Produktion sollen ab dieser Zeit in enger Zusammenarbeit mit den KollegInnen vom VAT und ihren Forschungen zur Keramikproduktion in Weißenthurm und Mayen fortgeführt werden.


Kooperationspartner

Publikationen

  • A. W. Mees, The internal organisation of Terra Sigillata (Samian) workshops. In: M. Fulford u. E. Durham (Hrsg.), Seeing Red. New economic and social perspectives on Terra Sigillata. Bull. Inst. Class. Stud. Suppl. 102 (2013) 66-96.
  • A. W. Mees u. M. Polak, Scattered pots, exploring spatial und chronological aspects of Samian ware. In: M. Fulford u. E. Durham (Hrsg.), Seeing Red. New economic and social perspectives on Terra Sigillata. Bull. Inst. Class. Stud. Suppl. 102 (2013) 36 – 48.
  • G. B. Dannell u. A. W. Mees, New approaches to Samian distribution. In: M. Fulford u. E. Durham (Hrsg.), Seeing Red. New economic and social perspectives on Terra Sigillata. Bull. Inst. Class. Stud. Suppl. 102 (2013)165-187.
  • M. Scholz, Grabbauten des 1.-3. Jahrhunderts in den nördlichen Grenzprovinzen des Römischen Reiches. Monographien des RGZM, Bd. 103 (Mainz 2012).
  • B. Pferdehirt, M. Scholz, Bürgerrecht und Krise. Die Constitutio Antoniniana 212 n. Chr. und ihre innenpolitischen Folgen. Mosaiksteine, Bd. 9 (Mainz 2012).
  • T. Schmidts, Akteure und Organisation der Handelsschifffahrt in den nordwestlichen Provinzen des Römischen Reiches. Monographien des RGZM, Bd. 97 (Mainz 2011).
  • A. W. Mees, Die Verbreitung von Terra Sigillata aus den Manufakturen von Arezzo, Pisa, Lyon und La Graufesenque. Die Transformation der italischen Sigillata-Herstellung in Gallien. Monographien des RGZM Bd. 93 (Mainz 2011).
  • M. Scholz / L. Klaffki, Aspekte der Romanisierung im Bereich der civitates Mattiacorum, Taunensium et Auderiensium. In: F. Ausbüttel / U. Krebs / G. Maier (Hrsg.), Die Römer im Rhein-Main-Gebiet (Darmstadt 2011) 111-138.
  • M. Reddé (Hrsg.), Oedenburg 1-3. Monographien RGZM 79,1-3 (Mainz 2009 ff.)
  • N. Gudea, Ländliche Siedlungen in den dakischen Provinzen (106-275 n. Chr.). Archäologische Beiträge zur Geschichte des Dorfes und der Landwirtschaft in der Römerzeit. Jahrb. RGZM 56, 2009, 187-320.
  • A. W. Mees u.a., Gestempelte südgallische Reliefsigillata (Drag. 29) aus den Werkstätten von La Graufesenque. Katalog vor- und frühgeschichtlicher Altertümer 34 (Mainz 2003 ff.).

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