Abb1: Screenshot aus dem GIS Nordsyrien: Wegenetz und historische Stätten (JGU/A. Escher)

 

Geographisches und Archäologisch-Historisches Informationssystem (GIS): Byzantinisches Reich

Innerhalb der Projekte des Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz Byzanz zwischen Orient und Okzident existieren und entstehen wissenschaftlich relevante Informationen mit Raumbezug. Diese beinhalten einerseits aktuelle und antike topographische Daten wie Relief, Wasserflächen, Flüsse sowie archäologische Fachdaten zum Themenbereich Byzanz.

Die Integration dieser raumbezogenen Daten und die Nutzbarmachung als Werkzeug für die Forschung ist die Aufgabe der Kooperation zwischen Geisteswissenschaftlern, Naturwissenschaftlern und Geoinformatikern.

Das Geographische Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz behandelt hier im Wesentlichen die Zusammenstellung und Bearbeitung der topographischen Daten und die kartographische Gestaltung und Präsentation sämtlicher raumbezogener Daten in einem webbasierten Geographischen Informationssystem.

Das Römisch Germanische Zentralmuseum Mainz steuert die Modellierung der archäologischen Daten aus verschiedenen Projekten basierend auf dem CIDOC CRM  und ihre gemeinsame Ablage in einer Datenbank bei.

Das i3mainz, Institut für raumbezogene Informations- und Messtechnik der Hochschule Mainz übernimmt die Bereitstellung dieser Geodaten unter Verwendung offener Standards und services des Open Geospatial Consortiums.

Die gewählte Aufgabenteilung und das Vorgehen gewährleistet, dass bei klaren Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten die Anforderungen der beteiligten Disziplinen erfüllt werden können und die Interoperabilität der Daten und Anwendungen sicher gestellt sind.

In einer ersten Phase werden aktuelle und themenbezogene Basisinformationen sowie grundlegende Daten zum Byzantinischen Reich gesammelt und in ein GIS integriert. Daneben erfolgt für erste archäologische Projekte die Modellierung der Daten und die Sammlung in der archäologischen Geodatenbank. Diese Geodateninfrastruktur ermöglicht die Nutzung der Daten in verschiedenen Anwendungsszenarien wie z.B. spezielle Datenbankfrontends, Dektop-GIS und Web-GIS.

Das am geographischen Institut der Uni Mainz zu erstellende webbasierte GIS vereinigt sämtliche raumbezogene Daten und präsentiert diese mit interaktiven Features wie die Auswahl darzustellender Ebenen oder Informationen und das Abrufen kontextbezogener Detailinformationen zu einzelnen Objekten.

Die Interoperabilität der einzelnen Objekte bzw. Orte im System wird durch die Verwendung der „Ancient Places in Pleiades“ und „Pelagios: Enable Linked Ancient Geodata In Open Systems“ sichergestellt. Noch zu erstellende Werkzeuge für die Datenbank und das Web-GIS ermöglichen dann den Zugriff auf Daten und Informationen aus verknüpften Datenprovidern wie Arachne, Nomisma.org, omnesiae oder dem British Museum.

Die kartenbasierte Darstellung im Internetbrowser ermöglicht eine einfache Nutzung der Informationen sowohl durch Wissenschaftler als auch interessierte Laien.

Die Realisierung erfolgt unter Verwendung freier OpenSource Software wie PostgreSQL, PostGIS, GeoServer und kommerzieller Pakete wie Esri ArcMAP und ArcGIS Server.