Interaktionen mediterraner Eliten zwischen ca. 900 und 670 v. Chr. – Machtrepräsentation und Hinweise auf Handel in den bedeutendsten mediterranen Kriegergräbern

Das Forschungsprojekt befasst sich mit den mediterranen Herrschern, die bald nach dem Untergang der Mykenischen und Vorderasiatischen Palastgesellschaften (12.-10. Jh. v. Chr.) ihre eigene Vormachtstellung demonstrieren und verstärken wollten.

Die lokalen Kriegereliten beherrschten regionale Netzwerke, die durch Kontaktzonen miteinander verbunden waren (»World System«-Perspektive‚ »Network Theory«). Sie brachten ein neues und kollektives Gedankengebäude hervor, das bis zum Phänomen der Orientalisierung und der griechischen Kolonisationsbewegung Gültigkeit hatte.

Die Untersuchung der kulturellen Vernetzung dieser mediterranen Eliten, die Repräsentationsstrategien von Macht, die Austauschaktivitäten, die Verhandlungstaktiken und die Aspekte der Transkulturalität, Hybridität und der Neudefinition der überseeischen Kontakte werden die wichtigsten Punkte des Projekts sein. Die systematische Analyse der reichsten Kriegergräber in Griechenland, Italien und im westlichen Mittelmeerraum wird die nötige Datenbasis bieten. Die reichsten Frauengräber und die Heiligtümer werden wichtige Parallelen bieten.

Fragestellungen

  • Welche materiellen und geographischen Merkmale charakterisieren die eisenzeitlichen Kontakte der ineinandergreifenden regionalen Austauschnetzwerke, die eine »virtual community« errichteten, miteinander verbunden durch die so genannten Interaktionssphären oder Kontaktzonen?
  • Wie waren die verschiedenen Arten von Tauschsystemen (Lang- und Kurzstreckenhandel, Gabentausch und professioneller Handel) und die interregionalen Elitenetzwerke koordiniert?
  • Bis zu welchem Grad waren die lokalen Gemeinden in das Netz der transkulturellen Beziehungen verwickelt?
  • Haben die spätbronzezeitlichen symbolischen Verknüpfungen in der frühen Eisenzeit überlebt und wenn ja, wie, d.h. wie wurden sie von den verschiedenen lokalen kulturellen Rahmenbedingungen introjiziert und geändert?

Förderung

Gerda-Henkel-Stiftung
(1. November 2012 - 31. Oktober 2014)