Nach Schrift- und Bildquellen rekonstruierte »Byzantinische Doppelorgel« (Foto: RGZM / R. Müller)

 

Nach Schrift- und Bildquellen rekonstruierte »Byzantinische Doppelorgel«

Der Nachbau einer Byzantinischen Doppelorgel entstand vorrangig nach Bild- und Textquellen des Mittelalters unter Verwendung der aus den archäologischen Funden erhaltenen Informationen.

In Byzanz fand die Orgel bei öffentlichen Veranstaltungen und im Hofzeremoniell Verwendung. Sie hatte Bedeutung beim Kulturtransfer, sowie in der Diplomatie. So schenkte im Jahre 757 Kaiser Konstantin Kopronymos eine kleine Orgel an den Frankenkönig Pippin den Jüngeren. Im Jahre 826 hat ein vermutlich byzantinischer Geistlicher aus Venedig eine »Orgel nach Art der Griechen« in Aachen installiert. Schrift- und Bildquellen zeigen zudem die Verwendung der »Doppelorgel«, oftmals bestehend aus zwei getrennten Instrumenten. Auf musikalischer Ebene kann dies ein Hinweis auf eine Bordunpraxis (Orgelpunkt) sein.

Der RGZM-Nachbau besitzt insgesamt 34 Pfeifen. Diese verteilen sich auf eine Melodieorgel mit zwei koppelbaren Registern mit 26 Pfeifen im tonalen Umfang einer Duodecime und eine Begleitorgel mit 8 Pfeifen im Umfang einer Septime. Die Bauart der Pfeifen ist im heutigen Orgelbau unbekannt.