Original, Abbild und Kopie in der musealen Vermittlungsarbeit.

Ziel des Projektes ist es einen Beitrag dazu zu leisten, zu ergründen mit welchen Methoden archäologische Forschungsergebnisse im Museum gut vermittelt und wie dabei wissenschaftliche Prozesse erklärt und transparent gemacht werden können. Dabei soll erforscht werden, wie Lernerfolg und emotionales Erlebnis insbesondere aber auch wie Authentizität und Glaubwürdigkeit hergestellt werden können. Dazu werden originale Objekte und insbesondere auch analoge und digitale Kopien und Rekonstruktionen – wo möglich in ihrer Kontextualisierung - hinsichtlich ihrer Funktionalität und Wirkung beim Publikum untersucht. Ausgangsbasis der Untersuchungen bilden die Sammlungen an Originalen, Kopien und Rekonstruktionen des RGZM.

Einen Schwerpunkt bilden Untersuchungen zur Virtual /Augmented Reality als Mittel der Wissensvermittlung im Museum. Seit 2011 erprobt das RGZM in Zusammenarbeit mit dem Studiengang „Zeitbasierte Medien“ der Hochschule Mainz in der Kursreihe „Beyond the Screens“  im Museum für Antike Schiffahrt den Einsatz immersiver Medien sowie verschiedene Zugänge zur virtuellen Realität.  Gemeinsames Ziel dabei ist es, Erfahrungen  in Hinblick auf die Anwendungsszenarien, Funktionalität und Wirkung aber auch die Grenzen des Einsatzes besonders lebensechter digitaler Rekonstruktionen zu gewinnen. Insbesondere geht es auch darum die Objekte in ihrer Lebensumwelt und in Funktion darzustellen.

Die Nachbauten und Modelle im Museum für Antike Schiffahrt des RGZM stellen heute die größte  Gruppe an Rekonstruktionen in der Sammlung des RGZM dar. Aufgrund der sehr guten Nachvollziehbarkeit der wissenschaftlichen Rekonstruktionsprozesse, die zu den Modellen führten, bilden diese eine geeignete Materialbasis zur Untersuchung von Fragestellungen im Zusammenhang mit der Vermittlung von Prozessen des Authentisierens im Museum.  Im Museum für Antike Schiffahrt sind Modelle und Nachbauten teilweise gemeinsam mit den ihnen zugrundeliegenden Originalfunden, Bild und Schriftquellen ausgestellt und können so gemeinsam in publikumsorientierte Untersuchungen einbezogen werden.

Die bisherigen Untersuchungen entstanden als studentische Arbeiten oder Examensarbeiten der Hochschule Mainz  und der Johannes Gutenberg Universität Mainz und werden als Beitrag zum Leibniz-Forschungsverbund Historische Authentizität gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Wissensmedien in Tübingen und weiteren Kooperationspartnern fortgesetzt.


Kooperationspartner