Verschiedene Ebenen der Relevanz können unterschieden werden; Grafik: R.Schreg/RGZM.

Hochäcker wie in diesem Beispiel aus Panama, haben in den USA zu einer Diskussion über eine Applied Archaeology geführt; Foto: R.Schreg/RGZM.

 

Vom Elfenbeinturm zur Applied Archaeology

Die Frage nach Relevanz und praktischem Nutzen der Archäologie und der Geisteswissenschaften wird immer lauter gestellt. Gesellschaftliche Relevanz wird eingefordert. Eine fachliche Debatte wird dazu in der deutschen Archäologie aber noch kaum geführt.

Ausgehend von der amerikanischen Diskussion über eine „applied archaeology“ und einer ergänzenden kritischen Bewertung solcher Projekte, die für sich einen Anwendungsnutzen beanspruchen, reflektieren wir die gesellschaftliche Relevanz von Archäologie und gehen dabei folgenden Fragen nach:

  • Ÿ   Wie kann Archäologie wissenschaftlich begründet Gegenwartsbezüge schaffen?
  • Ÿ   Welche Implikationen hat dies für das Selbstverständnis des Faches?
  • Ÿ   Welche Narrative entstehen/ lassen sich entwickeln?
  • Ÿ   Was sind die methodischen Voraussetzungen, um die Wissenschaftlichkeit zu wahren? Wo liegen die Grenzen zu einer Instrumentalisierung der Vergangenheit?

In einem ersten Schritt wurde eine Differenzierung zwischen „Elfenbeinturm“ und „applied archaeology“ erarbeitet, je nach Grad und Funktion des Anwendungsbezugs. Im Weiteren werden solche Fälle dargestellt, in denen archäologisches Wissen in Bezug zu aktuellen politischen Themen gesetzt wird.

Ziel ist es, eine Debatte innerhalb der deutschen Archäologie anzustoßen, Qualitätskriterien für einen Gegenwartsbezug zu formulieren und die Rolle der Museen zu hinterfragen. Als ein Forschungs- und Kommunikationsmedium greift das Vorhaben insbesondere auf Social Media zurück.