Pressemitteilung | 17. November 2017 

Ausstellungseröffnung am 16. November 2017. Restaurator Christian Eckmann und der Minister für Antiken in Ägypten Prof. Dr. Khaled El-Enany schauen sich die Präsentation der Goldblech-Appliken an. Foto: RGZM / M. Heinzl.

Prof. Seidelmayer, Direktor der Abteilung Kairo des DAI, und Prof. Dr. Khaled El-Enany, Minister für Antiken in Ägypten, eröffnen gemeinsam die Ausstellung. Foto: Ägyptisches Museum, Kairo / Sameh Abdel Mohsen.

v.l.n.r.:Prof. Dr. St. Seidlmayer, Direktor der Abteilung Kairo des DAI, S. Brombeiss, Kulturreferent der Deutschen Botschaft Kairo, der Japanischer Botschafter sowie der Minister für Antiken in Ägypten, Prof. Dr. Khaled El-Enany im Hintergrund: die Botschafter Australiens und Griechenlands. Foto: RGZM / M. Heinzl.

Ausschnitt aus dem Poster zur Ausstellung (Grafik: RGZM / V. Kassühlke)


Pressemitteilung (PDF)

Poster (en./arab. als PDF)

Begleitheft zur Ausstellung (en. als PDF)


Ägyptisches Museum Kairo präsentiert verzierte Goldbleche aus dem Grab des Tutanchamun

Kairo. Am 16. November 2017 eröffnete die Ausstellung » Tutankhamun‘s Unseen Treasures: The Golden Appliqués« im Ägyptischen Museum Kairo. Sie präsentiert bislang noch nie gezeigte Objekte aus dem Grabschatz des Kindkönigs Tutanchamun (18. Dyn.), die die letzten drei Jahre umfassend im Rahmen eines DFG-Projektes erforscht wurden: Rund einhundert figürlich verzierte Goldblech-Appliken, die in einem sehr schlechten, fragmentarischen Zustand fast 90 Jahre im Magazin des Ägyptischen Museums Kairo lagerten, wurden erstmals restauriert, technologisch und naturwissenschaftlich untersucht sowie ikonografisch-kunstgeschichtlich aufgearbeitet.

In Kooperation mit dem Ägyptischen Museum in Kairo, dem Deutschen Archäologischen Institut, Abteilung Kairo (DAIK) und dem Institut für Kulturen des Alten Orients der Eberhard Karls Universität Tübingen arbeiteten Christian Eckmann und Katja Broschat vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) vor Ort an den Objekten. Durch die wissenschaftliche Restaurierung konnten wertvolle Erkenntnisse zur spätbronzezeitlichen Gold- und Ledertechnologie gewonnen und diese Objektgruppe nun erstmals der Forschung zugänglich gemacht werden. Vom 16. November bis zum 31. Dezember ist die zweisprachige (engl./arab.) Ausstellung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Die Präsentation der Goldblech-Appliken auf über 400 Quadratmetern wird um zahlreiche prominente Objekte der Grabausstattung ergänzt, die in unmittelbaren Zusammenhang mit der Objektgruppe stehen: Besonders hervorzuheben sind dabei zwei vergoldete Streitwagen sowie Teile der Waffenausstattung Tutanchamuns: ein mit verschiedenen Darstellungen dekorierter Bogenkasten, ein Köcher und ein filigran verzierter Kompositbogen; sowie eines der wohl bekanntesten Objekte aus dem Grab des Tutanchamun – ein überreich mit Glas- und Edelsteineinlagen dekorierter Dolch mit goldener Klinge, ein Meisterwerk altägyptischer Handwerkskunst.

Die Ausstellung wurde von den Projektpartnern gemeinsam kuratiert und wird am 15. November 2017, dem 115. Jubiläum des Ägyptischen Museums in Kairo feierlich durch S.E. Prof. Dr. Khaled El-Enany, Minister für Antiken in Ägypten eröffnet. Und auch das DAI zelebriert die Eröffnung der Ausstellung im Rahmen einer mehrtägigen Jubiläumsveranstaltung anlässlich der vor 60 Jahren erfolgten Wiedereröffnung der Abteilung Kairo. 

Ebenso freut sich das RGZM im 165-sten Jahr seines Bestehens mit dieser besonderen Ausstellung einen weiteren Meilenstein in den langjährigen vertrauensvollen und freundschaftlichen wissenschaftlichen Beziehungen zu den ägyptischen Partnern zu markieren.

Die Arbeiten wurden vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.
  

Das Projekt

Mehr Informationen über das DFG-Projekt finden Sie auf der RGZM-Projektseite:
Die Goldbleche des Tutanchamun – Zur kulturellen Kommunikation zwischen Ägypten und Vorderasien
  

Kontakt

Pressestelle des RGZM

Ebru Esmen M.A.
Tel.: +49 (0) 6131 9124 165  |  Mail: esmen(at)rgzm.de

Christina Nitzsche M.A.
Tel.: +49 (0) 6131 9124 179  |  Mail: nitzsche(at)rgzm.de
  

Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM) | Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie

Das RGZM ist eine weltweit tätige Forschungseinrichtung für Archäologie mit Hauptsitz in Mainz sowie Nebenstellen in Mayen und Neuwied. 1852 vom Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine gegründet, ist es seit 1870 eine Stiftung des öffentlichen Rechts und seit 2002 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Das RGZM richtet seine Forschung derzeit neu aus. Der Beitrag, den archäologische Forschung mit ihrem weit zurück reichenden Blick für die Bearbeitung und Bewältigung von Problemstellungen des gegenwärtigen Menschen leisten kann, wird zukünftig noch mehr im Fokus seiner wissenschaftlichen Arbeit und deren Vermittlung stehen. Die Kompetenzen des RGZM liegen u.a. im Zusammenspiel von Restaurierung, Archäometrie, experimenteller und antiquarischer Archäologie. Die Forschungen erfolgen in einem internationalen und interdisziplinären Netzwerk. In mehreren Museen und breitgefächerten Publikationen aus dem eigenen Verlag vermittelt es seine Forschungsergebnisse an die Öffentlichkeit.