Pressemitteilung | 31. Januar 2018 

Speerspitzen aus der griechischen Koloniestadt Kasmenai/Monte Casale auf Sizilien (Foto: A. Scarci).


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Archäologin erforscht am RGZM griechische Koloniestadt Kasmenai/Monte Casale auf Sizilien

Mainz/Sizilien. Zum 1. Februar 2018 startet am Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) ein neues Forschungsprojekt zur griechischen Koloniestadt Kasmenai/Monte Casale auf Sizilien. Gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung, wird sich die Archäologin Dr. Azzurra Scarci den im 20. Jahrhundert entdeckten Metallfunden widmen. Das Projekt soll wichtige Erkenntnisse zum Kulturaustausch zwischen griechischen Kolonisten und der einheimischen Bevölkerung in archaischer Zeit (7./6. Jh. v. Chr.) liefern.

Der Fundkomplex, der im Museo Archeologico Regionale Paolo Orsi in Syrakus aufbewahrt wird, besteht aus einer großen Anzahl eiserner Angriffswaffen, die in dieser Menge bislang an keinem anderen westgriechischen Fundplatz Unteritaliens und Siziliens nachgewiesen wurde. Sie kamen bei den Ausgrabungen von Paolo Orsi zwischen 1922 und 1931 sowie durch Giuseppe Voza 1967 im Bereich des so genannten Arestempels im Westen des Stadtgebiets zutage. Die Analyse dieser Metallfunde wird wichtige Erkenntnisse liefern, inwieweit sich darin griechische oder einheimische Elemente wiederspiegeln und damit erlauben, den militärischen Vorposten der Griechen auf dem Monte Casale und seine Interaktion mit der indigenen Bevölkerung in einem neuen Licht zu sehen.

Das neue Projekt ist am RGZM in das Forschungsfeld »Kulturkontakte« eingebettet. „Wir versprechen uns von den Forschungen auf Sizilien nicht nur wichtige neue Erkenntnisse zur ‚Bergfestung‘ auf dem bis zu 830m hohen Monte Casale, sondern erhoffen darüber hinaus auch Erkenntnisse zur Interaktion zwischen Griechen und Indigenen auf Sizilien in archaischer Zeit“, erläutern PD Dr. Holger Baitinger und Dr. Jörg Drauschke, die Sprecher des Forschungsfeldes. „Die Interaktion zwischen Einzelpersonen, Gruppen und Gesellschaften bildet ein wichtiges Thema in unserer Forschergruppe.“

Die griechische Kolonie Kasmenai wurde 643 v. Chr im Südosten der Insel Sizilien, nahe Syrakus, gegründet. Sie befand sich in einer strategisch bedeutenden Position auf dem Monte Casale in einer Kontaktzone zur indigenen Bevölkerung Siziliens, den Sikulern. 

RGZM-Archäologie: Forschungsfeld »Kulturkontakte«

Kulturkontakte prägen in starkem Maße die moderne Welt und unseren Alltag, hatten auf vor- und frühgeschichtliche Gruppen und Gesellschaften tiefgreifende und oftmals nachhaltige Auswirkungen. Die Untersuchung kultureller Kontakte bildet eine wichtige Basis, um Prozesse und Entwicklungen in unserer heutigen Gesellschaft besser verstehen zu können und bietet damit wertvolles Orientierungswissen. Ihre Erforschung innerhalb des Forschungsfelds erleichtert es den Wissenschaftlern des RGZM deshalb, heutige Entwicklungen und Verhaltensweisen besser zu begreifen.

Weiterführende Links

Forschungsfeld »Kulturkontakte« | Auflistung aktueller Forschungsprojekte des Forschungsfeldes (RGZM)
 

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Speerspitzen aus der griechischen Koloniestadt Kasmenai/Monte Casale auf Sizilien (Foto: A. Scarci).

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Christina Nitzsche M.A. (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit RGZM)
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Mail: nitzsche(at)rgzm.de
 

Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM)

Das RGZM ist eine weltweit tätige Forschungseinrichtung für Archäologie mit Hauptsitz in Mainz sowie Nebenstellen in Mayen und Neuwied. 1852 vom Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine gegründet, ist es seit 1870 eine Stiftung des öffentlichen Rechts und seit 2002 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Das RGZM richtet seine Forschung derzeit neu aus. Der Beitrag, den archäologische Forschung mit ihrem weit zurück reichenden Blick für die Bearbeitung und Bewältigung von Problemstellungen des gegenwärtigen Menschen leisten kann, wird zukünftig noch mehr im Fokus seiner wissenschaftlichen Arbeit und deren Vermittlung stehen. Die Kompetenzen des RGZM liegen u.a. im Zusammenspiel von Restaurierung, Archäometrie, experimenteller und antiquarischer Archäologie. Die Forschungen erfolgen in einem internationalen und interdisziplinären Netzwerk. In mehreren Museen und breitgefächerten Publikationen aus dem eigenen Verlag vermittelt es seine Forschungsergebnisse an die Öffentlichkeit.